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Fuchsien richtig pflanzen und pflegen: So funktioniert's

Empfindliche Pflanze  

Fuchsie: So blüht sie besonders üppig auf dem Balkon

13.05.2020, 13:04 Uhr | t-online.de, dpa-tmn, ron

Fuchsien richtig pflanzen und pflegen: So funktioniert's. Fuchsie (Fuchsia): Die glockenförmig hängenden Blüten erscheinen den ganzen Sommer. (Quelle: Getty Images/Knaupe)

Fuchsie (Fuchsia): Die glockenförmig hängenden Blüten erscheinen den ganzen Sommer. (Quelle: Knaupe/Getty Images)

Die meisten Balkonpflanzen mögen die pralle Sonne. Einige aber nicht. Zu ihnen gehört die empfindliche Fuchsie. Warum sie dennoch zu den beliebtesten Sommerblumen zählt, lesen Sie hier.

Ursprünglich stammt die Fuchsie (Fuchsia) aus Mittel- und Südamerika sowie Neuseeland. In Europa wurde sie bereits im 19. Jahrhundert zu einer der populärsten Kübelpflanzen. Dabei geht ihr Name auf den deutschen Botaniker Leonhart Fuchs (1501–1566) zurück, einen der Väter der Pflanzenkunde. Posthum wurde die Pflanze ihm zu Ehren so benannt.

Standort: Schattig bis halbschattig

Fuchsien im Balkonkasten fühlen sich im Schatten und Halbschatten am wohlsten. Je nach Sorte gedeihen sie jedoch auch an einem sonnigen Standort. Dazu zählen beispielsweise die traubenblütigen Fuchsien (Triphylla-Hybriden). Ein Standort im Vollschatten ist nicht unbedingt optimal: Hier bildet die Pflanze lange Internodien. Das sind die Stengelbereiche zwischen den Blattknoten – an diesen bilden sich die Blüten.

Ausgepflanzte Fuchsien im Garten gedeihen laut Deutscher Fuchsien-Gesellschaft auch an sonnigen Standorten. Der Boden beziehungsweise Wurzelbereich sollte dann allerdings kühl und ausreichend feucht gehalten werden.

Unser Tipp
Fuchsien in kräftigen Farben können sonniger stehen als solche in hellen Farben.

Erde: Durchlässig und vorgedüngt

Die Sommerpflanzen gedeihen in Kästen, Ampeln oder Kübeln am besten in vorgedüngter Blumenerde. Diese kann durch einen Zusatz von Sand durchlässiger gemacht werden.

Verwendung: Balkon, Terrasse, Garten

Ob buschige Sträucher, hängende Ampelpflanzen oder Hochstämmchen: Fuchsien sind abwechslungsreiche Pflanzen – und deshalb vielseitig für Balkon, Terrasse oder Garten verwendbar. Für Blumenampeln eignet sich zum Beispiel die hängende Sorte der Fuchsie. Ihre zweifarbigen Blüten zeigen sich schon im Frühling und blühen bis in den Herbst hinein. Andere stehende Sorten können in Rabatten gepflanzt werden.

Pflanzen und Umtopfen

Neu gekaufte Fuchsien, aber auch überwinterte Exemplare, sollten Sie erst nach den Eisheiligen ab etwa Mitte Mai ins Freie setzen. In einem Balkonkasten haben pro Meter Kasten fünf bis sieben Pflanzen Platz. Zu diesem Zeitpunkt können überwinterte Pflanzen außerdem noch einmal leicht geschnitten werden.

Fuchsie (Fuchsia): Der Topf sollte nicht zu groß sein, da die Pflanze ansonsten keine stabilen Wurzelballen bildet. (Quelle: imago images/Niehoff)Fuchsie (Fuchsia): Der Topf sollte nicht zu groß sein, da die Pflanze ansonsten keine stabilen Wurzelballen bildet. (Quelle: Niehoff/imago images)

Wenn Sie die Blumen in einen Kübel oder Topf setzen möchten, sollte dieser nicht zu groß sein. Der Grund: Der Wurzelballen kann sich sonst nicht stabil entwickeln. Als Übertopf ungeeignet sind schwarze Plastiktöpfe. Diese heizen sich bei starker Sonneneinstrahlung auf über 40 Grad auf. Experten empfehlen Übertöpfe aus Ton, wobei die Zwischenräume zum Plastiktopf besser auch noch mit Sand oder Kies aufgefüllt werden.

Gießen: Regelmäßig und ausgiebig

Fuchsien stammen aus regenreichen Gebieten und haben einen hohen Wasserbedarf. Vor allem an heißen Tagen sollte die Pflanze daher ausgiebig gegossen werden. Abflusslöcher im Topfboden verhindern Staunässe. Vor jeder Wassergabe sollte die oberste Erdschicht aber angetrocknet sein.

Düngen: Hoher Nährstoffbedarf

Sie sind hungrige Pflanzen und benötigen viele Nährstoffe. Daher sollten Fuchsien einmal wöchentlich mit Flüssigdünger im Gießwasser versorgt werden. Diese Nährstoffzugabe ist vor allem während ihrer Wachstums- und Blütephase wichtig: Das heißt von März bis August.

Fuchsien (Fuchsie): Die Sommerpflanze ist in verschiedenen Farbkombinationen erhältlich. (Quelle: Getty Images/elenaleonova)Fuchsien (Fuchsie): Die Sommerpflanze ist in verschiedenen Farbkombinationen erhältlich. (Quelle: elenaleonova/Getty Images)

Blütezeit: Farbenfrohe Fuchsien

Fuchsien blühen von Mai bis Oktober. Die Blüten entspringen meist paarweise aus den Blattachseln und schaukeln an dünnen, hängenden, zwei bis acht Zentimeter langen Stielen. Weiß, Rosa, Rot oder Violett, das Farbspektrum der unverkennbaren Blüten ist vielfältig.

Pflege: Ausputzen und ausbrechen

Verblühte Pflanzenteile werden möglichst schnell entfernt, um Platz für neue Triebe zu schaffen. Zudem empfiehlt es sich im Frühjahr, die Triebspitzen auszubrechen, um möglichst dichte Fuchsien zu bekommen. Entfernen Sie dabei die noch nicht verholzten, weichen Triebspitzen. An diesen Stellen bilden sich dann neue Seitentriebe.

Balkon-Fuchsien überwintern

Als Vorbereitung zum Überwintern wird bereits im August das Düngen eingestellt. So gehen die Triebe gut ausgereift in die Winterruhe. Auch die Wasserzufuhr wird ab Mitte September gedrosselt. Vor dem Einlagern werden die Triebe um ein Drittel gekürzt.

Fuchsie (Fuchsia): Das Farbspektrum reicht von violett über rot und rosa bis weiß. (Quelle: imago images/imagebroker/begsteiger)Fuchsie (Fuchsia): Das Farbspektrum reicht von violett über rot und rosa bis weiß. (Quelle: imagebroker/begsteiger/imago images)

Im späten Herbst, vor dem ersten Winterfrost, werden Fuchsien in einen dunklen, fünf bis zehn Grad Celsius kühlen Raum zur Überwinterung gestellt. Ab März können die Pflanzen wieder heller platziert werden. Das treibt ihr Wachstum neu an.

Winterharte Freiland-Fuchsien

Viele Fuchsien im Freiland sind bedingt winterhart, vor allem die den Wildformen nahen Sorten. Dies gilt aber nicht für Kübel-, sondern nur für Gartenpflanzen. In diesem Fall verhalten die Fuchsien sich wie Stauden. Die oberirdischen Teile frieren zurück, im Frühjahr treiben die Fuchsien dann neu aus.

Im Herbst werden die Pflanzen zur Vorbereitung auf den Winter auf etwa 20 bis 30 Zentimeter zurückgeschnitten und zum Schutz vor Frost mit Reisig oder Mulch bedeckt. Erfrorene Triebe werden im nächsten Frühjahr zurückgeschnitten.

Fuchsien (Fuchsia): Die Pflanzen eignen sich sowohl für den Balkonkasten als auch für die Blumenampel. (Quelle: Getty Images/phanasitti)Fuchsien (Fuchsia): Die Pflanzen eignen sich sowohl für den Balkonkasten als auch für die Blumenampel. (Quelle: phanasitti/Getty Images)

Winterharte Fuchsien können das ganze Jahr über ins Freie, zum Beispiel in den Garten, ausgepflanzt werden. Zwar gedeihen im Sommer auch nicht-winterharte Arten in Beeten und Rabatten, doch sollten diese im Herbst ausgegraben und frostfrei überwintert werden.

Fuchsien vermehren

Fuchsien lassen sich leicht über Stecklinge vermehren. Der geeignete Zeitpunkt dafür ist der Frühling. Der Steckling sollte zwei Blattpaare besitzen. In Anzuchterde gelingt das Bewurzeln am besten. Die Stecklinge brauchen einen hellen und warmen Standort. Eine durchsichtige Plastikfolie garantiert eine hohe Luftfeuchtigkeit. Haben die Stecklinge Wurzeln entwickelt, werden sie in größere Töpfe gepflanzt.

Pflege-Steckbrief

Fuchsie (Fuchsia)
Standortschattig bis halbschattig, einige Sorten sonnig
Erdedurchlässig, nährstoffreich
Pflanzenab Mitte Mai nach den Eisheiligen
Gießenregelmäßig, ausgiebig
Düngenwöchentlich: März bis August
BlütezeitMai bis Oktober
Pflegeregelmäßig Verblühtes ausputzen
ÜberwinternTopf-Fuchsien: ab Spätherbst dunkel und kühl stellen
Winterharte SortenFreiland-Fuchsien: zurückschneiden und abdecken
Vermehrenmit Stecklingen
Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Deutsche Fuchsien-Gesellschaft e. V.: "Winterharte Sorten"
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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