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Können Hummeln stechen oder beißen?

Verbreitetes Gerücht  

Können Hummeln stechen oder beißen?

06.05.2020, 12:00 Uhr | uc, t-online.de, ron

Können Hummeln stechen oder beißen?. Erdhummel (Bombus terrestris): Mit ihrem Beißwerkzeug kann sie geschlossene Blüten öffnen. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Erdhummel (Bombus terrestris): Mit ihrem Beißwerkzeug kann sie geschlossene Blüten öffnen. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Hummeln stechen nicht? Diese Annahme ist weit verbreitet, stimmt aber nicht. Mehr noch: Sie können ihren Stachel sogar mehrmals verwenden. Das ist der Grund.

Die gemütlich-dick wirkende Hummel, deren lateinischer Name Bombus lautet, gehört zu den gern gesehenen Wildbienen im Garten oder auf dem Balkon.

Haben Hummeln einen Stachel?

Wie bei Bienen und Wespen haben auch bei den Hummeln nur die weiblichen Tiere einen Stechapparat. Die Drohnen, also die männlichen Insekten, haben keinen Stachel.

Können Hummeln stechen?

Hummeln sind generell sehr friedlich und wehren sich nur selten. Bevor eine Hummeln sticht, sendet sie eine Reihe von Warnsignalen aus. Fühlt sich eine Hummel bedroht, streckt sie dem potenziellen Angreifer zunächst nur ihr mittleres Bein entgegen. Bei massiverer Bedrohung brummt eine Hummel sehr laut und wendet dem Angreifer ihr Hinterteil mit dem Stachel zu.

In welchen Situationen stechen sie zu?

Hummeln sind – im Gegensatz zu Wespen – nicht in der Lage, ihren Stachel aktiv durch die menschliche Haut zu rammen. Der Stich entsteht durch die Wucht des Aufpralls, wenn eine Hummel mit dem Stachel voran auf die Haut trifft. Auch wenn Sie auf eine Hummel treten oder sie festhalten, kann der Stachel die Haut durchdringen. Im Gegensatz zu Bienen bleibt der Stachel einer Hummel aber nicht in der Haut stecken, da er keine Widerhaken besitzt.

Erdhummel (Bombus terrestris): Sie ist die wohl auffälligste und bekannteste Hummelart. (Quelle: imago images/blickwinkel)Erdhummel (Bombus terrestris): Sie ist die wohl auffälligste und bekannteste Hummelart. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Aktiv stechen Hummeln, wenn ihnen ihr Nest bedroht scheint. Je nach Hummelart ist dabei ein unterschiedliches Aggressionspotential zu beobachten. Baumhummeln können sich im Sommer bereits bedroht fühlen, wenn Sie dem Nest nur zu nahe kommen. Erdhummeln hingegen sind deutlich entspannter und reagieren erst beim Öffnen ihres Nests aggressiv. In der Regel beißen sie aber nicht, denn ihre Beißwerkzeuge sind nicht zur Verteidigung gedacht.

Info
Die männlichen Hummeln zeigen bei Bedrohung dasselbe Abwehrverhalten wie ihre weiblichen Artgenossen, obwohl sie nicht stechen können.

Wie gefährlich sind Hummelstiche?

Der Stich einer Hummel führt zu ähnlichen Symptomen wie der Stich einer Wespe oder Biene. Der Stich kann durch das eingespritzte Gift sehr schmerzhaft sein, ist aber für die meisten Menschen ungefährlich. Es kommt zu einer geröteten, juckenden Schwellung in Verbindung mit einem Brennen. Bei einigen Menschen kann der Stich einer Hummel jedoch zu schweren allergischen Reaktionen führen. Sollten Sie eine solche Reaktion bei sich bemerken, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. 

Gehören Hummeln zu gefährdeten Insekten?

Die pelzigen Insekten sind wichtige Helfer im Obst- und Gartenbau, da sie viele Nutzpflanzen bestäuben. Gerade im Frühjahr sind sie oft die einzigen Bestäuber. Hummeln stehen in Deutschland unter Naturschutz. Einige Arten werden sogar auf der roten Liste gefährdeter Arten geführt. Grund sind hauptsächlich das Schwinden von Nahrungsquellen und die Zerstörung der natürlichen Lebensräume.

Warum gibt es immer weniger Hummeln?

Hummeln haben sich, anders als Bienen, auf spezielle Pflanzen- und Blumenarten spezialisiert, beispielsweise auf Rotklee oder Ackerbohnen. Aufgrund der zunehmenden Monokultur in der Landwirtschaft, geht den Tieren ein großer Teil der Nahrung verloren. Auch Überwinterungs- und Nistplätze sind in intensiv landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen rar.

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris): Sie nascht gern vom nektarreichen Lavendel. (Quelle: imago images/Michael Weber)Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris): Sie nascht gern vom nektarreichen Lavendel. (Quelle: Michael Weber/imago images)

Wie kann man den Insekten helfen?

Um Hummeln zu schützen, muss ihr Nahrungsangebot verbessert werden. Mit einem naturnahen Garten und einem blütenreichen Balkon können Sie selbst zur Versorgung der friedlichen Insekten beitragen. Legen Sie Wert auf nektarreiche, wilde Blütenpflanzen und säen Sie auch spät blühende Stauden ein. Gut geeignet sind laut Naturschutzbund (NABU) zudem

Mähen Sie Blumen erst nach der Blüte ab und bieten Sie den Tieren Rückzugsorte wie Totholzstapel oder Trockenmauern. Auch ein Schälchen mit Zuckerwasser hilft den hungrigen Insekten.

Wie überwintern Hummeln?

Im Unterschied zu den Honigbienen verenden alle Hummeln im Spätherbst. Nur die begattete Hummelkönigin überlebt, verweilt in ihrem Winterquartier und sucht sich im Frühling einen Nistplatz, um ein neues Volk zu gründen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen

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