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Aerosol-Forscher kritisieren Absage von Weihnachtsmärkten


Forscher kritisieren Absage von Weihnachtsmärkten

Von afp
Aktualisiert am 25.11.2021Lesedauer: 2 Min.
Weihnachtsmarkt: Wegen der steigenden Inzidenzen wurden schon fast vollständig aufgebaute Weihnachtsmärkte kurz vor der Eröffnung abgesagt.Vergrößern des BildesWeihnachtsmarkt: Wegen der steigenden Inzidenzen wurden schon fast vollständig aufgebaute Weihnachtsmärkte kurz vor der Eröffnung abgesagt. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa-bilder)
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Aerosol-Forscher halten die Absage von Weihnachtsmärkten wegen der hohen Corona-Infektionszahlen für kontraproduktiv – und warnen vor verstärkten Treffen in Innenräumen. Wie kommen sie zu dieser Einschätzung?

Nach der Absage von Weihnachtsmärkten in mehreren Bundesländern haben Aerosol-Forscher die Entscheidungen kritisiert. "Aus aerosolphysikalischer Sicht macht ein Verbot von Weihnachtsmärkten absolut keinen Sinn. Im Freien finden nur sehr wenige Ansteckungen statt", sagte der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosolmedizin, Gerhard Scheuch, der "Welt" (Mittwochsausgabe).

"Ausgangssperren sind absolut kontraproduktiv"

Ähnlich äußerte sich der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach. "Ich halte die Öffnung von Weihnachtsmärkten, auf denen ausreichend Abstand gehalten werden kann, für vertretbar. Ich befürchte, dass eine generelle Schließung verstärkt dazu führt, dass die Menschen sich im privaten Umfeld in Innenräumen treffen, was das Infektionsrisiko deutlich erhöht", sagte er der "Welt".

Die beiden Wissenschaftler kritisierten auch nächtliche Ausgangssperren für Ungeimpfte, die in einigen Bundesländern eingeführt wurden. "Dies suggeriert, dass draußen die Gefahren lauern, das Gegenteil ist aber der Fall", sagte Scheuch. "Ausgangssperren sind absolut kontraproduktiv." Asbach hält die Effizienz von Ausgangssperren für "sehr umstritten". Wichtig sei die Kontaktvermeidung in Innenbereichen, für Ungeimpfte gelte dies aufgrund der stärkeren Gefährdung umso stärker.

Maskenpflicht im Freien in den Innenstädten?

Die beiden Forscher sprachen sich auch gegen eine allgemeine Maskenpflicht im Freien aus. Eine solche Regelung sei "Aktionismus und hat – wenn überhaupt – eher erzieherischen Charakter". Wichtig sei die Maske im Freien nur dort, wo Menschen über einen längeren Zeitraum nahe zusammenstehen.

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen sprach sich hingegen mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft für eine Maskenpflicht in den Innenstädten aus. "Eine Maske beim Einkaufen in den Innenstädten zu tragen ist angesichts rasant steigender Corona-Zahlen sinnvoll", sagte Städtetags-Geschäftsführer Helmut Dedy der "Rheinischen Post". "Dort, wo es eng wird, sind Städte gut beraten, eine Maskenpflicht einzuführen."

Der Handelsverband in NRW zeigte sich für einen solchen Schritt offen. Hauptgeschäftsführer Peter Achten sagte der "Rheinischen Post", die Maskenpflicht im Einzelhandel müsse auf jeden Fall beibehalten werden. "Und wenn das zur Eindämmung der pandemischen Lage beiträgt, sind wir auch für eine Maskenpflicht im Freien in den Innenstädten."

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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