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Corona: Grillen im Garten bei Ausgangssperre – ist das erlaubt?

Nachbarschaftsrecht  

Grillen im Garten bei Kontaktsperre – ist das erlaubt?

07.04.2020, 15:35 Uhr | dpa-tmn, jb

Wissenschaftler starten Grillversuche für bessere Luft

Im Umfeld von Grillrestaurants gibt es immer wieder Zoff. Anwohner fühlen sich durch Rauch belästigt, Gastronomen wollen an Fleischgerichten vom Holzkohlegrill festhalten. Wissenschaftler suchen nun nach Lösungen. (Quelle: dpa)

Anwohner-Zoff: Wissenschaftler analysieren derzeit, was aus gewerblichen Holzkohlegrills an Gerüchen und Abgasen entweicht. (Quelle: dpa)


Was gibt es Schöneres, als bei schönem Wetter draußen zu grillen? Doch darf ich auch in der Corona-Zeit noch den Grill im Garten anwerfen? Und wie ist die Regelung im Schrebergarten?

Sobald die Sonne scheint und die Temperaturen angenehm sind, steigt auch die Lust auf das Grillen wieder. Dabei ist jedoch einiges zu beachten. Denn sonst kann das Barbecue zu einem Nachbarschaftsstreit ausarten. 

Darf ich im eigenen Garten grillen? 

Grundsätzlich ist es in Ordnung, im eigenen Garten zu grillen, erklärt Helena Klinger vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Die Frage ist nur, um was für einen Grill es sich handelt, wo er steht und wie oft er benutzt wird.

Wenn Sie auf Ihrem Grundstück eine Grillecke, einen Grillplatz oder einen Gartengrillkamin installieren möchten, sollte dieser so positioniert sein, dass durch den Rauch und den Grillgeruch die Nachbarn nicht belästigt werden. 

Ist Grillen trotz Ausgangssperre und Kontaktverbot erlaubt?

Aufgrund der Ausgangs- und Kontaktsperren dürfen Sie aktuell nicht mehr mit Freunden in Parks oder an öffentlichen Grillplätzen grillen. Im sehr kleinen Rahmen und wenn Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern sowie die Hygienevorschriften einhalten, ist es in den meisten Bundesländern jedoch noch erlaubt. Allerdings gilt auch, dass Sie Ihre Kontakte möglichst auf ein Minimum reduzieren sollten, um die Infektionswelle einzudämmen.

Mit Personen, die im selben Haushalt wie Sie leben oder mit der Familie ist das Brutzeln und Verzehren von Speisen noch erlaubt. 

Muss ich meinen Nachbarn fragen, bevor ich den Grill anzünde?

Aus Gründen eines guten nachbarschaftlichen Verhältnisses kann es empfehlenswert sein, die Nachbarn zuvor darüber zu informieren, dass man am Wochenende grillen möchte oder, falls es etwas lauter wird, auch um deren Einverständnis zu bitten. Nachbarn haben das Recht auf Nachtruhe, deshalb sollte das Grillen ab 22 Uhr deutlich leiser erfolgen oder die Party nach innen verlegt werden.

Ausnahmen bei Holzkohlefeuer beachten

Das Grillen mit offenem Feuer auf dem Balkon ist untersagt – nicht nur wegen der Geruchsbelästigung, sondern auch wegen der Brandgefahr. Das entschieden unter anderem die Amtsgerichte Hamburg und Wuppertal. Das gilt unabhängig davon, ob ein Verbot in der Hausordnung oder im Mietvertrag geregelt wurde.

Anders ist es beim Grillen auf der Terrasse oder in einem angemieteten Garten: Hier ist auch ein Holzkohlefeuer möglich, entschied unter anderem das Landgericht Stuttgart. Berücksichtigt werden müssen aber auch in diesem Fall der Standort und die Größe der Örtlichkeit, die Häufigkeit des Grillens, das verwendete Grillgerät und die davon ausgehenden Störungen. Das befand das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

Wie oft darf ich grillen?

Gerichte haben hier nicht einheitlich entschieden. So befand das Amtsgericht Bonn, dass der Vermieter verpflichtet sei, darauf hinzuwirken, dass nur einmal pro Monat gegrillt werden darf und das Grillen 48 Stunden vorher angekündigt werden muss. Das Amtsgericht Westerstede erlaubte das Grillen bis zu zehnmal im Jahr. Auch die Uhrzeit und Dauer des Grillens können relevant sein. So entschied das Amtsgericht Berlin-Schöneberg, dass nicht länger als zwei Stunden und nicht später als 21 Uhr am Abend gegrillt werden darf.

Kann mir das Grillen auch verboten werden?

Regelungen über die Zulässigkeit des Grillens, aber auch ein Grillverbot können sich für den Mieter aus dem Mietvertrag oder der Hausordnung ergeben. Missachtet ein Mieter das Verbot wiederholt, kann der Vermieter nach vergeblicher Abmahnung kündigen. Für Wohnungseigentümer können darüber hinaus auch Beschlüsse der Wohnungseigentümergemeinschaft relevant sein, die das Grillen betreffen und die dann zu beachten sind.

Darf ich im Schrebergarten grillen?

Kleingärtner dürfen in ihrer Parzelle grillen. Auch das Aufstellen eines Paravents oder eines Zeltes hierfür ist in den meisten Kleingartenanlagen erlaubt. Eine Grillecke, einen Grillplatz oder gar einen Gartengrillkamin zu installieren ist jedoch häufig nicht gestattet. Schauen Sie am besten hierzu vorab in die Gartenordnung Ihres Vereins. 

Wie auch beim Grillen im eigenen Garten oder auf dem Balkon sollten Sie auf die Belange Ihres Nachbarns achten. Halten Sie auch die Ruhezeiten ein. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Eigene Recherche

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