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Heidelbeeren: So pflanzen und pflegen Sie Blaubeeren richtig

Leckere Früchte  

Heidelbeeren: So pflanzen und pflegen Sie den Obststrauch

16.06.2020, 15:28 Uhr | dpa-tmn, t-online, ron

Heidelbeeren: So pflanzen und pflegen Sie Blaubeeren richtig. Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Sie trägt wesentlich größere Früchte als die heimische Heidelbeere. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Sie trägt wesentlich größere Früchte als die heimische Heidelbeere. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Sie gilt als heimisches Superfood: die Heidelbeere. Frisch aus dem Garten schmeckt sie natürlich am besten. Doch der Strauch stellt besondere Ansprüche an seinen Pflanzort. Das sollten Sie beachten.

Heidelbeeren sind nicht nur beliebt als Zutaten für Muffins und leckere Quarkspeisen, die blauen Früchte sind auch gesund. Schon Hildegard von Bingen (1098–1179) wusste über ihre heilende Wirkung. Dabei nutzte sie getrocknete Heidelbeeren als Kompresse zur Wundheilung.

Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus): Sie wächst als niedriger Strauch und trägt eher wenig Früchte. (Quelle: imago images/blickwinkel)Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus): Sie wächst als niedriger Strauch und trägt eher wenig Früchte. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Die heimische Wildart der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) wächst an lichten Gehölzrändern ebenso wie in Heide- und Moorlandschaften. Hier breitet sie sich auf sauren, nährstoffarmen Böden aus. Kommt die Waldheidelbeere nur im Wildbestand vor, so kann im heimischen Garten ausschließlich die Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) angebaut werden.

Gattung: Waldheidelbeere und Kultur-Heidelbeere

Mit unserer Waldheidelbeere ist die Kultur-Heidelbeere nur ganz entfernt verwandt. Sie gehört zwar zur selben Gattung, unterscheidet sich aber in einigen Punkten: Kultur-Heidelbeeren haben helles Fruchtfleisch, nur die feste Schale ist blau. Sie sind außerdem wesentlich größer und süßer als ihre wilden Verwandten.

Heidelbeere oder Blaubeere: Was unterscheidet sie?

Bei Heidelbeeren und Blaubeeren handelt es sich um ein und dieselbe Frucht. Es sind nur regional unterschiedliche Bezeichnungen. Andere Namen sind Wildbeere, Waldbeere, Schwarzbeere, Heubeere oder Bickbeere.

Standort: Sonnig auf saurem Boden

Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Sie mag im Gegensatz zu den Wildarten die volle Sonne. (Quelle: imago images/Redeleit-L.)Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Sie mag im Gegensatz zu den Wildarten die volle Sonne. (Quelle: Redeleit-L./imago images)

Kultur-Heidelbeeren wachsen am besten in der Sonne auf einem möglichst naturbelassenen Boden. Er sollte vor der Pflanzung weder gedüngt noch gekalkt werden. Ideal ist eine lockere Erde wie ein humusreicher, saurer Sandboden, denn Kultur-Heidelbeeren sind Flachwurzler.

Wuchs: Ein- bis zwei Meter hoher Busch

Bei der Kultur-Heidelbeere handelt es sich um einen Busch, der etwa anderthalb bis zwei Meter hoch wird. Hierzulande wachsen vor allem die sogenannten Northern-Highbush-Sorten, die aus Nordamerika stammen. Der Vorteil: Sie sind frostfest und wuchsfreudig. Darüber hinaus versprechen sie eine reiche Ernte.

Pflanzen: Boden für Heidelbeeren vorbereiten

Die Wurzeln der Kultur-Heidelbeere wachsen eher nach oben an die Oberfläche als nach unten. Zudem bieten Gartenböden oftmals nicht die Vorteile des Naturstandorts. Gehen Sie deshalb folgendermaßen vor:

  1. Graben Sie im Boden ein Loch mit einem Durchmesser von einem Meter und einer Tiefe von 40 bis 60 Zentimeter.
  2. Geben Sie in das Loch Torf oder ein Substrat für Rhododendren und Azaleen. Es hat genau die passenden Eigenschaften für Kultur-Heidelbeeren.
  3. Setzen Sie die Heidelbeerpflanze so ein, dass die Oberkante des Erdballens noch circa fünf Zentimeter aus der Erde herausschaut.
  4. Breiten Sie verrottetes Pflanzenmaterial wie Nadelstreu oder Holzhäcksel um den Wurzelbereich aus.

Ein hoher Humusanteil hält den Boden auch feuchter, was die Sträucher bevorzugen. Aber es bereitet ihnen Probleme, wenn die Nässe sich staut oder der Boden sich verdichtet.

Begleiter: Preisel- und Moosbeeren

Als unmittelbare Nachbarpflanze für die Heidelbeere kommen Preisel- und Moosbeeren infrage. Der Grund: Die Pflanzen bleiben niedrig und gedeihen als Bodendecker unter den Kultur-Heidelbeeren. Die rotschaligen Preisel- und Moosbeeren eignen sich allerdings weniger zum Naschen als vielmehr zur Verarbeitung zu Marmelade, Saft und Chutneys.

Erntezeit: Heidelbeeren ab Ende Juni lesen

Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Sie ist größer und süßer als ihre wild wachsende Verwandte. (Quelle: imago images/Harald Lange)Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Sie ist größer und süßer als ihre wild wachsende Verwandte. (Quelle: Harald Lange/imago images)

Die ersten Früchte können je nach Witterung Ende Juni geerntet werden. Dabei werden die Beeren an einem Fruchtstand nicht gleichzeitig, sondern in Etappen reif. Das hat den Vorteil, dass Sie über mehrere Wochen immer wieder ernten können.

Tipp: Will man von Juli bis September Beeren haben, so sollten verschiedene Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit im Garten gepflanzt werden.

Düngen: In zwei Intervallen düngen

Da Heidelbeeren auf eher armen Böden vorkommen, sollten Sie nur sparsam düngen. Zudem gelten die Pflanzen als sehr salzempfindlich. Es ist daher ratsam, einen Dünger zu verwenden, der für Rhododendren und Azaleen geeignet ist. Ferner sollte die empfohlene Düngermenge in zwei Intervalle aufgeteilt werden:

  1. Intervall: am Anfang der Blüte
  2. Intervall: am Ende der Blüte

Tipp: Grundsätzlich sollte der Dünger nicht punktuell an einer Stelle ausgebracht, sondern gleichmäßig auf dem Wurzelbereich verteilt werden.

Schneiden: Am besten im Frühjahr

Kultur-Heidelbeeren können weit über 30 Jahre alt werden. Damit Sie dauerhaft viele Blaubeeren ernten können, braucht der Strauch regelmäßig einen Schnitt. Die älteren Zweige werden entfernt. Diese erkennen Sie leicht an der kräftigen Rinde. Nur die jungen, glatten Triebe setzen reichlich Blüten an. Wenn Gärtner den Schnitt im Frühling machen, können sie gleichzeitig die alten Fruchtstände abschneiden.

Vitamine und Nährwerte

Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Diese Sorte stammt ursprünglich aus Nordamerika. (Quelle: imago images/imagebroker)Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Diese Sorte stammt ursprünglich aus Nordamerika. (Quelle: imagebroker/imago images)

Heidelbeeren enthalten wichtige Nährstoffe. Zudem haben die Früchte nur wenige Kalorien. So stecken in 100 Gramm nur 37 Kilokalorien. Auch deshalb werden Heidelbeeren gern als sogenanntes Superfood bezeichnet. Im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sollen diese überdurchschnittlich viele Nährstoffe wie Vitamine, Proteine und Antioxidantien enthalten. Eine verbindliche Definition von Superfood existiert laut des Europäischen Informationszentrums für Lebensmittel (EUFIC) jedoch nicht.

Vitamine (Auswahl)Wert pro 100 Gramm
Vitamin A6 μg
Vitamin B120 μg
Vitamin B220 μg
Niacin (Vitamin B3)400 μg
Vitamin B5160 μg
Vitamin B660 μg
Vitamin C22.000 μg
Vitamin E1.850 μg
MineralstoffeWert pro 100 Gramm
Calcium10 mg
Kalium78 mg
Magnesium2 mg
Natrium1 mg
Phosphor13 g

Bienenfreundlich und dekorativ

Die Sträucher liefern nicht nur leckere Beeren, sondern tragen auch rosafarbene bis weiße Blüten. Diese locken Wildhummeln an. Im Herbst schmücken sich die Sträucher mit einer kräftigen Herbstfärbung, die von Gelb über Orange bis Rot geht. Das junge Holz kann bei Sorten wie 'Reka' im Winter leuchtend rot gefärbt sein.

Geeignete Sorten für den Garten

Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Die Sorte 'Reka' ist früh reifend, trägt dunkelblaue Beeren und schmeckt süß-säuerlich. (Quelle: imago images/blickwinkel)Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum): Die Sorte 'Reka' ist früh reifend, trägt dunkelblaue Beeren und schmeckt süß-säuerlich. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Für den Hausgarten empfehlen sich unterschiedliche Sorten von Blaubeeren. Denn auch wenn sich die Pflanzen selbst befruchten, fördert die Fremdbefruchtung den Beerenansatz und die Beerengröße. Diese Sorten sind besonders geeignet:

HeidelbeersorteBesonderheiten
'Spartan'früh reifend, robust
'Elisabeth'spät reifend, aromatisch
'Bluecrop'mittelfrüh reifend, regelmäßige hohe Erträge
'Liberty'spät reifend, gut lagerbar
'Reka'früh reifend, süß-säuerlich
'Hortblue Poppins'mittelfrüh reifend, regelmäßige hohe Erträge

Übrigens: Der Name Poppins geht auf das knackige Fruchtfleisch zurück – und hat nichts mit dem bekannten Kindermädchen Mary Poppins zu tun.

Pflege-Steckbrief

Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum)
Standortsonnig
Bodenhumusreicher, saurer Sandboden
Wuchsein- bis zwei Meter hoher Busch
PflanzenBoden für den Flachwurzler gut vorbereiten 
NachbarpflanzenPreisel- und Moosbeeren
Erntesortenabhängig, Juni bis September
Düngensparsam, vor und nach der Blüte
Schneidenregelmäßig im Frühjahr
Verwendete Quellen:

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