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Corona: Grillen im Garten – was ist erlaubt?

Corona-Maßnahmen  

Grillen im Freien: Was ist jetzt erlaubt?

19.06.2021, 14:30 Uhr | dpa-tmn, t-online, jb

Corona: Grillen im Garten – was ist erlaubt?. Im Sommer wird draußen gegrillt - doch wer Nachbarn hat, sollte Rücksicht nehmen. (Quelle: dpa/Monique Wüstenhagen)

Nachbarschaftsrecht: Bei schönem Wetter wird draußen gegrillt – doch wer Nachbarn hat, sollte Rücksicht nehmen. (Quelle: Monique Wüstenhagen/dpa)

Was gibt es Schöneres, als bei diesem Sommerwetter draußen zu grillen? Doch darf ich auch in der Corona-Zeit noch den Grill im Garten anwerfen? Und wie ist die Regelung im Schrebergarten?

Sobald die Sonne scheint und die Temperaturen angenehm sind, steigt auch die Lust auf das Grillen wieder. Dabei ist jedoch einiges zu beachten. Denn sonst kann das Barbecue zu einem Nachbarschaftsstreit ausarten. 

Darf ich im eigenen Garten grillen? 

Grundsätzlich ist es in Ordnung, im eigenen Garten zu grillen, erklärt Helena Klinger vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Die Frage ist nur, um was für einen Grill es sich handelt, wo er steht und wie oft er benutzt wird.

Wenn Sie auf Ihrem Grundstück eine Grillecke, einen Grillplatz oder einen Gartengrillkamin installieren möchten, sollte dieser so positioniert sein, dass durch den Rauch und den Grillgeruch die Nachbarn nicht belästigt werden. 

Ist Grillen trotz Kontaktbeschränkung erlaubt?

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen dürfen Sie aktuell nicht mehr mit Freunden in großer Runde in Parks oder an öffentlichen Grillplätzen grillen. Im sehr kleinen Rahmen und wenn Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern sowie die Hygienevorschriften einhalten und mit Personen, die im selben Haushalt wie Sie leben, oder mit der Familie plus einem weiteren Haushalt ist das Brutzeln und Verzehren von Speisen im eigenen Garten allerdings weiterhin erlaubt. "Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt." heißt es laut Bundesregierung. Es gibt jedoch von Region zu Region Abweichungen zu diesen Regeln.

Ist in Ihrer Region die 7-Tages-Insidenz unter 35, dürfen maximal zwei Haushalte mit insgesamt zehn Personen zusammenkommen. Dabei werden Genesene und vollständig Geimpfte, deren zweite Impfung mindestens 15 Tage her ist, nicht mitgezählt. Paare werden als ein Haushalt gezählt.

Je nach Inzidenz und auch Politik in Ihrem Bundesland können die Regeln in Ihrer Region jedoch strenger oder lockerer sein. Achten Sie daher auf die Corona-Regeln, die für Ihre Region gelten. Die aktuellen Regeln erfahren Sie hier.

Muss ich meinen Nachbarn fragen, bevor ich den Grill anzünde?

Aus Gründen eines guten nachbarschaftlichen Verhältnisses kann es empfehlenswert sein, die Nachbarn zuvor darüber zu informieren, dass man am Wochenende grillen möchte. Oder, falls es etwas lauter wird, auch um deren Einverständnis zu bitten. Nachbarn haben das Recht auf Nachtruhe, deshalb sollte das Grillen auch unabhängig von der Pandemie und einer möglichen Ausgangssperre ab 22 Uhr deutlich leiser erfolgen oder nach innen verlegt werden.

Ausnahmen bei Holzkohlefeuer beachten

Das Grillen mit offenem Feuer auf dem Balkon ist untersagt – nicht nur wegen der Geruchsbelästigung, sondern auch wegen der Brandgefahr. Das entschieden unter anderem die Amtsgerichte Hamburg und Wuppertal. Das gilt unabhängig davon, ob ein Verbot in der Hausordnung oder im Mietvertrag geregelt wurde.

Anders ist es beim Grillen auf der Terrasse oder in einem angemieteten Garten: Hier ist auch ein Holzkohlefeuer möglich, entschied unter anderem das Landgericht Stuttgart. Berücksichtigt werden müssen aber auch in diesem Fall der Standort und die Größe der Örtlichkeit, die Häufigkeit des Grillens, das verwendete Grillgerät und die davon ausgehenden Störungen. Das befand das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

Wie oft darf ich grillen?

Gerichte haben hier nicht einheitlich entschieden. So befand das Amtsgericht Bonn, dass der Vermieter verpflichtet sei, darauf hinzuwirken, dass nur einmal pro Monat gegrillt werden darf und das Grillen 48 Stunden vorher angekündigt werden muss. Das Amtsgericht Westerstede erlaubte das Grillen bis zu zehnmal im Jahr. Auch die Uhrzeit und Dauer des Grillens können relevant sein. So entschied das Amtsgericht Berlin-Schöneberg, dass nicht länger als zwei Stunden und nicht später als 21 Uhr am Abend gegrillt werden darf.

Kann mir das Grillen auch verboten werden?

Regelungen über die Zulässigkeit des Grillens, aber auch ein Grillverbot können sich für den Mieter aus dem Mietvertrag oder der Hausordnung ergeben. Missachtet ein Mieter das Verbot wiederholt, kann der Vermieter nach vergeblicher Abmahnung kündigen. Für Wohnungseigentümer können darüber hinaus auch Beschlüsse der Wohnungseigentümergemeinschaft relevant sein, die das Grillen betreffen und die dann zu beachten sind.

Darf ich im Schrebergarten grillen?

Kleingärtner dürfen in ihrer Parzelle grillen. Auch das Aufstellen eines Paravents oder eines Zeltes hierfür ist in den meisten Kleingartenanlagen erlaubt. Eine Grillecke, einen Grillplatz oder gar einen Gartengrillkamin zu installieren, ist jedoch häufig nicht gestattet. Schauen Sie am besten hierzu vorab in die Gartenordnung Ihres Vereins. 

Wie auch beim Grillen im eigenen Garten oder auf dem Balkon sollten Sie auf die Belange Ihres Nachbarn achten. Halten Sie auch die Ruhezeiten ein. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Bundesregierung
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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