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Tomaten selbst ziehen: Tipps zur Aufzucht und Pflege der Pflanzen

Eigenanbau  

Tomaten selbst ziehen: So gedeihen die Pflanzen

04.06.2019, 10:03 Uhr | dpa-tmn, t-online.de

Tomaten selbst ziehen: Tipps zur Aufzucht und Pflege der Pflanzen. Tomaten am Strauch: Eine üppige Ernte erhalten Sie vor allem mit selbst veredelten Tomatenpflanzen. (Quelle: Getty Images/fotokostic)

Tomaten am Strauch: Eine üppige Ernte erhalten Sie vor allem mit selbst veredelten Tomatenpflanzen. (Quelle: fotokostic/Getty Images)

Wer seine Tomaten selbst zieht, hat nicht nur immer kostengünstiges Gemüse frisch zur Hand. Man kann auch sicher sein, dass die Pflanzen nicht mit Schadstoffen belastet sind. Tomaten selbst anzubauen ist nicht schwer.

Unter den richtigen Bedingungen zieht der Gärtner mindestens genauso schöne Tomaten heran, wie es im Handel zu kaufen gibt. Und wer diese Tipps für den Tomatenanbau beachtet, kann auch fast nichts mehr falsch machen.

In einem kleinen Gewächshaus kann die Aufzucht der Tomatenpflanzen bereits ab Mitte März beginnen. Bei Freilandtomaten oder Pflanzen für den Frühbeetkasten kann man mit der Vorkultur auf der Fensterbank bis Ende März warten. Wie Sie mit einem Frühbeet  mit Vorsprung ins Gartenjahr starten, erfahren Sie hier. 

Tomatensamen brauchen Temperaturen um 24 Grad

Damit Sie Erfolg bei Ihrer Anzucht haben, benötigen Sie neben gutem Saatgut auch ein hochwertiges Substrat und eine gute Aussaatkisten. Das Substrat, in die Sie die Samen geben, sollte faserig, locker und nährstoffarm sein. Eine gute Aussaatkiste hat eine Höhe zwischen drei und fünf Zentimetern. Sie sollte zudem Abzugslöcher haben, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Zum Keimen benötigen die Tomatensamen Temperaturen um 24 Grad.

Sind die ersten Keimblätter sichtbar, können Sie die Jungpflanzen an einen hellen Ort stellen und die Temperatur auf 21 Grad reduzieren. An einem hellen, etwas kühleren Standort wachsen die Keimlinge kompakter heran. Wichtig ist zu wissen, dass selbst gezogene Pflanzen schnell zu lang werden, wenn sie bei warmen Temperaturen zu wenig Licht bekommen. Dem können Hobbygärtner vorbeugen, indem sie möglichst lange mit der Anzucht warten. Sind die Tage länger, gelingt dies besser.

Tomatenpflanzen pikieren

Außerdem müssen die Sämlinge frühzeitig pikiert, also auseinandergesetzt werden, wenn sie zu dicht stehen. Den richtigen Zeitpunkt erkennen Sie, wenn sich nach den Keimblättern das erste Blätterpaar ausgebildet hat. Einige Stunden vor dem Umsetzen sollte man die Pflänzchen gut wässern.

Beim Pikieren sollten Sie unbedingt darauf achten, die kleinen Wurzeln nicht zu verletzen. Im Handel gibt es dafür spezielle Hilfen wie den Pikierstab. Es eignet sich aber auch ein Teelöffel oder ein alter Kugelschreiber.

Tomatenpflanze wird pikiert: Pflanzen Sie junge Tomatenpflanzen in eine Schale mit Anzuchterde. (Quelle: imago images/Waldemar Boegel)Tomatenpflanze wird pikiert: Pflanzen Sie junge Tomatenpflanzen in eine Schale mit Anzuchterde. (Quelle: Waldemar Boegel/imago images)

Tomatensämlinge in Kräutererde topfen

In den nächsten Tagen sollten die Pflänzchen nicht in der vollen Sonne stehen. Setzen Sie die Pflanzen in ein Substrat für Topfkräuter in Bioqualität. Dieses enthält viele Nährstoffe, sodass das Wachstum nicht übermäßig angekurbelt wird. Mehr als einen Sack mit solchem Substrat können Sie dafür innerhalb eines Jahres aufbrauchen.

Pflanzen lieber etwas trocken halten

Während der sogenannten Anwuchsphase werden die Jungpflanzen nicht nur mäßig mit Nährstoffen versorgt, sondern auch eher etwas zu trocken gehalten. Die Pflanzen wachsen dann gedrungen – und das legt den Grundstein für einen frühen Blütenansatz.

Tomaten erst nach den Eisheilgen auspflanzen

Die kleinen Pflanzen kommen erst um den 15. Mai ins Freie, also erst nach den Eisheiligen. Tomaten im Kübel beziehungsweise im Topf können bereits früher ins Freie. Wird es noch mal kalt, kommen die Gefäße nah an die Hauswand oder werden mit Vlieshauben geschützt.

Tomatensamen selbst ernten

Mit der Ernte der Tomaten sorgt der Hobbygärtner auch gleich wieder für die nächste Generation im kommenden Jahr. Bei einer samenfesten Sorte – also keine F1-Hybridsorte –  können Sie die Samen selber ernten und daraus die gleiche Sorte erhalten. Die so gewonnenen Tomatensamen halten zwischen zwei und sechs Jahren, wenn sie an einem dunklen Ort bei niedrigen Temperaturen gelagert werden.

Veredelung für Experimentierfreudige

Hobbygärtnern, die Freude am Experimentieren haben,können Ihre Tomaten auch veredeln. Diese Pflanzen sind teilweise gesünder, ertragreicher und sie wachsen besser. Im Handel gibt es dafür fertige Sets. Zur Veredelung werden zwei verschiedene Tomaten ausgesät. Die eine ist die Unterlage, und die andere bildet die Veredelung. Die Unterlagensorte muss vor allem eine kräftige Wurzel ausbilden, die Edelsorte dagegen sollte in erster Linie hochwertige Früchte bringen.

Zunächst wird die Unterlage ausgesät. Häufig ist bei den Pflanzen die Keimfähigkeit etwas schlechter. Aus diesem Grund sollten Sie diesen Pflanzen einen kleinen Vorsprung geben. Bei der Aussaat der Edelsorte achten Hobbygärtner am besten auf einen weiten Abstand zwischen den einzelnen Samen, um die Pflanzen später nicht vereinzeln zu müssen.

Hat die Unterlage vier Blätter ausgebildet, wird sie unterhalb der Keimblätter waagerecht geköpft. Nun steckt der Hobbygärtner einen Keramikstift zur Stabilisierung in den Trieb. Darauf kommt der abgeschnittene Kopf des Sämlings der Edelsorte. Nach fünf Tagen sind die beiden Teile zusammengewachsen. Bis dahin müssen die Pflanzen mit Wasser besprüht werden, damit sie nicht welk werden. Gut ist ein heller Standort. Vermeiden Sie allerdings pralle Mittagssonne.

Balkontomaten sind perfekt für Anfänger

Die Sorten sollten Hobbygärtner auch danach aussuchen, wie sie die Früchte verwenden möchten.



Für Anfänger eignen sich Balkontomaten. Sie sind pflegeleicht, und die Seitentriebe müssen nicht regelmäßig ausgebrochen werden. Die Pflanzen werden so groß wie Geranien.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

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