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Hausmittel zum Düngen und gegen Schädlinge

Gegen Mehltau, Blattläuse und Co  

Diese Hausmittel machen Pflanzen robuster

17.05.2020, 10:26 Uhr
Hausmittel zum Düngen und gegen Schädlinge. Gartenarbeit: Dünger macht Pflanzen robust gegen Schädlinge und Krankheiten. (Quelle: Getty Images/DavidPrahl)

Gartenarbeit: Dünger macht Pflanzen robust gegen Schädlinge und Krankheiten. (Quelle: DavidPrahl/Getty Images)

Schädlinge, Pilze und Krankheiten setzen Pflanzen stark zu. Umso besser ist es, wenn die Bekämpfungsmethoden das Gewächs nicht noch zusätzlich belasten. Mit einigen Hausmitteln bekämpfen Sie Schädlinge, beugen Krankheiten vor und schützen Ihre Pflanzen.

Damit Pflanzen robust sind und Krankheiten oder einen Schädlingsbefall gut überstehen, sollten sie nicht mit chemischen Düngern oder Pflanzenschutzmitteln behandelt und dadurch geschwächt werden. Es gibt auch Hausmittel wie Brennnesseln, Kaffee, Knoblauch oder Zwiebeln, die ebenso effektiv und zudem auch noch günstig sind. Darüber hinaus hemmen sie das Wachstum der Pflanze nicht, sondern stärken sie auch noch. 

Tee, Brühe oder Jauche?

Bei den Hausmitteln gibt es unterschiedliche Formen der Zubereitung. Einige werden lediglich wie ein Tee aufgegossen. Aus anderen soll eine Brühe hergestellt werden. Und bestimmte natürliche Mittel wirken nur, wenn aus ihnen eine Jauche hergestellt wird.

Tee

Für einen Tee oder Aufguss schneiden Sie frische oder getrocknete Blätter klein. Übergießen Sie diese dann mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee für 24 Stunden ziehen.

Brühe

Bei der Herstellung einer Brühe werden die zerkleinerten Blätter mit kochendem Wasser aufgegossen. Nun müssen sie 24 Stunden ziehen. Anschließend wird das Gemisch noch einmal für 20 Minuten aufgekocht. Decken Sie den Sud dann wieder zu, bis er ausreichend abgekühlt ist.

Jauche

Eine Jauche herzustellen, bedarf etwas mehr Zeit und Geduld. Hierfür werden die frischen Blätter zerkleinert und in einen Behälter mit etwas Wasser gegeben. Hier verbleiben sie teilweise bis zu zwei Wochen. Rühren Sie das Gemisch täglich um. Sobald die Jauche nicht mehr schäumt, ist sie fertig. Wichtig ist, dass Sie das Ganze mit Wasser im Verhältnis 1:10 (Jauche:Wasser) verdünnen. Andernfalls ist das Mittel zu stark und kann Ihre Pflanzen verätzen. Da die Jauche trotz Verdünnung sehr stark ist, sollten Sie damit nur Pflanzenteile behandeln, die befallen oder krank sind beziehungsweise nur den Boden um das Gewächs herum behandeln.

Welche Hausmittel helfen gegen was?

Brennnessel

Brennnessel: Das Wildkraut wirkt als Jauche wahre Wunder. (Quelle: Getty Images/grejak)Brennnessel: Das Wildkraut wirkt als Jauche wahre Wunder. (Quelle: grejak/Getty Images)

Brennnesseln gelten zwar als Unkraut, können Ihren Pflanzen allerdings einiges Gutes tun – sowohl als Dünger als auch als Pflanzenschutzmittel. Geben Sie etwa ein Kilogramm zerkleinerte, frische oder 200 Gramm getrocknete Brennnesseln in einen großen Eimer. Gießen Sie alles mit zehn Litern Wasser auf. Rühren Sie die Mischung gut um und decken Sie den Eimer mit einem luftdurchlässigen Material ab. So verhindern Sie, dass Fremdstoffe hineinfallen. Die entstehenden Gase können dennoch entweichen.

Tipp
Die Geruchsentwicklung bei der Jauche ist sehr stark. Dies lässt sich durch die Zugabe von Gesteinsmehl etwas unterbinden.

Bilden sich keine Blasen oder Schaum mehr beim Umrühren, ist die Jauche fertig. Das ist nach etwa zwei Wochen der Fall. Filtern Sie nun alles durch ein Sieb. Wichtig ist, das Filtrat vor der Anwendung mit Wasser zu verdünnen, damit es nicht zu stark ist. Wenn Sie die Jauche als Dünger einsetzen, können sollten Sie sie im Verhältnis 1:20 verdünnen. Die Mischung können Sie dann gleich als Gießwasser verwenden. Zur Schädlingsbekämpfung wird die Jauche im Verhältnis 1:10 verdünnt. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche und benetzen Sie damit die von den Schädlingen befallenen Pflanzenteile. Einige wenden die Jauche unverdünnt bei der Schädlingsbekämpfung an. Dies kann die Blätter jedoch stark schädigen. Unverdünnt sollten Sie das Mittel daher nur zielgenau auf die Schädlinge anwenden.

Achtung
Wenden Sie Brennnesseljauche nicht zur Schädlingsbekämpfung auf Nutzpflanzen an.

Eine Brennnesseljauche ist eine gute Alternative zum Dünger. Die Jauche kräftigt sowohl Blüh- und Obstpflanzen, als auch Gemüsesorten wie Tomaten, Gurken, Zucchini, Kohl und Porree. Der intensive Geruch der Jauche hält zudem Schädlinge wie Läuse und Spinnmilben fern. Dieselbe Wirkung haben allerdings auch andere Pflanzen wie Lavendel, Salbei oder Wermut. 

Knoblauch oder Zwiebel

Knoblauch und Zwiebeln können sowohl als Pflanze als auch als Knolle die Widerstandskraft anderer Pflanzen gegen Schädlinge und Pilzkrankheiten erhöhen.

Als Sud eignen sie sich ideal zur Bekämpfung von Mehltau oder Rosenrost. Der Pflanzenexperte René Wadas rät, dafür eine Zwiebel- oder eine Knoblauchknolle in kleine Stücke zu schneiden und alles für etwa 20 Minuten in einem Liter Wasser zu köcheln. Nachdem der Sud abgekühlt ist, wird er im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt und auf die befallenen Stellen aufgetragen. Wiederholen Sie den Vorgang am besten mehrmals morgens und abends.

Aber auch als Nachbarpflanze sind Knoblauch und Zwiebeln optimal fürs Beet. Richtig platziert, können sie andere Gewächse vor Blattläusen und Milben schützen. 

Neben Insekten schützen Knoblauch und Zwiebel Ihre Pflanzen auch vor schädlichen Nagetieren wie Wühlmäusen. Die Tiere sind sehr geruchsempfindlich und werden durch die starken Ausdünstungen der Knollen vertrieben. 

Rainfarn

Rainfarn: Rainfarn (Tanacetum vulgare) wird auch als Wurmkraut bezeichnet. (Quelle: Getty Images/senata)Rainfarn: Rainfarn (Tanacetum vulgare) wird auch als Wurmkraut bezeichnet. (Quelle: senata/Getty Images)

Durch die ätherischen Öle in diesem Gewächs werden Schnecken und andere Gartenschädlinge wie Raupen, Blattläuse oder Kartoffelkäfer vertrieben. Rainfarn (Tanatecum vulgare) können Sie sowohl als Nachbarpflanze zwischen Ihre Beetpflanzen setzen, als auch als Aufguss oder Jauche zubereitet einsetzen. 

Um beispielsweise einen Möhrenfliegenbefall zu vermeiden, können Sie aus Rainfarn einen Aufguss herstellen und mit diesem mehrmals morgens und abends die entsprechenden Pflanzen besprühen. Auch Ihre Rosen können Sie mit der Mischung besprühen, um hier ebenfalls einen Schädlingsbefall oder Pilzkrankheiten wie Mehltau vorzubeugen. 

Tipp
Wenn Sie Rainfarm nicht in Ihrem Garten anpflanzen möchten, können Sie das Gewächs auch im Juni am Wegesrand ernten, um daraus die entsprechenden Mittel herzustellen. Es ist sowohl frisch als auch in getrockneter Form verwertbar. 

Um einen Sud herzustellen, brauchen Sie zwei Handvoll frischen Rainfarn. Zupfen Sie die Blätter von den Stielen und kochen Sie die Mischung in einem Topf mit einem Liter Wasser auf. Lasen Sie anschließend alles für etwa ein bis zwei Stunden ziehen. Ist der Sud abgekühlt, fischen Sie die Blätter aus dem Sud und verdünnen diesen im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Wadas empfiehlt, bei einem stärken Schädlingsbefall das Mischverhältnis auf bis zu 1:5 zu reduzieren. 

Tipp
Wenn Sie getrocknete anstatt frische Blätter verwenden, reichen für die Zubereitung 30 Gramm Rainfarn.

Ackerschachtelhalm

Einen effektiven und ökologischen Schutz bietet auch Ackerschachtelhalm. Ein Sud hieraus macht Ihre Pflanzen robust gegen zahlreiche Pilzkrankheiten wie Mehltau, Grauschimmel oder Schorf. Aber auch gegen Blattläuse hilft das Hausmittel. 

Geben Sie 150 bis 200 Gramm Ackerschachtelhalm, eine Zwiebel, eine Knoblauchknolle und zwei Esslöffel Öl in rund ein Liter Wasser. Lassen Sie alles für etwa 15 Minuten köcheln. Nachdem der Sud abgekühlt ist, gießen Sie ihn durch ein Sieb. 

Tipp
Wenn Sie getrocknete Ackerschachtelhalm-Blätter verwenden, reichen für die Herstellung des Suds 20 bis 30 Gramm aus. 

Vor der Anwendung sollten Sie den Sud im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnen. Geben Sie das Gemisch dann in eine Sprühflasche und benetzen Sie die betroffenen Pflanzen einmal in der Woche morgens damit. Lassen Sie dabei die Blüten aus. Die Kur sollte im Frühling und Sommer angewandt werden, um die Widerstandskraft der behandelten Gewächse gegen Mehltau und Blattläuse zu erhöhen.

Achtung
Verwenden Sie für die Herstellung des Suds nur die grünen, oberirdischen Triebe des Ackerschachtelhalms. Haben diese Flecken oder sind welk, sollten Sie sie nicht ernten. Achten Sie zudem darauf, dass Sie beim Sammeln den Ackerschachtelhalm nicht mit dem Sumpfschachtelhalm verwechseln. Dieser ist giftig.

Beinwell

Beinwell: Die Wurzel des Beinwell (Symphytum officinale) wird in der Heilkunde verwendet. (Quelle: Getty Images/Kerrick)Beinwell: Die Wurzel des Beinwell (Symphytum officinale) wird in der Heilkunde verwendet. (Quelle: Kerrick/Getty Images)

Eine weitere Nutzpflanze, mit der Sie die Widerstandskraft anderer Pflanzen erhöhen können, ist Beinwell (Symphytum officinale). Als Jauche eingesetzt, ist es ein guter, biologischer Dünger. Der Grund: Beinwell ist reich an Kalium, was besonders Tomaten und Kartoffeln zu Gute kommt. Das Wurzelwachstum und die Frucht- und Knollenbildung werden angeregt und gefördert. 

Die Beinwell-Jauche sollten Sie nur mit Wasser verdünnt anwenden. Das Verhältnis 1:10 ist für den Einsatz als Düngeralternative optimal. Beachten Sie beim Auftragen, dass Sie nur das Wurzelwerk mit der Jauche behandeln. Andere Pflanzenteile könnten durch die hohe Konzentration geschädigt werden.

Holunder

Gegen Wühlmäuse und Maulwürfe im Garten hilft neben Knoblauch und Zwiebeln auch Holunder. Seine starken, ätherischen Öle stören die geruchsempfindlichen Tiere. Stellen Sie hierfür eine Jauche aus etwa einem Kilogramm frischen Holunderblättern und zehn Litern Wasser her. Das Gemisch geben Sie anschließend morgens und abends auf die Eingänge zum Bau der Tiere. 

Wermut

Wenn Sie Schnecken, Blattläuse und andere Pflanzenschädlinge in Ihrem Garten gleichzeitig bekämpfen möchten, ist Wermut das geeignete Hausmittel.

Besprühen Sie die von Schnecken oder von saugenden Schädlingen wie Blattläusen befallenen Pflanzen morgens und abends mit Wermuttee. Die starken ätherischen Öle vertreiben die Tiere. 

Zum Schutz Ihres Rasens vor Ameisen eignet sich Wermut-Jauche. Sie wird aus 300 Gramm frischen beziehungsweise 30 Gramm getrockneten Wermutblätter und zehn Litern Wasser hergestellt. Verdünnt mit Wasser (1:10) wird die Mischung regelmäßig auf die Ameisenhügel gegeben.

Kaffee

Mit Kaffeesatz lassen sich nicht nur Gartenschädlinge wie Schnecken oder Trauermücken bekämpfen. Aufgrund seines hohen Anteils an Schwefel, Stickstoff und Phosphor ist er auch ein effektiver, biologischer Dünger. Wegen seines leicht sauren pH-Werts eignet sich das Hausmittel gut zum Düngen von Pflanzen wie Rhododendren oder Hortensien.

Als Düngeralternative reichen bereits zwei Handvoll Kaffeesatz pro Pflanze aus. Sie werden dann leicht in den Boden eingearbeitet, damit die Nährstoffe direkt zu den Wurzeln der Pflanze gelangen können. 

Tipp
Kaffeesatz sollten luftig ausgebreitet trocknen können. Andernfalls kann sich Schimmel bilden, was den damit gedüngten Pflanzen wiederum schadet.

Mit kaltem, abgestandenem Kaffee können Sie Ihre Zimmerpflanzen düngen und darüber hinaus auch Trauermücken und Blattläuse vertreiben. Verdünnen Sie das Getränk vor der Anwendung 1:1 mit Wasser und geben Sie es alle zwei Wochen in den Topf. 100 Milliliter pro Pflanze reichen aus. Das Koffein schadet den Larven der Trauermücken. Für die Bekämpfung von Blattläusen wird der verdünnte Aufguss mit einem Zerstäuber auf die befallenen Pflanzenteile auftragen.  

Mineralwasser

Mineralwasser enthält Kalium, Magnesium und Natrium. Diese Mineralstoffe sind bereits im Wasser gelöst und können somit leichter von der Pflanze aufgenommen werden. Alle zwei bis vier Wochen können Sie so Ihre Gewächse günstig mit Nährstoffen versorgen. Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihre Pflanze nur gelegentlich mit dem Getränk gießen und stilles oder abgestandenes Mineralwasser verwenden. 

Info
Nicht jede Pflanze verträgt Mineralwasser. Lässt sie anschließend de Blätter hängen, sollten Sie wieder mit Regenwasser oder Leitungswasser gießen.

Tee

Besonders schwarzer und grüner Tee eignen sich als biologische und günstige Alternative zu konventionellen Düngern. Bereiten Sie hierfür eine Tasse Tee wie gewohnt zu. Benutzen Sie zum Aufgießen allerdings nur Wasser mit einer Temperatur von bis zu 80 Grad. So vermeiden Sie, dass die in den getrockneten Pflanzen enthaltenen Antioxidantien zerstört werden. Denn genau diese Inhaltsstoffe unterstützen die Widerstandskraft Ihrer Gewächse. 

Info: Natürlicher Dünger

Aufguss, Sud und Jauche sind zwar gut für Ihre Pflanzen und belasten diese nicht so sehr wie beispielsweise chemische Düngemittel. Dennoch sollten Sie zwischen den natürlichen Alternativen wechseln und sich nicht ausschließlich auf ein Produkt versteifen. So bieten Sie Ihren Pflanzen eine ausgewogene Nährstoffzufuhr.


Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • René Wadas: "Der Pflanzenarzt. Ein gesunder Garten ohne Chemie"
  • Verbraucherinformationsdienst aid
  • Bayerische Gartenakademie
  • Landwirtschaftskammer NRW
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
  • Ndr
  • Mein schöner Garten
  • Hausgarten
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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