Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Insekten >

Vom Ohrenkneifer gekniffen: Ist er für Menschen gefährlich?

Unbeliebter Mitbewohner  

Ohrenkneifer: Ist er nützlich oder gefährlich?

29.07.2021, 11:19 Uhr | dpa-tmn, t-online, ron

Vom Ohrenkneifer gekniffen: Ist er für Menschen gefährlich?. Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia): Er frisst Blattläuse, aber auch Pflanzenteile. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia): Er frisst Blattläuse, aber auch Pflanzenteile. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Er sieht zweifellos bedrohlich aus: der Ohrenkneifer. Bis heute hält sich die Legende, dass er in menschliche Ohren krabbeln und das Trommelfell zerbeißen soll. Dabei ist er alles andere als gefährlich – sondern nützlich.

Egal ob in der Wohnung, im Garten oder auf dem Balkon: Viele Menschen stören sich an den hierzulande bis zu 25 Millimeter langen Ohrwürmern – und möchten sie so schnell wie möglich wieder loswerden.

Ein Grund: Mit ihren langen Antennen am Kopf, der Zange am Hinterleib sowie den gelblichen Beinen gehören sie nicht zu den attraktivsten Insekten – und wirken gar wie Schädlinge. Doch der Eindruck täuscht.

Ohrenkneifer: Warum heißt er so?

Eigentlich ist sein Name Ohrwurm, wie das Musikstück, das nicht mehr aus dem Ohr will. Aber auch diese Bezeichnung ist irreführend. Denn: Der Ohrwurm wurde in der Medizin des Mittelalters als Arznei eingesetzt. Zu Pulver zerrieben, sollten die toten Insekten dem Menschen bei Ohrenschmerzen helfen – daher sein Name. Im Laufe der Jahrhunderte bekam er aber mehr und mehr seinen schlechten Ruf, auch aufgrund seiner gefährlich wirkenden Zangen oder Kneifer.

Wo lebt der Ohrwurm?

Der Ohrenkneifer lebt in Gärten und Parks, ist aber auch auf Balkon und Terrasse zu finden. Er zählt zu den wärmeliebenden Insektenarten und ist nacht- beziehungsweise dämmerungsaktiv. Gern versteckt er sich tagsüber dort, wo es dunkel ist, zum Beispiel unter Blattlaub, oder er kriecht unter Steine und Blumentöpfe. Auch in dunklen Ecken und Winkeln von Wohnungen gefällt es ihm.

Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia): Er sonnt sich auch gern einmal auf einem Stein. (Quelle: imago images/blickwinkel)Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia): Er sonnt sich auch gern einmal auf einem Stein. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Ist er für Menschen gefährlich?

Weder die Zangen am Hinterleib noch die scharfen Mundwerkzeuge sind für den Menschen gefährlich. Dafür sind diese schlichtweg zu schwach. Die kneiferähnlichen Zangen helfen vor allem bei der Jagd, um Beute wie tierische Schädlinge zu ergreifen. Dass Ohrenkneifer ins menschliche Ohr krabbeln, dort das Trommelfell zerbeißen und Eier ablegen, ist demnach nur eine Legende.

Ist der Ohrwurm nützlich oder schädlich?

Ohrwürmer gehören grundsätzlich nicht zu den Schädlingen. Die Insekten sind vielmehr Nützlinge im Garten, da sie Blatt- sowie Blutläuse vertilgen und die Eier von Gespinstmotten, Milben und Apfelwicklern fressen.

Neben Pflanzenteilen stehen zudem Blüten auf seinem Speiseplan. Obst kann er nur anfressen, wenn es bereits schadhafte Stellen gibt. Der Grund: Der Ohrwurm kann die harte Fruchtschale mit seinen Mundwerkzeugen nicht durchdringen.

Wie vertreibt man den Ohrenkneifer?

Ohrwürmer ernähren sich von Insekten und von Pflanzen. Manchen Hobbygärtner stört letzteres. Aber befallene Pflanzen oder Blumenkübel auf dem Balkon lassen sich einfach befreien: Man muss den Insekten nur eine Falle oder ein besseres Zuhause anbieten, genauer gesagt ein Hochhaus beziehungsweise Ohrenkneiferhotel. Und so gehen Sie vor:

  1. Füllen Sie kleine Blumentöpfe aus Ton mit Stroh.
  2. Stülpen Sie Netze darüber und knoten Sie diese zu. Oder stecken Sie kleine Gitter davor, sodass das Stroh im Topf bleibt.
  3. Hängen Sie die Gefäße nun kopfüber nahe der befallenen Pflanzen auf.

Ohrenkneiferhotel am Obstbaum: Die lichtscheuen Insekten verstecken sich darin. So sind sie leicht umzusiedeln. (Quelle: imago images/Panthermedia)Ohrenkneiferhotel am Obstbaum: Die lichtscheuen Insekten verstecken sich darin. So sind sie leicht umzusiedeln. (Quelle: Panthermedia/imago images)

Spätestens nach drei bis vier Tagen sollten die Ohrwürmer in ihr neues Hochhaus gezogen sein. Dann können Sie die Töpfe mit den Insekten außer Reichweite der ursprünglich befallenen Pflanze bringen.

Ohrwurm in Haus und Wohnung: So beugen Sie vor

Obwohl Innenräume nicht zu den bevorzugten Aufenthaltsorten zählen, krabbeln Ohrwümer hin und wieder in die Wohnung, Gartenlaube oder den Hausflur. Deshalb sollten Sie dem vorbeugen:

  • Wenn Sie im Herbst Balkon- und Kübelpflanzen ins Haus holen, kontrollieren Sie die Pflanzgefäße, das Blattwerk sowie die Erde auf etwaige Ohrwürmer.
  • Wenn Sie Wäsche im Freien getrocknet haben, schütteln Sie diese sorgfältig aus, bevor Sie sie ins Haus bringen. Oft haben sich Ohrenkriecher darin versteckt.

Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia): Gern macht er es sich auch in Innenräumen bequem. (Quelle: imago images/Action Pictures)Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia): Gern macht er es sich auch in Innenräumen bequem. (Quelle: Action Pictures/imago images)

Hat sich ein Ohrwurm dennoch in Ihren Innenräumen häuslich eingerichtet, fangen Sie ihn mit einem Stück Papier ein, lassen Sie ihn in ein Glas gleiten und setzen ihn draußen wieder aus.

Lässt sich der Ohrwurm nicht so leicht einfangen, empfiehlt sich eine sogenannte Stoff-Falle. Feuchten Sie alte Stoffreste an, falten Sie diese zusammen und legen Sie sie über Nacht dort aus, wo Sie den Ohrwurm vermuten. Das feuchtigkeitsliebende Insekt wird sich darin verkriechen und Sie können es am anderen Tag ins Freie bringen.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Insekten

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: