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Wie Kinder psychische Widerstandskraft entwickeln können

t-online, Nicola Wilbrand-Donzelli

19.06.2017Lesedauer: 4 Min.
Ganz schön stark: Mit Resilienz sind Kinder fĂŒr RĂŒckschlĂ€ge im Leben gewappnet.
Ganz schön stark: Mit Resilienz sind Kinder fĂŒr RĂŒckschlĂ€ge im Leben gewappnet. (Quelle: Ruslanshug/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Ihren Nachwuchs fit fĂŒrs Leben machen. Das wollen alle Eltern. Doch ÜberbehĂŒten und Verwöhnen stehen dieser guten Absicht hĂ€ufig im Weg. Wie VĂ€ter und MĂŒtter hier gegensteuern können, um ihre Kinder zu starken Persönlichkeiten zu erziehen, erklĂ€rt ein Experte.

Astrids Lindgrens Pippi Langstrumpf verfĂŒgt nicht nur ĂŒber immense Muskelkraft, die rothaarige Kindheits-Heldin glĂ€nzt bei ihren Abenteuern auch mit mentaler Power. Sie meistert in allen Lebenslagen jede Aufgabe, bewĂ€ltigt "mit links" die grĂ¶ĂŸten Probleme – völlig unbekĂŒmmert und ohne die UnterstĂŒtzung von Erwachsenen.

Resilienz-Training durch Herausforderungen

Was Pippi in geballter Form besitzt, ist Resilienz. Dieser Fachbegriff, der sich vom lateinischen "abprallen" herleitet, umschreibt die FÀhigkeit, mit Stress und WiderstÀnden gelassen umzugehen und dem Leben selbstbewusst und zuversichtlich die Stirn zu bieten.

Eine grĂ¶ĂŸere Portion dieser positiven "Wird-schon-nichts-schiefgehen-Haltung" sollte am besten jedes Kind haben, betont der Erziehungswissenschaftler und Psychologe Albert Wunsch. Doch Resilienz werde einem nicht als Charaktereigenschaft in die Wiege gelegt. Sie muss von klein auf erlernt werden. Das dicke Fell – unser seelisches Immunsystem - muss also erst wachsen und wie ein Muskel trainiert werden. Dabei sei es das Wichtigste, so Wunsch, Herausforderungen jeglicher Art nicht aus dem Weg zu gehen.

Verwöhnen bremst die Persönlichkeitsbildung

Genau daran mangelt es heute aber hĂ€ufig. Mit "verzĂ€rtelnder Samthandschuh-PĂ€dagogik" rĂ€umten Eltern ihren Kindern allzu oft alle Hindernisse aus dem Weg, kritisiert der Experte. "StĂ€ndig sind sie zur Stelle mit ihrem 'Ich mach das schon fĂŒr dich', 'Das wird zu schwer fĂŒr dich' oder 'Wenn du nicht möchtest, dann brauchst du nicht'".

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Diese Schongang-Erziehung zeigt sich nicht selten schon bei den Kleinsten: Etwa wenn ein Baby versucht, zu einem Ball zu robben und Mama oder Papa reflexartig ihrem Liebling die MĂŒhe abnehmen und ihm das Spielzeug bringen.

Es sei leider ein weit verbreiteter Irrglaube, dass eine Ausgrenzung kind- und entwicklungsgerechter Anstrengung, den Start in ein eigenverantwortliches Leben erleichtern könne, schreibt Wunsch in seinem Buch „Die Verwöhnungsfalle“. Denn falsches oder zu hĂ€ufiges Helfen, fehlende Regeln und Begrenzungen so wie ausbleibende Herausforderungen fĂŒhrten immer zu Nichtkönnen und Versagen.

Der Entwicklung von Selbstwirksamkeit fehle so die Basis. „Die Leute wollen stabile Persönlichkeiten als Erwachsene, verpassen aber das notwendige Training in Kindheit und Jugend. Das heißt: Wenn man Kindern immer alles abnimmt, dauernd BedĂŒrfnisse befriedigt, ihnen alle WĂŒnsche gewĂ€hrt, sie nicht auch mal fordert und in die Pflicht nimmt, fehlt ihnen nachher das nötige Selbstbewusstsein und das ‚Handling‘, um im Leben zu bestehen.“

"Zumutungen" schulen das seelische Immunsystem

Was also können Eltern besser machen, um Resilienz bei ihren Sprösslingen zu fördern, damit diese die Kraft entwickeln, sich nicht vom ersten Gegenwind umpusten zu lassen? FĂŒr Erziehungswissenschaftler Wunsch lautet die einfache Formel: Kindern so frĂŒh wie möglich mit wohlwollender und ermutigender elterlicher Begleitung etwas zutrauen und zumuten.

Resilienz beim Nachwuchs fördern: Diese Tipps helfen dabei

Folgende Erziehungstipps können im Alltag dabei helfen, die psychische Widerstandskraft zu stÀrken:

  • MĂŒtter und VĂ€ter sollten Herausforderungen fĂŒr ihren Nachwuchs konsequent zulassen – schon bei den JĂŒngsten: Einem Kleinkind kann beispielsweise auch mal zugemutet werden, sich eine halbe Stunde oder etwas lĂ€nger allein im Laufstall zu beschĂ€ftigen, auch auf die Gefahr hin, dass es mangels Animation lautstarke und frustrierte Proteste gibt.
  • Die Herausforderungen sollten gerade bei kleineren Kindern wohl dosiert sein. So können sie etwa mit ĂŒberschaubaren Aufgaben im Haushalt altersgerecht Verantwortung ĂŒbernehmen oder zu kleinen Abenteuern wie dem Balancieren auf einer Mauer ermutigt werden. Entscheidend ist dabei – und das gilt fĂŒr jede Altersgruppe –, dass die Kinder spĂŒren, dass Mama und Papa stets Zutrauen haben und an ihre FĂ€higkeiten glauben.
  • Geht doch mal etwas schief und ein kleiner Kratzer ist zum Beispiel die Folge sollten MĂŒtter und VĂ€ter zwar an der Seite ihres Nachwuchses sein, dabei aber ihre Sorge so wenig wie möglich zeigen – auch wenn es schwerfĂ€llt. Diese Regel betrifft vor allem Knirpse, die gerade laufen lernen. Straucheln sie bei ihren Gehversuchen, ist es am besten, wenn sie sich selbst wieder aufrappeln. Denn "Kinder lernen laufen von Fall zu Fall", so Albert Wunsch.
  • Auch beim Thema Essen sollten Eltern nicht zu nachgiebig sein. Nörgeleien und WiderstĂ€nde beim Menu-Angebot, sollte man – solange keine medizinischen UnvertrĂ€glichkeiten bestehen – nicht allzu ernst nehmen und ungeliebte Kost wie etwa GemĂŒse immer wieder anbieten. Hier gilt das Motto: Was auf den Tisch kommt, entscheiden die Eltern, wie viel davon gegessen wird, die Kinder. Probiert werden muss also immer.
  • FĂŒr die Entwicklung von Resilienz im Teeangeralter sind vor allem sinnstiftende Gemeinschaften hilfreich. Insbesondere in gemeinnĂŒtzigen Jugendorganisationen wie etwa der freiwilligen Feuerwehr, dem Jugend-Rotkreuz oder den Pfadfindern lernen Heranwachsende ĂŒber ihr eigenes Ego hinaus zu denken und zu handeln. Zudem verleiht das GemeinschaftsgefĂŒhl StĂ€rke und Kraft.
  • WĂ€hrend der PubertĂ€t ist es außerdem wichtig, bei hĂ€ufig auftretenden Streitpunkten feste Vereinbarungen möglichst in schriftlicher Form zu treffen. Zum Beispiel, wenn es ums leidige AufrĂ€umen geht. Einmal wöchentlich sollte dann kontrolliert werden, ob die Absprachen eingehalten wurden. Erziehungswissenschaftler Wunsch empfiehlt dabei grundsĂ€tzlich ein Zeitfenster auszusuchen, das den Nachwuchs im Falle von unverzĂŒglichen Nachbesserungen automatisch zu Disziplin und ZuverlĂ€ssigkeit "zwingt" – etwa vor einer Verabredung mit Freunden oder vor einer mit Spannung erwarteten FußballfernsehĂŒbertragung.
  • Eltern sollten im familiĂ€ren Zusammenleben nicht jedem Verlangen ihrer Sprösslinge nachgeben – so wie etwa dem Anspruch eines ZehnjĂ€hrigen, unbedingt ein Smartphone zu besitzen. Kinder mĂŒssten lernen, so Albert Wunsch, auch frustrierende ZustĂ€nde und UmstĂ€nde zu ertragen – sonst rutschten sie in die "Verwöhnungsfalle".
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