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Elster: Rabenvogel mit kontrastreichem Gefieder

Steckbrief des Vogels  

Elster: Rabenvogel mit kontrastreichem Gefieder

04.08.2014, 12:40 Uhr | mb (CF), ar

Elster: Rabenvogel mit kontrastreichem Gefieder. Die Elster: Diebisch im wahrsten Sinne des Wortes (Quelle: imago images/blickwinkel)

Die Elster: Diebisch im wahrsten Sinne des Wortes (Quelle: blickwinkel/imago images)

Elstern haben einen eher zweifelhaften Ruf: Sie gelten als diebisch und gefährden angeblich die Singvögel in den Städten, wo der Bestand der Rabenvögel immer mehr zunimmt. Das schlechte Image trägt der intelligente Vogel in Schwarz-Weiß allerdings zu unrecht. Hier erfahren Sie mehr über die Elster.

Elster: Vom Menschen in die Stadt getrieben

Die Elster-Population in besiedelten Gebieten hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Dass der etwa 46 Zentimeter große Rabenvogel die Nähe zum Menschen sucht, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der natürliche Lebensraum der Tiere mehr und mehr zerstört und die Elster ihrer Nahrungsgrundlagen beraubt wurde. Statt auf Feldern, versucht der Vogel mit dem schillernden Gefieder nun, seine Nahrung in den Städten zu finden.

Dies sorgt für Unmut bei vielen Gartenbesitzer: Denn laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) stehen neben Käfern und anderen Insekten auch Jungvögel auf dem Speiseplan der Elster. Dass dieser Anteil nur verschwindend gering ist, wird dabei oft vernachlässigt. Sorge um den Fortbestand der heimischen Singvögel muss nämlich niemand haben. Wie die Vogelschutzexperten von NABU versichern, verkraften kleinere Singvögel die Nachwuchsverluste problemlos.

Elstern aus dem Garten vertreiben

Die Elster unterliegt, wie alle europäischen Vogelarten, dem allgemeinen Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie, so der NABU in seinem Online-Auftritt. Danach darf man die Tiere weder fangen, verletzen noch töten. Das Vertreiben aus dem eigenen Garten ist daher so gut wie unmöglich. Allerdings können Sie schützende Maßnahmen ergreifen, um Ihren Garten für Elstern ungemütlich zu gestalten.

In einem wilden Garten finden erwünschte Singvögel gute Verstecke, die von den Elstern weder leicht entdeckt noch ausgeraubt werden können. Zusätzlich können Sie Nistkästen mit kleinen Öffnungen anbringen, sodass die Rabenvögel nicht an die Eier und Jungvögel anderer Vogelarten gelangen können. Besitzen Sie einen Komposthaufen sollten Sie diesen mit einer Plastikplane abdecken oder einen verschließbaren Kompostbehälter kaufen.

Nahrung der Rabenvögel

Elstern sind keine Zugvögel, sondern verbringen den Winter in heimischen Gefilden. Dank dem reichen Nahrungsangebot in den Städten besteht auch gar keine Not fortzuziehen, schließlich sind die Vögel bei der Wahl ihrer Nahrung nicht anspruchsvoll: Sie fressen neben Insekten auch Speisereste aus Abfallbehältern oder Aas. Außerdem legt der intelligente Rabenvogel für den Winter Futterverstecke an.

Brutzeit und Jungvögel

Gemeinsam kümmert sich das Paar jedes Jahr im Februar um den Bau des gemeinsamen Nests, um den Nachwuchs großzuziehen. In der Regel entsteht die kugelrunde Reisigbehausung in den Kronen der höchsten Bäume und wird von viel Vogelgeschrei begleitet. Die Vögel haben Brutreviere und verteidigen diese mit ihrer lautstarken Vogelstimme. Die Elster ist ein Singvogel. Der charakteristische Ruf der Elster, auch Schackern genannt, ist leicht zu erkennen. Mit dem Warn- und Alarmruf warnen sich die Tiere gegenseitig vor Feinden. Die Brutzeit ist einmal im Jahr zwischen April bis Juni.

Das Weibchen legt etwa vier bis sieben Eier. Rund die Hälfte aller Bruten ist von Erfolg gekrönt. Die andere Hälfte fällt Nesträubern oder der Zerstörungswut des Menschen zum Opfer. Das Weibchen brütet allein und wird vom Männchen mit Nahrung versorgt. Sind die Jungvögel nach etwa 20 Tagen geschlüpft, werden diese gemeinschaftlich von den Eltern versorgt. Nach etwa einem Monat verlassen die Jungvögel das Nest.

Wussten Sie übrigens, dass Elstern nach ihrer "Vogelhochzeit" in der Regel ihr Leben lang zusammenbleiben? Maximal 16 Jahre lang leben die Vögel, ihre durchschnittliche Lebenserwartung in freier Natur liegt allerdings bei etwa zweieinhalb Jahren.

"Diebische Elster": Was steckt dahinter?

Doch was ist eigentlich dran an dem Gerücht, dass Elstern diebisch sind und alles fortschleppen, was funkelt und glitzert? Eine räuberische Veranlagung ist nicht die Ursache für dieses Verhalten. Es ist zwar tatsächlich zu beobachten, kommt aber seltener vor, als gemeinhin behauptet wird. Funkelnde Gegenstände wecken ihre Neugier und die gleichen Instinkte wie bei der Nahrung. Nur hin und wieder tragen die Vögel den Gegenstand tatsächlich fort, inspizieren ihn und verstecken ihn dann.

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