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Mais anbauen: Die Vielfalt einer alten Kulturpflanze

Von dpa
Aktualisiert am 15.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Mais eignet sich auch f├╝r den Anbau im eigenen Garten - der ideale Partner f├╝r Kartoffeln, Zucchini und Salat.
Mais eignet sich auch f├╝r den Anbau im eigenen Garten - der ideale Partner f├╝r Kartoffeln, Zucchini und Salat. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa/dpa-tmn./dpa)
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Malberg (dpa/tmn) - Mais wird heute ├╝berwiegend als Tierfutter und f├╝r die Produktion von Biogas angebaut. Oft habe er durch die "Vermaisung" der Landschaft sowie den recht hohen D├╝nger- und Pestizideinsatz im professionellen Anbau keinen guten Ruf in der Bev├Âlkerung.

Dabei war das Getreide, das urspr├╝nglich aus Mexiko stammt, einst Nahrung f├╝r Menschen, sagt Sibylle Maurer-Wohlatz vom Bund f├╝r Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Sie pl├Ądiert daf├╝r, das Getreide wieder zur├╝ck in die G├Ąrten zu holen.

Sortenvielfalt zeigt sich auch in Farben und Formen

Mit dieser Idee ist nicht allein: Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzen (VEN) hat denMais als Gem├╝se des Jahresgek├╝rt. "Es gilt eine gro├če Vielfalt an verschiedenen Maisformen zu erhalten", sagt Christiane Wagner, G├Ąrtnerin aus Malberg, die Mitglied im Verein ist.

Die Vielfalt der alten Kulturpflanze, die mit dem Seefahrer Christof Kolumbus im 15. Jahrhundert von S├╝damerika nach Spanien gelangte, ist sichtbar. Die Farbpalette der Kolben reicht von Wei├č ├╝ber Gelb und Ocker, bis hin zu Violett, Blau und fast Schwarz. "Die Kolben sind getigert, gepunktet oder gefleckt in diesen Farben", sagt Wagner.

Typischerweise ist die Form der Kolben l├Ąnglich, es gebe aber auch kugelige Varianten. Die Pflanzenh├Âhen variieren zwischen 80 und 300 Zentimetern. Insgesamt gibt es mehrere tausend Sorten.

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Weichmais, Zuckermais, Perlmais

Diese Sorten haben Experten je nach Nutzen in verschiedene Gruppen eingeteilt. Zum Hartmais z├Ąhlen die ersten nach Europa gelangten Maissorten. "Daraus kann Mehl und Polenta hergestellt werden", erl├Ąutert Wagner. Heutzutage ist er auch als Tierfutter beliebt.

Weichmais enth├Ąlt sehr viel St├Ąrke. In S├╝damerika hat er gro├če Bedeutung als Nahrungsmittel - man kann ihn leicht mahlen und aus dem Mehl Tortilla, Taco und Enchillada zubereiten. Als besondere Sorte dieser Gruppe nennt Maurer-Wohlatz den 'Mouch├ę de Peru'. Bei diesem get├╝pfelten Peruanischen Mais sind die K├Ârner am langen Kolben cremewei├č, blau, rostrot und schwarz gesprenkelt.

"Hinter dem Begriff Perlmais verbirgt sich der sogenannte Popcornmais", sagt Wagner. Das einzelne Korn ist sehr hart und beim Erhitzen vergr├Â├čert sich das Volumen so stark, dass die Schale gesprengt wird. Als Knabberei ist dieser Mais sehr beliebt.

Eine weitere Gruppe ist der Zuckermais. Ihn verzehrt man am besten unreif. So sind die K├Ârner weich und schmecken sehr s├╝├č, weil diese Maissorten den enthaltenen Zucker nicht in St├Ąrke verwandeln k├Ânnen.

Auf sandig-lehmige B├Âden in Reihen pflanzen

Die Kultur beginnt fr├╝hestens Ende April. "Voraussetzung ist, dass sich der Boden bereits erw├Ąrmt hat", erl├Ąutert Maurer-Wohlatz. Anderenfalls kann es zu Wurzelf├Ąule kommen. Im Sommers braucht Mais viel Wasser. Er gedeiht an einem sonnig warmem Standort am besten.

Mais ist zudem ein Starkzehrer. Der Boden sollte also reich an N├Ąhrstoffen sein. "Vor der Aussaat oder Pflanzung wird Kompost gut eingearbeitet", erkl├Ąrt Maurer-Wohlatz, Vorstandsmitglied des BUND Region Hannover. Vorteilhaft sind sandig-lehmige B├Âden, weil sich durch die tiefgr├╝ndige Durchwurzelung eine gute Standfestigkeit ergibt. Ideal ist ein pH-Wert von 5,5 bis 7.

Der Mais wird in Reihen ges├Ąt - mit zehn Zentimetern Abstand und 60 Zentimetern zwischen den Reihen. Nach der Keimung lichtet man die Reihen, so dass die Pflanzen mit 30 Zentimetern Abstand stehen. Wer den Mais auf der Fensterbank vorkultiviert, kann ihn direkt mit 30 Zentimetern Abstand pflanzen.

Am besten pflanzt man Mais als Block. "Der Vorteil des Blockanbaus besteht in der besseren Befruchtung", sagt Maurer-Wohlatz. Denn die m├Ąnnlichen Bl├╝tenst├Ąnde befinden sich an der Spitze der Pflanze und den bl├╝henden Seitentrieben - und sind so von den weiblichen getrennt. Diese bauen sich seitlich an den Sprossen entlang auf.

Ein perfektes Trio f├╝r den Anbau und Verzehr

Ideale Partner f├╝r den Mais sind Kartoffeln, Zucchini und Salat. In S├╝damerika hat zudem eine Mischkultur mit dem Namen "Milpa" Tradition - auch drei Schwestern genannt. "Sie besteht aus der Kombination von Bohnen oder anderen H├╝lsenfr├╝chtlern, Mais und K├╝rbis."

Maurer-Wohlatz erkl├Ąrt: Die H├╝lsenfr├╝chtler gehen eine Symbiose mit Kn├Âllchenbakterien ein und k├Ânnen so Stickstoff aus der Luft binden. ├ťbersch├╝sse geben sie an den Mai weiter.

Der Mais lockt Bodenpilze an und macht N├Ąhrstoffe aus tieferen Bodenschichten f├╝r die Pflanzen verf├╝gbar. Der K├╝rbis bedeckt mit ausgedehnten Ranken den Boden und sorgt so f├╝r Schutz. Das Trio sei auch perfekt f├╝r eine ausgewogene Ern├Ąhrung: Denn Mais liefert Kohlenhydrate, H├╝lsenfr├╝chtler sind eiwei├čreich und K├╝rbis hat laut Maurer-Wohlatz reichlich Vitamine.

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