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Vollfett oder fettarm – ist eine Milchsorte die bessere?

dpa-tmn, Tom Nebe

Aktualisiert am 21.01.2021Lesedauer: 3 Min.
Milch: Die Frage nach der besten Sorte ist fĂŒr viele Menschen eine Prozentfrage – 3,5 oder 1,5?
Milch: Die Frage nach der besten Sorte ist fĂŒr viele Menschen eine Prozentfrage – 3,5 oder 1,5? (Quelle: fotoedu/getty-images-bilder)
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Kaffee nur mit Vollmilch oder doch lieber die fettarme Variante? An der Wahl der Milch können sich lange Debatten entfachen. Wer hat am Ende Recht? Der Versuch einer Antwort.

Die Frage nach der besten Milch ist fĂŒr viele Menschen eine Prozentfrage – 3,5 oder 1,5? Manche behaupten, Vollmilch schmeckt besser und ist gesĂŒnder. Andere reklamieren das fĂŒr die fettarme Variante – wobei die wohl eher den gesundheitlichen als den geschmacklichen Aspekt betonen dĂŒrften.

Die Frage, welche der beiden in Deutschland meistkonsumierten Milchvarianten die bessere ist, wird nicht nur an den KĂŒchentischen der Republik diskutiert – sie beschĂ€ftigt sogar die Wissenschaft.

Große Anzahl an Studien fehlt bislang

Bei einer Untersuchung von Kindern zwischen einem und sechs Jahren kamen kanadische Forscher vor etwa vier Jahren beispielsweise zu dem recht ĂŒberraschenden Ergebnis, dass der Konsum fettarmer Milch bei Kindern womöglich das Risiko fĂŒr Übergewicht erhöht und sie folglich eher Vollmilch trinken sollten. Allerdings schrĂ€nkten die Autoren die Aussagekraft ihrer Studie selbst massiv ein, vor allem mit Blick auf den Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen dem Fettgehalt der Milch und dem Body-Mass-Index der Kleinen.

Auch insgesamt ist die Datenlage dĂŒnn. 2014 bewertete das Max-Rubner-Institut, welches sich als Bundesforschungsinstitut wissenschaftlich mit gesunder ErnĂ€hrung auseinandersetzt, Milch und daraus hergestellte Produkte wie KĂ€se oder Joghurt – und beschĂ€ftigte sich dabei auch mit der Frage, ob Vollmilch oder fettarme Milch aus gesundheitlicher Sicht besser ist.

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Die Antwort fiel ernĂŒchternd aus: Keine differenzierte Bewertung möglich, weil die Anzahl an entsprechenden Studien zu gering ist.

Vollmilch oder fettarme Milch: Beide Varianten im Vergleich

Bleibt ein Blick auf die nackten Zahlen: Vollmilch enthĂ€lt mehr als doppelt so viel Fett wie fettarme Milch und zwar im Schnitt 3,57 Gramm im Vergleich zu 1,6 Gramm pro 100 Gramm – wenig ĂŒberraschend, denn das verraten schon die Prozentangaben auf der Verpackung. Entsprechend liefert Vollmilch mehr Kalorien, erlĂ€utert die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE). Beim Protein-, Laktose- und Kalziumgehalt nehmen sich beide nichts.

Interessant ist der Blick auf die Vitamine. Hier bringt der höhere Fettgehalt der Vollmilch Vorteile, weil die Vitamine A, D, E und K fettlöslich sind – und ihr Gehalt in Vollmilch deshalb wesentlich höher ist als in fettarmer Milch.

"Das ist eigentlich auch der einzige wesentliche Unterschied zwischen den beiden Milcharten", sagt der ErnÀhrungswissenschaftler und Buchautor Malte Rubach.

Vorteil fĂŒr die Vollmilch?

Die Schweizer Milchproduzenten, Swiss Milk, fĂ€llen trotzdem ein klares Urteil: Es sei nicht von Nutzen, "auf fettreduzierte Produkte auszuweichen". Fett sei außerdem ein wichtiger GeschmackstrĂ€ger. Soll wohl heißen: Vollmilch schmeckt auch besser.

Aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten könnte man darĂŒber hinaus noch fragen, was mit dem Fett passiert, dass der fettarmen Milch entzogen wird? WĂŒrde es entsorgt werden, sprĂ€che das wohl fĂŒr Vollmilch. Doch Malte Rubach kann Entwarnung geben: "Das Fett, das nicht gebraucht wird, wird in der Regel zur Herstellung von Butter genutzt." Von der Substanz gehe da nichts verloren.

Er nennt zudem einen guten Grund dafĂŒr, im Supermarktregal lieber fettarme Milch in den Einkaufswagen zu packen. "NatĂŒrlich kann man auch so argumentieren, dass einige Kalorien aus der Vollmilch bei Menschen mit Gewichts- und Blutfett-Problemen unnötig sind."

Die Rolle des Lebensstils

GrundsĂ€tzlich bevorzugen jene Menschen, die insgesamt bewusster und gesĂŒnder leben, eher fettarme Milch, schreibt das Max-Rubner-Institut in seiner Analyse noch. Auch das erschwert ĂŒbrigens den objektiven Vergleich der gesundheitlichen Wirkung der beiden Milcharten.

Sollten Verbraucher nun 1,5 oder 3,5 Prozent bevorzugen? FĂŒr ErnĂ€hrungswissenschaftler Rubach ist das keine Frage, die sich wirklich stellt, sofern man sich ausgewogen ernĂ€hrt: "Man sollte eh nicht jeden Tag einen Liter Milch trinken, sondern ein kleines Glas. Da ist man weder bei fettarmer noch vollfetter Milch gefĂ€hrdet, zu wenig Vitamine oder zu viel Kalorien aufzunehmen."

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Die empfohlene Tagesportion Milch

Erwachsene sollten nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) tĂ€glich 200 bis 250 Gramm Milch oder Milchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch konsumieren. Dazu kommen 50 bis 60 Gramm, also zwei Scheiben, KĂ€se. Dadurch erhalte der Körper gut verfĂŒgbares Protein und zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.

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