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Seide waschen: Tipps für die Reinigung empfindlicher Textilien

Wertvoller Stoff  

Seide waschen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

14.09.2021, 12:27 Uhr | kb, t-online, NoS

Seide waschen: Tipps für die Reinigung empfindlicher Textilien. Junge Frau trägt Satinkleid und liegt auf dem Sofa. (Quelle: imago images/agefotostock)

Auch bei Kleidern aus Seide: Vor dem Waschen sollten Sie auf das Textiletikett schauen, um herauszufinden, wie Sie Ihr Kleidungsstück waschen dürfen. (Quelle: agefotostock/imago images)

Sie gehört zu den besonders empfindlichen Textilien und muss mit Vorsicht gereinigt werden: Seide. Folgende Tipps verraten, wie Sie das Material waschen und trocknen – ohne es zu strapazieren.

Seide ist ein tierischer Faserstoff, der aus den Kokons von Seidenraupen hergestellt wird. Das Gewebe für den Handel spinnt der sogenannte Maulbeer- oder Seidenspinner. Der Stoff hat den Ruf besonders anspruchsvolle Pflege zu benötigen. Was ist dran? Und worauf sollten Sie bei dem empfindlichen Material achten?

Etikett des Kleidungsstücks prüfen

Vor dem Waschen sollten Sie einen Blick auf das Textiletikett werfen, um herauszufinden, ob Sie Ihr Kleidungsstück überhaupt selbst waschen können. Bestimmte Seidenstoffe sind nämlich so empfindlich, dass sie durch Nässe sofort aus ihrer ursprünglichen Form geraten und dauerhaft beschädigt sind.

Das kann beispielsweise bei hochwertigen und aufwendig hergestellten Kleidern aus Chiffon, Seidenkrepp oder Seidenbrokat der Fall sein. In diesem Fall sollten Sie das Kleidungsstück in eine spezielle chemische Reinigung geben.

Seide per Hand waschen

Wenn Sie Seide selbst waschen möchten, können Sie das vor allem bei Bett- und Unterwäsche, Blusen, Hemden und Schals unbesorgt tun. Grundsätzlich ist Handwäsche für Textilien mit Seidenfasern am besten geeignet, da sie das Material schont. So gehen Sie bei der Handwäsche vor:

  • Vermischen Sie in einem sauberen Behälter etwas Seidenwaschmittel mit lauwarmem Wasser zu einer Lauge.
  • Legen Sie das Kleidungsstück hinein.
  • Bewegen Sie die Seide vorsichtig hin- und her und lassen Sie sie dabei nicht länger als fünf Minuten einweichen.
  • Gießen Sie die Lauge ab.
  • Spülen Sie die Textilie mit kaltem Wasser aus.

Auf Weichspüler sollten Sie lieber verzichten, wenn Sie Seide waschen. Der Stoff wird beim Gebrauch schmierig.

Seide: Grundsätzlich ist Handwäsche für Textilien mit Seidenfasern am besten geeignet, da sie das Material schont. (Quelle: Mariakray/Getty Images)Seide: Grundsätzlich ist Handwäsche für Textilien mit Seidenfasern am besten geeignet, da sie das Material schont. (Quelle: Mariakray/Getty Images)

Seide in der Waschmaschine waschen

Wenn im Etikett vermerkt ist, dass Sie Ihr Kleidungsstück auch in der Waschmaschine waschen können, sollten Sie dafür ein schonendes Waschprogramm, eine Temperatur von höchstens 30 Grad wählen und die Textilie zusätzlich in einen Wäschesack legen. Das schützt die Seide vor Abnutzung und Schäden während des Waschgangs.

Am besten wird Seide mit einem speziellen Seidenwaschmittel gewaschen. Ein herkömmliches Waschmittel könnte dafür sorgen, dass das Material mit der Zeit spröde wird.

Kann Essig die Farbe der Seide auffrischen?

Die Zugabe von Essig im Wasser soll einen farbauffrischenden Effekt auf Seide haben. Mathias Muth, Dozent der Hochschule Niederrhein aus dem Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik, kann das gegenüber t-online bestätigen. 

Dafür eignen sich weißer Haushaltsessig oder Essigessenz, erklärt Muth. Von farbigem Essig oder Balsamico sei hingegen abzuraten. Verbraucher können sich an einer Faustregel für das Verhältnis zwischen Wasser und Essig orientieren, so Muth weiter. Ein Esslöffel Haushaltsessig reiche für einen Liter Wasser, bei Essigessenz sollten Sie hingegen vorsichtiger sein, dort reiche ein Fünftel.

Verwenden Sie das Gemisch nur bei der Handwäsche. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. weist gegenüber t-online darauf hin, dass Waschmaschinen-Hersteller vor dem Gebrauch von Essig in Waschmaschinen warnen. Teile aus Kunststoff oder Metall könnten beschädigt werden. 

Wie bekommen Sie Flecken aus Seide?

Bei Flecken empfiehlt es sich, das Kleidungsstück insgesamt zu waschen. Denn: Bei dem Versuch einzelne Flecken mit Wasser zu entfernen, könnten unschöne Ränder auf dem Stoff entstehen.

Achten Sie bei der Fleckentfernung darauf, dass Sie das Kleidungsstück nicht zu lange einweichen. Wie der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel betont, sollten Sie Flecken am besten erst kurz vor der Wäsche vorbehandeln. Dazu eignen sich zum Beispiel flüssiges Wollwaschmittel oder spezielle Fleckentferner.

Sind hartnäckigere Flecken – wie zum Beispiel Fettflecken – auf der Seide, könnte Waschbenzin helfen. Dazu einen Spritzer auf den Übeltäter geben und die Stelle mit einem Tuch vorsichtig abtupfen.

Eignen sich Hausmittel bei der Fleckentfernung?

Wie Glassl erklärt, sei kaltes Wasser ein wirksames Hausmittel gegen ganz frische Flecken. Es könne gegebenenfalls auch ein für Seide geeignetes Waschmittel oder Haarshampoo ins Wasser gegeben werden.

Bei Hausmitteln zähle, welche Art von Flecken auf der Seide ist, so Muth. Ein Universalmittel gebe es nicht. Beispielsweise eigne sich Essigsäure bei Kalkablagerungen, die durch hartes Leitungswasser entstehen. Bei Flecken durch Alkohol könne Glyzerin helfen.

Muth betont, dass Sie bei allen Methoden der Fleckenentfernung darauf achten sollten, das Material vorsichtig zu behandeln. Auch das anschließende Ausspülen – mit maximal lauwarmen Wasser – sei wichtig.

Das sollten Sie bei der Fleckentfernung vermeiden

Seide bleibt ein empfindliches Material. Versuchen Sie daher nicht, den Fleck heraus zu reiben. Das kann den Fasern schaden. Auch Bleichmittel sollten Sie nicht verwenden, denn die Farbe könnte stark darunter leiden. 

Achtung: Besonders  bei Deos und Parfüms besteht die Gefahr, dass Sie die Flecken nur schwer wieder herausbekommen. Verwenden Sie die Produkte daher mit Vorsicht in der Nähe von Seide.

Tipps zum Trocknen und Bügeln

Auch nach dem Waschen sollten Sie Seide vorsichtig behandeln. Die Fasern können sich im nassen Zustand schnell verziehen, deshalb sollten Sie handgewaschene Kleidungsstücke nicht zum Trocknen aufhängen, sondern kurz in ein Handtuch rollen und dann im Liegen trocknen lassen.

Wringen Sie sie aber auf keinen Fall aus. In der Maschine gewaschene Textilien sollten Sie vor dem Trocknen einen ganz kurzen Moment schleudern. Direkt in der Sonne sollte Seide nicht hängen – die Fasern könnten darunter leiden und brüchig werden. Bei hellen Stoffen könnte die Farbe vergilben und bei dunkleren Stoffen ausbleichen.

Möchten Sie das Kleidungsstück nach dem Waschen bügeln, sollte es noch feucht, aber nicht mehr nass sein. Bügeln Sie von links und achten Sie darauf, dass kein Wasser aus dem Bügeleisen auf die Textilie tropft.

Seide muss nicht immer gewaschen werden 

Nicht immer ist es nötig, eine Textilie aus Seide sofort zu waschen, denn das Material kann sich zu einem gewissen Grad selbst "regenerieren", da es aus Naturfasern besteht. Wenn die Textilie nicht stark verschmutzt ist, kann es schon reichen, wenn Sie sie einfach auslüften. 

Verwendete Quellen:

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