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Klimawandel: Pflanzen in Grönland sprießen – Forscher warnen


Studie alarmiert
Diese Bedrohung schlummert im Boden von Grönland

Von t-online, wan

Aktualisiert am 14.02.2024Lesedauer: 3 Min.
Eisberge vor Grönland (Archiv): Immer mehr Gletscher schmelzen auf der Insel.Vergrößern des BildesEisberge vor Grönland (Archiv): Immer mehr Gletscher schmelzen auf der Insel. (Quelle: Oliver Hartwich/imago-images-bilder)
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In Grönland schmelzen die Gletscher dramatisch. Die Folgen sind nicht nur für Bewohner drastisch.

Grönland hat seinen Namen aus einer Zeit, als der Sage nach Erik der Rote, ein dorthin verbannter Mörder, das Land als fruchtbar bezeichnete – um Siedler anzulocken. Knapp 1.000 Jahre später könnte seine frühzeitliche Marketing-Kampagne Realität werden. Denn die Gletscher schmelzen, und zum Vorschein kommen Felsen und mit ihnen auch Bewuchs.

Nach einer neuen Studie hat die Insel in den vergangenen 30 Jahren 28.000 Quadratkilometer Eis verloren, eine Fläche fast so groß wie das Bundesland Brandenburg. In der gleichen Zeit hat sich der Teil der Insel, der bewachsen ist, mehr als verdoppelt.

Forscher der Universität von Leeds hatten Satellitenaufnahmen miteinander verglichen, die bis ins Jahr 1980 zurückreichen. Sie machen wärmeres Wetter für die Eisschmelze verantwortlich. Diese wiederum würde die Temperaturen an Land sowie die Stabilität der Landschaft verändern. Letzteres entsteht dadurch, dass der Permafrostboden aufweicht. Das könnte Straßen zerstören, Häuser und ganze Abhänge abrutschen lassen. Die Forscher warnen, dass es auf der Insel in Zukunft noch wärmer werden wird.

Meeresspiegel steigt an, Methan entweicht aus dem Boden

Hinzu kommt, dass die geschmolzenen Gletscher und Eismassen ins Meereswasser fließen und damit auch zum Anstieg des Wasserpegels beitragen. Seit 1970 hat sich die Region doppelt so schnell erwärmt wie die Durchschnittstemperatur der Erde. Eine Untersuchung einer Gruppe von Wissenschaftlern, die weltweit das Eisschild beobachtet, hat errechnet, dass Grönland zwischen 1992 und 2020 allein 4,8 Milliarden Tonnen Eis verloren hat – und damit den Meeresspiegel um 13,5 Millimeter erhöhte. Hinzu kommen die Mengen Eis, die bereits Richtung Wasser gerutscht sind – eine weitere Milliarde Tonnen.

Je mehr Süßwasser in den Ozean fließt, umso weniger salzig ist er. Das kann weitere Auswirkungen über die Region hinaus haben. Denn ein System von Meeresströmungen durchzieht den gesamten Atlantik und ist maßgeblich für unser mildes Klima in Nordeuropa verantwortlich. Dieses System gerät durch die globale Erwärmung und Eisschmelze immer mehr aus dem Gleichgewicht.

Video | Kipppunkt schon bald erreicht? Massiver Temperatursturz droht
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Quelle: t-online

Eine neue Studie aus den Niederlanden zeigt: Der Kipppunkt der Atlantikströmung könnte zeitlich deutlich näher liegen als bisher gedacht. Die "Heizung" Nordeuropas könnte schon in diesem Jahrhundert deutlich an Kraft verlieren. Denn diese wird durch das schneller als erwartete Abschmelzen der grönländischen Gletscher und der arktischen Eisschilde ausgehöhlt.

Der Boden erwärmt sich immer weiter

Grönland ist mit etwa 21,1 Millionen Quadratkilometer die größte Insel der Welt. Dort leben etwa 57.000 Menschen, der Großteil des Landes ist mit Eis überzogen. Die Gletscher schmelzen am ehesten an ihren Rändern ab, es sind aber auch drastische Veränderungen im Westen und Südosten der Insel beobachtet worden.

Und wo kein Eis mehr ist, kommt der Fels hervor, schon bald siedeln sich Pflanzen an. Jonathan Carrivick, einer der Autoren der jüngsten Studie, sagt: "Wir haben Anzeichen dafür gesehen, dass der Eisverlust andere Reaktionen auslöst, die zu weiterem Eisverlust und einer weiteren 'Begrünung' Grönlands führen werden, bei der das schrumpfende Eis nacktes Gestein freilegt, das dann von Tundra und schließlich von Büschen besiedelt wird."

Die dunkle Farbe des Gesteins und von Büschen reflektiert die Sonne weniger gut als das weiße Eis – der Boden erwärmt sich. Und dort, wo sich bei der Eisschmelze kleine Seen bilden, wird das Wasser ebenfalls wärmer und nagt weiter an den Gletschern.

Die Bedrohung durch die schmelzenden Eismassen Grönlands besteht aber nicht nur im steigenden Meeresspiegel. Durch den schmelzenden Permafrostboden wird unter anderem Methan frei – ein Treibhausgas, das bislang im Eis gebunden war.

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