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Haustiere für Kinder: Welche Tiere geeignet sind

Süße Tierchen  

Dieses beliebte Haustier ist für Kinder nicht geeignet

17.03.2020, 13:24 Uhr | Simone Blaß, dpa, agr

Haustiere für Kinder: Welche Tiere geeignet sind. Kinder mit Haustier: Kinder, die mit einem Haustier aufwachsen und dieses intensiv betreuen, entwickeln sich oft in ihrer ganzen Persönlichkeit positiver.  (Quelle: imago images/SolStock)

Kinder mit Haustier: Kinder, die mit einem Haustier aufwachsen und dieses intensiv betreuen, entwickeln sich oft in ihrer ganzen Persönlichkeit positiver. (Quelle: SolStock/imago images)

Niedlich, zutraulich und möglichst kuschlig: So wünschen sich viele Kinder ihr perfektes Haustier. Doch nicht jeder Tierwunsch ist realistisch. Ein besonders beliebtes Kleintier ist etwa gar nicht für Kinder geeignet. 

"Kann ich auch ein so süßes Kaninchen haben?" Fast jedes Kind liegt seinen Eltern irgendwann mit dem Wunsch nach einem Haustier in den Ohren. Wenn die Voraussetzungen stimmen, hat das für Kinder viele positive Effekte, die den Aufwand für die Versorgung rechtfertigen könnten. Haustiere lehren Verantwortung, sind Spielkameraden und Seelentröster. 

Warum Haustiere gut für Kinder sein können

Das Bedürfnis, ein Lebewesen zu streicheln und zu umsorgen, leben Kinder oft mit Plüschtieren aus. Der Wunsch nach einem lebendigen Haustier folgt dann häufig. Die Voraussetzungen sind, dass alle Familienmitglieder es akzeptieren, und dass das Kind den artgerechten, verantwortungsvollen Umgang mit dem Tier lernt. 

Trennen sich die Eltern, kann etwa ein Hund für Scheidungskinder zum emotionalen Anker werden. Außerdem hilft der Kontakt zum Tier, Stress abzubauen und wirkt sich damit positiv auf das Wohlbefinden des Kindes aus.

Haustiere schulen Einfühlungsvermögen und Verantwortung

Kinder, die mit einem Haustier aufwachsen und dieses intensiv betreuen, entwickeln sich oft in ihrer ganzen Persönlichkeit positiver. Sie sind aktiver, leiden weniger unter Einsamkeit und übernehmen mehr Verantwortung. Auf hyperaktive Kinder wirkt ein Haustier beruhigend und ausgleichend. 

Vergessen Sie aber nie: Tiere haben auch Bedürfnisse. Um die zu erkennen, braucht es Sensibilität und Einfühlungsvermögen. So lernen Kinder, zu akzeptieren, dass andere auch mal etwas anderes wollen, als sie selbst: Zum Beispiel, wenn die Katze einfach geht oder die Krallen ausfährt, sobald sie keine Lust mehr auf Streicheleinheiten hat.

Ab wann kann ein Kind sich um ein Tier kümmern?

Die zentrale Frage vor der Anschaffung des Tieres lautet: Wer kümmert sich darum? Auch wenn es oft Kinder sind, die sich ein Tier wünschen, können sie sich nicht allein darum kümmern – weder finanziell, noch im Alltag. Deshalb ist es wichtig, dass trotz aller kindlicher Begeisterung auch die Eltern den Wunsch zu einem Haustier haben. Kinder können aber unterstützen – in fast jedem Alter. 

Ein Grundschüler kann bereits ein Tier mit ein bisschen Unterstützung selbstständig betreuen. Kindergartenkinder brauchen die Hilfe der Eltern noch in größerem Maße. Zwar kann ein Dreijähriger nicht alleine füttern, das Futter holen kann er aber schon.

Ab welchem Alter man einem Kind ein Tier anvertrauen kann, lässt sich nicht so einfach beantworten, denn es hängt von der persönlichen Reife des Kindes und seinem Charakter ab. 

Welche Haustiere sind für Kinder geeignet

Welches Haustier das richtige ist, hängt nicht nur von Platz, Zeit und Geld ab, sondern auch vom Charakter des Kindes.

Hunde: Vorsicht bei Kleinkindern

Ein Hund kann schüchternen Kindern zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen. Gleichzeitig bedeutet das Tier viel Verantwortung. Hunde müssen mehrmals täglich ausgeführt werden. Tierarztkosten können hoch ausfallen und Sie sollten auch Versicherungskosten bedenken.

Außerdem ist das Tier nur bedingt für kleine Kinder geeignet, da einige Hunde krabbelnde Kleinkinder als Bedrohung wahrnehmen können. Ab etwa sechs Jahren können Kinder hingegen mit ihren Tieren sogar spezielle Kurse in Hundeschulen besuchen, um den Umgang mit den Tieren zu lernen. 

Hunde haben eine Lebenserwartung von über zehn Jahren. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Familie bereit für so eine große Verantwortung ist, können Sie eine Hundepatenschaft in einem Tierheim ausprobieren. 

Katzen: Vorsicht vor der Samtpfote mit Krallen

Katzen scheinen auf den ersten Blick eine gute Alternative zu Hunden zu sein. Familien müssen die Tiere nicht spazieren führen. Auch sind sie kleiner als die meisten Hunderassen. Doch Katzen sind oft auch weniger zutraulich als Hunde. Gerade für Kleinkinder kann es schwierig zu verstehen sein, warum eine Katze sich nicht streicheln lassen will – und sogar mal mit ihren Krallen zulangt. Kindergartenkindern können Sie die Eigensinnigkeit der Tiere eher erklären. Ab diesem Alter können die Kleinen auch bei der Versorgung der Tiere helfen. Je älter die Kinder werden, desto mehr Aufgaben können sie selbstständig übernehmen. 

Fische: Ruhige Zeitgenossen 

Fische wirken auf viele beruhigend. Für viele, gerade kleine Kinder sind sie aber schon fast zu langweilig. Die Haltung der Tiere ist außerdem nicht einfach. Das richtige Aquarium und Zubehör kann mehrere hundert Euro kosten und die Tiere richtig zu versorgen, nimmt ebenso Zeit in Anspruch. 

Reptilien: Schlangen, Eidechsen sind nichts für (kleine) Kinder

Reptilien sind interessante Haustiere, jedoch nur bedingt für Kinder geeignet. Sogar ungiftige Exemplare brauchen gewissenhafte Halter, die mit den Tieren umzugehen wissen. Für kleine Kinder sind die Tiere deshalb nicht geeignet. Erst ältere Kinder beziehungsweise Jugendliche sind in der Lage, sich um die Tiere zu kümmern. Selbst dann sollten Eltern aber gut aufklären. 

Zudem ist die Haltung der Tiere nicht günstig. Geeignete Terrarien und Zubehör können einiges an Geld kosten. 

Vögel: Keine geflügelten Kuscheltiere

Wellensittiche und andere Vögel sind klein und gelehrig – aber nur bedingt geeignet als Haustiere für Kinder. Ein Kanarienvogel etwa lässt sich nicht drücken, genauso wenig wie andere Vögel. Die Tiere sind keine Kuscheltiere und damit für viele kleine Kinder nicht interessant. Ist Ihr Kind älter, können Sie mit ihm den richtigen Umgang mit Vögeln besprechen und bei Interesse eines als Haustier besorgen. Beachten Sie aber, dass einige Vögel zehn Jahre und älter werden können. Sie erwerben mit einem Vogel also auch eine jahrelange Verantwortung. Außerdem brauchen viele Vogelrassen, wie etwa Wellensittiche, immer auch einen Gefährten. Käfige müssen groß genug sein und die Tiere benötigen genügend Raum, um zu fliegen. 

Hamster: Beliebtes Haustier ist ungeeignet für Kinder

Ein besonders beliebtes Haustier ist aber für Kinder nicht geeignet. Viele Eltern kaufen Hamster, damit ihre Kinder ein Haustier zum Kuscheln haben. Die Nagetiere sind klein und sehen süß aus. Im Vergleich mit Hunden oder Katzen sind sie auch vergleichsweise günstig. Doch ein Hamster braucht tagsüber seine Ruhe – er schläft. Abends und nachts hingegen ist er wach und lärmt mitunter so sehr, dass er die Familie wach hält. Das Tier ist trotz seiner Beliebtheit deshalb für Kinder wenig geeignet.

Was Sie vor dem Kauf eines Haustiers beachten sollten

Es ist wichtig, zu klären, ob die Haltung in der Wohnung erlaubt ist und wer sich um das Tier kümmert, wenn man in den Urlaub fährt. Ein Haustier ist auch eine Frage des Geldes: Ein Kleintier ist nicht sonderlich kostenintensiv, ein Hund dagegen schon. Er braucht Futter, Tierarztbesuche können sehr teurer werden, hinzu kommen Hundesteuer und Haftpflichtversicherung.

Die Lebenserwartung des Tieres spielt ebenfalls eine Rolle: Meerschweinchen werden nur wenige Jahre alt, das Kind wird den Tod des Tieres also recht früh verkraften müssen. Schildkröten leben dagegen mehrere Jahrzehnte, hier ist langfristige Planung nötig. Das Wohlbefinden des Tieres sollte immer im Vordergrund stehen, betont Fichtel: "Das Tier kann nur positive Effekte haben, wenn die Haltung artgerecht ist."

Verwendete Quellen:
  • Hunde.de
  • Fressnapf.de
  • Berlin.de
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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