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Diese Umweltgefahr bergen W├Ąschetrockner

Von dpa
Aktualisiert am 09.10.2020Lesedauer: 3 Min.
Umweltbelastung: Das Bild zeigt einen Entl├╝ftungsbeutel (links) und Fasern. Elektrische W├Ąschetrockner geben mehrere Tausend Mikrofasern in die Umgebung ab.
Umweltbelastung: Das Bild zeigt einen Entl├╝ftungsbeutel (links) und Fasern. Elektrische W├Ąschetrockner geben mehrere Tausend Mikrofasern in die Umgebung ab. (Quelle: Rachael Z. Miller/Plos One/dpa)
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├ťber ein Drittel aller Kunststoffe, die im Meer landen, sind synthetische Mikrofasern. Sie gelangen auf den unterschiedlichsten Wegen dort hin ÔÇô auch W├Ąschetrockner k├Ânnten eine Rolle dabei spielen.

Von Waschmaschinen ist lange bekannt, dass sie Mikrofasern mit dem Wasser in die Umwelt sp├╝len. Nach dem Waschen ist die W├Ąsche sauber, aber die Verschmutzung der Umwelt geht in vielen Haushalten weiter. Denn elektrische W├Ąschetrockner sind nicht besser. Sie geben mehrere Tausend Mikrofasern in die Umgebung ab ÔÇô bei einem einzigen Durchlauf.


Was Waschsymbole bedeuten

Die Querbalken im Dreieck bedeuten, dass zum Bleichen nur Mittel mit Sauerstoff verwendet werden d├╝rfen.
Ist in der Waschanleitung der Kleidung dieses Symbol, darf die W├Ąsche nicht in die chemische Reinigung.
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Mikrofasern landen in der Natur

Trotz Filter gelangen die aus der W├Ąsche stammenden Fasern ├╝ber die Entl├╝ftungseinrichtung der Trockner direkt in die Natur, berichten zwei US-Forscherinnen in der Fachzeitschrift "Plos One". W├Ąschetrockner m├╝ssten k├╝nftig mitber├╝cksichtigt werden, wenn es darum gehe, wie man die Mikrofaser-Belastung der Umwelt reduzieren k├Ânne.

Es sei bekannt, dass Mikroplastik in Form von Textilfasern ├╝ber Waschmaschinen und Abwasser aus Kl├Ąranlagen in die Umwelt gelange, schreiben Kirsten Kapp vom Central Wyoming College in Jackson (Wyoming, USA) und Rachael Miller vom Rozalia Project for a Clean Ocean in Burlington (Vermont, USA). "├ťber die Freisetzung von Mikrofasern aus elektrischen W├Ąschetrocknern ist weniger bekannt."

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Kunststoff-Mikrofasern wurden k├╝rzlich selbst im Schnee der Arktis nachgewiesen. Sie gelangten sehr wahrscheinlich durch die Luft dorthin. Wie die Mikrofasern aber ├╝berhaupt in die Luft gelangten, wie sie transportiert und abgelagert w├╝rden, sei nicht ganz verstanden, sagen die Wissenschaftlerinnen. Sie untersuchten nun W├Ąschetrockner als eine m├Âgliche Quelle. Sie bestimmten die Menge an freigesetzten Mikrofasern an zwei unterschiedlichen Orten (in Idaho und Vermont) und mit unterschiedlichen Trocknern: Derjenige in Idaho war mehr als zehn Jahre alt, der andere zwei Jahre.

Forscherinnen finden Fasern aus dem W├Ąschetrockner in der Umgebung

F├╝r ihre Untersuchung setzten die Wissenschaftlerinnen zw├Âlf neue rosafarbene Fleece-Decken ein. Da diese Farbe in der W├Ąsche der beiden Haushalte sonst nicht vorhanden war, konnten sie die Fasern der Fleece-Decken gut von anderen Fasern unterscheiden. Ihre Versuche f├╝hrten Kapp und Miller durch, wenn wenigstens sieben Zentimeter Schnee gefallen waren. Dann nahmen sie Schneeproben aus abgegrenzten Bereichen, um die Verteilung der Mikrofasern zu erfassen. Die meisten Fasern fanden sie bei allen Versuchen im Umkreis von drei Metern um die Entl├╝ftungs├Âffnung. Aber selbst in neun Metern Entfernung entdeckten sie noch einige rosafarbene Mikrofasern.

In Vermont erfassten die Forscherinnen im Durchschnitt 12.570 Mikrofasern der Fleece-Decke pro Quadratmeter bei jedem Trocknerdurchlauf. Das war fast dreimal so viel wie beim Trockner in Idaho (4.344), obwohl dieser wesentlich ├Ąlter war. Daf├╝r war die Oberfl├Ąche von dessen Flusensieb mit 851 Quadratzentimetern etwa dreimal so gro├č wie die Fl├Ąche des Flusensiebs in Vermont mit 282 Quadratzentimetern. W├Ąhrend das Flusensieb in Idaho durchschnittlich 68 Milligramm Fasern pro Durchgang sammelte, waren es in Vermont nur 27 Milligramm.

Ein Drittel aller Kunststoffe, die im Meer landen, sind synthetische Fasern

Au├čer den rosafarbenen fanden Kapp und Miller auch jede Menge Mikrofasern anderer Herkunft. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass elektrische W├Ąschetrockner ein potenziell gro├čes Volumen an synthetischen und nicht synthetischen Mikrofasern aus Kleidung und Heimtextilien in unsere Umwelt einbringen", schreiben die Forscherinnen. Sie verweisen darauf, dass in 80 Prozent der amerikanischen Haushalte ein W├Ąschetrockner steht (Stand 2015). In Deutschland sind es 42 Prozent (Stand 2017). Es m├╝sse dringend nach M├Âglichkeiten geforscht werden, wie sich der Mikrofaser-Eintrag in die Umwelt verringern lasse.

Weitere Artikel

Im Januar berichteten Forscher der Universit├Ąt Leeds, dass beim Waschen umso weniger Mikrofasern freigesetzt werden, je k├╝rzer das Waschprogramm und je niedriger die Temperatur ist. Zudem sparen k├╝hle Kurzprogramme Energie und lassen die Farben von Kleidungsst├╝cken weniger schnell verblassen, ermittelten die Forscher um Richard Blackburn. Synthetische Mikrofasern machten mehr als ein Drittel aller Kunststoffe aus, die das Meer erreichen, betonte Blackburn in diesem Zusammenhang.

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Von Jennifer Buchholz
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