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Maronenröhrling: Verwechslungsgefahr mit Steinpilz

Vorsicht beim Sammeln  

Maronenröhrling: Speisepilz kann radioaktiv belastet sein

22.08.2016, 13:51 Uhr | mà (CF)

Maronenröhrling: Verwechslungsgefahr mit Steinpilz. Den Maronenröhrling nicht mit dem ungenießbaren Gallenröhrling verwechseln! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Den Maronenröhrling nicht mit dem ungenießbaren Gallenröhrling verwechseln! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Maronenröhrling ist ein häufig vorkommender, schmackhafter Speisepilz. Äußerlich ähnelt er dem Steinpilz und dem ungenießbaren Gallenröhrling. Experten warnen allerdings vor dem Verzehr des Maronenröhrlings, da er stark radioaktiv belastet sein kann.

Maronenröhrling oder Steinpilz?

Der Maronenröhrling (Xerocomus badius), auch Marone oder Blaupilz genannt, ist ein in Mitteleuropa weitverbreiteter Speisepilz. Er wird oft mit dem Steinpilz verwechselt, dem er sehr ähnlich sieht. Allerdings verfügt der Steinpilz an seinem Stiel über ein feines netzartiges Muster, der Stiel des Maronenröhrlings ist dagegen längs gefasert.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Druckstellen auf den hellgelben Röhren des Maronenröhrlings, die sich blau-grünlich verfärben. Der kastanienbraune Hut kann bis zu 15 Zentimeter breit werden. Der Stiel erreicht eine Länge von ebenfalls bis zu 15 Zentimetern.

Verwechslungsgefahr  mit anderen Speisepilzen

Sie finden den Maronenröhrling vor allem in Nadelwäldern, dort oft unter Lärchen, zwischen Juli und November. Beim Sammeln sollten Sie nur junge Exemplare in Ihren Korb legen. Ältere Maronenröhrlinge sind oft von Würmern befallen und zudem geschmacklich nicht mehr allzu ergiebig. Aber Vorsicht: Der Maronenröhrling wird häufig auch mit dem Gallenröhrling verwechselt, dessen Röhren jedoch rosafarben sind. Dieser ist zwar kein Giftpilz, aber so bitter, dass er ungenießbar ist.

Der Maronenröhrling weist dagegen einen nussigen Geschmack auf. Falls Sie unsicher sind, welche Pilzart Sie gesammelt haben – aber auch, um Ihre Schätze grundsätzlich auf Essbarkeit hin untersuchen zu lassen – sollten Sie sich von einem geprüften Pilzexperten Hilfe holen. Eine gute Anlaufstelle ist dafür die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM). Bedenken Sie auch, dass es bei Speisepilzen je nach Bundesland bestimmte Höchstgrenzen darüber gibt, wie viel Sie für Ihren privaten Gebrauch sammeln dürfen.

Radioaktive Belastung – vor allem in Bayern

Allerdings sollten Sie mit dem Verzehr des Maronenröhrlings zurückhaltend sein. Nach Messungen des Umweltinstituts München waren nämlich nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 noch im Jahr 2010 viele Maronenröhrlinge übermäßig mit radioaktivem Cäsium 137 belastet. Vor allem in Südbayern, das von dem Fallout besonders schwer betroffen war, wurde der nach Tschernobyl festgesetzte Grenzwert von 600 Becquerel Cäsium pro Kilogramm (Bq/kg) Frischmasse deutlich überschritten.

Der Grund: Der Farbstoff Norbadion A, der in der Huthaut des Maronenröhrlings die typische bräunliche Färbung bildet, speichert das radioaktive Cäsium 137. Laut dem Pilzsachverständigen Prof. Dr. Siegmar Berndt von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) darf die radioaktive Belastung von Speisepilzen auf keinen Fall unterschätzt werden. Radioaktiv belastete Lebensmittel können bereits in geringen Mengen gefährlich sein, vor allem für Schwangere und Kinder.

Messungen über die radioaktive Belastung von Waldpilzen werden in Bayern vom unabhängigen Umweltinstitut München e. V. und vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) durchgeführt und deren Ergebnisse im Internet veröffentlicht. Sie haben aber auch die Möglichkeit, die von Ihnen eingesammelten Pilze, aber auch Waldbeeren und Wild, von August bis Oktober beim Umweltinstitut München e. V. kostenlos auf ihre radioaktive Belastung hin messen zu lassen.

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