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Dieses Jahr droht die niedrigste Apfelernte seit 1991

Auch weniger Getreide erwartet  

Dieses Jahr droht die niedrigste Apfelernte seit 1991

22.08.2017, 14:52 Uhr | hcy/ck, Kathrin Drinkuth, AFP, dpa

Dieses Jahr droht die niedrigste Apfelernte seit 1991. So rechnen die Bauern in diesem Jahr mit 555.000 Tonnen Äpfeln, das sind nur 46 Prozent der Erntemenge vom vergangenen Jahr. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

So rechnen die Bauern in diesem Jahr mit 555.000 Tonnen Äpfeln, das sind nur 46 Prozent der Erntemenge vom vergangenen Jahr. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

In diesem Jahr sollen die Ernten besonders schlecht ausfallen – davon betroffen ist nicht nur die Obst- sondern auch die Getreideernte. Was das für den Verbraucher bedeutet, erfahren Sie hier.

Frost im April und Hagel im Sommer: Wetterextreme bescheren den Bauern in diesem Jahr eine bescheidene Obst- und Getreideernte. Wie der Deutsche Bauernverband mitteilte, erwarten die Landwirte die kleinste Apfelernte seit 1991. Auch Birnen, Kirschen und Wein litten unter der Kälte. Die Getreideernte geriet zum "Nervenspiel" für die Bauern, dem Verband zufolge gab es dabei aber enorme regionale Unterschiede.

Aprilfrost und Starkregen

Die Obstbauern seien besonders vom Aprilfrost sowie von Hagel und Starkregen in einigen Regionen betroffen, erklärte der Bauernverband auf seiner Pressekonferenz zur Erntebilanz 2017. Hart traf es demnach die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Der Verband bezifferte die Frostschäden beim Obstbau auf 200 Millionen Euro, in einigen Regionen gebe es "Totalausfälle", erklärte Verbandspräsident Joachim Rukwied. Außerdem seien im Pflanzenbau bislang auch Schäden durch Hagel und Starkregen in Höhe von 250 Millionen Euro aufgetreten.

So rechnen die Bauern in diesem Jahr mit 555.000 Tonnen Äpfeln, das sind nur 46 Prozent der Erntemenge vom vergangenen Jahr. Auch bei den Birnen dürfte weniger als die Hälfte der Vorjahresmenge zu holen sein. Die Kirschernte sei ebenfalls "im gesamten Bundesgebiet durch Fröste massiv dezimiert" worden, erklärte der Verband. Beim Gemüse legte der Spargel in der abgeschlossenen Saison etwas zu, bei Hopfen und Wein erwarten die Bauern aber eine frostbedingt "unterdurchschnittliche Ernte".

Beim Getreide zeichnet sich eine Erntemenge von 44,5 Millionen Tonnen ab. Damit werde das "enttäuschende Vorjahresergebnis" von 45,4 Millionen Tonnen noch einmal um zwei Prozent verfehlt, erklärte der Verband. Beim Raps werden sechs Prozent weniger Menge erwartet, beim Roggen sogar zehn. Die Gerste bildet mit einem erwarteten Plus von fünf Prozent eine Ausnahme.

Ein Händler zeigt beim Landhandel Weiterer in Algermissen (Niedersachsen) Weizen in einer großen Lagerhalle. Widriges Wetter mit Frühjahrsfrösten und sommerlichem Dauerregen hat den Landwirten in weiten Teilen Deutschlands die Ernte vermiest. Hereinkommen dürften nun 44,5 Millionen Tonnen Getreide und damit zwei Prozent weniger als im bereits enttäuschenden Vorjahr, wie der Bauernverband am 22.08.2017 in Berlin mitteilte. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)Ein Händler zeigt beim Landhandel Weiterer in Algermissen (Niedersachsen) Weizen in einer großen Lagerhalle. Widriges Wetter mit Frühjahrsfrösten und sommerlichem Dauerregen hat den Landwirten in weiten Teilen Deutschlands die Ernte vermiest. Hereinkommen dürften nun 44,5 Millionen Tonnen Getreide und damit zwei Prozent weniger als im bereits enttäuschenden Vorjahr, wie der Bauernverband am 22.08.2017 in Berlin mitteilte. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

Hagel in den wichtigsten Apfelanbaugebieten

Frostige Temperaturen ausgerechnet zur Blütezeit haben den Landwirten in wichtigen Apfelanbaugebieten Deutschlands eine deutlich niedrigere Ernte beschert. Das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee in Ravensburg (KOB) geht von einem Rückgang von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Das entspräche rund 86.000 statt 231.300 Tonnen, sagte Geschäftsführer Manfred Büchele. Bei den Sorten Jonagold und Red Jonaprince könne es sogar einen Verlust von 90 Prozent geben.

Regionale Unterschiede

Allerdings wirkte sich der wechselhafte Sommer regional sehr unterschiedlich aus. Vor allem die Bauern im Westen und Südwesten Deutschlands müssten nach schwachen Ernten im Vorjahr "weitere Ertragseinbußen hinnehmen", im Norden sei die Lage besser. Das unbeständige Sommerwetter habe außerdem die Erntearbeiten verzögert. Die Ernte sei in diesem Jahr ein "Nervenspiel" für die Ackerbauern, erklärte Rukwied.

Der Bauernpräsident forderte vor diesem Hintergrund eine steuerlich begünstigte Risikovorsorge für alle landwirtschaftlichen Betriebe. Die Risiken könnten außerdem durch Versicherungen und Investitionsförderungen für Frostschutzanlagen gemindert werden – dafür sei aber eine finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern nötig.

Auch der Honigertrag ist in diesem Jahr geringer als erwartet. Erfahren Sie mehr hier.

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