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Pica Syndrom bei Katzen: Lebensbedrohliches Fressen

Pica Syndrom bei Katzen  

Pica Syndrom: Wenn Katzen Unverdauliches fressen

29.01.2013, 16:45 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Pica Syndrom bei Katzen: Lebensbedrohliches Fressen. Wenn Katzen Unverdauliches essen. (Foto: Kai Remmers / dpa-tmn)

Wenn Katzen Unverdauliches essen. (Foto: Kai Remmers / dpa-tmn)

Das Pica Syndrom gibt sowohl Katzenhaltern als auch Tierärzten Rätsel auf. Warum fressen manche Katzen Unverdauliches wie Teppiche oder Pullover und gefährden damit ihr Leben? Denn: Oft drohen lebensbedrohliche Magen- und Darmverschlüsse. Zehn Tipps, worauf Tierhalter achten sollten.

Was ist das Pica Syndrom?

Der Begriff Pica Syndrom ist vom lateinischen Begriff für die so ziemlich alles aufsammelnde Elster abgeleitet. Auch von anderen Tierarten sowie Menschen sind diese Essstörungen bekannt, bei denen die Erkrankten Dinge aufnehmen, die ihr Körper nicht verarbeiten kann, wie Plastik oder Kot.

Wenn die Katze am Pullover knabbert

Wenn die Katze nicht mehr nur ihr Futter frisst, sondern sich ebenfalls über Teppiche, Pullover oder Bettlaken hermacht, ist das für die Halter ein Grund zur Sorge. Ein Besuch beim Tierarzt ist dann sinnvoll. Warum manche Katzen Unverdauliches fressen, ist nicht genau bekannt. Vornehmlich sind orientalische Rassen wie Siam- und Burmakatzen betroffen, wie Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) in Frankfurt sagt. Deshalb werde angenommen, dass die Zwangsstörung vererbt wird. "Bewiesen ist das aber nicht."

Stress und Langweile

Eine Ursache für die Verhaltensstörung könnte Stress sein, etwa bei einem Umzug, infolge eines Halterwechsels oder bei Besuch. Aber auch Langeweile wird als mögliche Ursache diskutiert. "Manche Katzen machen das, um Aufmerksamkeit zu bekommen", erklärt Verhaltensforscherin Franziska Kuhne vom veterinärmedizinischen Klinikum der Universität Gießen. Die Mitarbeiterin der Professur für Tierschutz und Ethologie räumt aber ein, dass das Pica Syndrom eventuell aus einem anderen Grund häufiger bei Wohnungskatzen festgestellt wird: "Bei den Tieren, die draußen unterwegs sind, weiß man ja gar nicht, was die alles fressen."

Frühzeitiges Abstillen

Als weitere mögliche Ursache wird Kuhne zufolge zu frühzeitiges Abstillen diskutiert. "Auf Katzenwelpen haben Saugen und Schlucken einen beruhigenden Effekt", sagt Kuhne. "Der Reflex ist nicht weg, wenn die Katzen zu früh oder abrupt abgesetzt wurden." Nach etwa sieben Wochen würden Katzenmütter in der Regel ihren Jungen das Stillen nach und nach verweigern. "Dann dürfen sie noch ein oder zwei Minuten saugen und dann geht die Mutter. So wird das Verhalten abgewöhnt." Wenn die Katzenbabys wegen neuer Besitzer oder einem entzündeten Gesäuge früher aufs Säugen verzichten müssen, behalten sie den Reflex dennoch bei. Wegen der ebenfalls vermissten Duftstoffe des Muttertieres fressen die betroffenen Katzen laut Kuhne oft Sachen, die nach Schweiß riechen. Das können Socken oder auch der Teppich sein, über den barfuß gegangen wird.

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