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30. Geburtstag - Fegen und andere Traditionen

Für Singles  

30. Geburtstag - Fegen und andere Traditionen

13.01.2015, 10:32 Uhr | sp (hp), anni

30. Geburtstag - Fegen und andere Traditionen. Traditionell findet das Fegen auf einer Domtreppe statt, heutzutage sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Traditionell findet das Fegen auf einer Domtreppe statt, heutzutage sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer mit 30 noch nicht verheiratet ist, muss an seinem Geburtstag mit Überraschungen der besonderen Art rechnen. Vor allem in Niedersachsen, aber anderswo - hauptsächlich in ländlichen Gebieten - nutzen Freunde und Verwandte das Single-Dasein dazu, Bräuche wie Fegen oder Klinkenputzen zu verfolgen.

Fegen und Klinkenputzen: Hintergrund der Tradition

Für das Fegen gibt es keine einheitlichen Regeln, sondern erfolgt in verschiedenen Regionen auf unterschiedliche Art. Ursprünglich kommt die Tradition aus Bremen, wo früher die Domtreppe von den unverheirateten Männern gefegt werden musste. Frauen mussten die Klinke der Domtüre putzen. Beide Bräuche erinnern an eine Strafe, die einem alten Glauben zufolge Menschen erteilt wird, die sich nicht fortpflanzen: Man glaubte, sie müssten später im Jenseits sinnlose Tätigkeiten verrichten.

Eine genaue Rekonstruktion der Bräuche ist schwierig, da das Wissen darüber nur mündlich weitergegeben wurde. Man kann aber davon ausgehen, dass der Junggeselle dazu angeregt werden soll, sich zu binden. Scheitert eine Eheschließung an mangelnden Kontakten, steht die Jungfrau beim Freiküssen als Kandidatin zur Verfügung.

Die Überraschung zum 30. Geburtstag

Sind Freunde und Verwandte dabei, das Fegen zu organisieren, erfährt das Geburtstagskind natürlich als letztes davon. Er wird am Geburtstag von Freunden abgeholt und zum Rathaus geleitet, wo er so lange die Rathaustreppe fegen soll, bis eine Jungfrau ihn durch einen Kuss erlöst. Gibt es keine Rathaustreppe, genügt auch eine andere öffentliche Treppe im Ort.

Selbstverständlich haben der Fegende und seine Familie die Aufgabe, die Gäste zu bewirten – die haben daher wenig Interesse, dass die Feier allzu schnell vorbei ist. Sie geben dem Fegenden viel zu tun, indem sie die Treppe immer wieder mit Unrat bestücken – vornehmlich mit Kronkorken oder Sägespänen. Damit das Fegen noch länger dauert, muss das Geburtstagskind oft mit spärlichem Werkzeug kehren, beispielsweise einer Zahnbürste oder einem Besen ohne Borsten.

Das Freiküssen als Erlösung

Der Junggeselle muss also fegen, bis sich eine Jungfrau erbarmt und ihn freiküsst. Das kann ein Mädchen oder eine unverheiratete Frau aus dem Dorf tun oder jemand aus der eigenen Verwandtschaft.

Im Notfall können sich die jungen Männer auch von ihren Nichten auslösen lassen. Hierbei spielt der Brauch der Bestechung mit Schokolade oder anderen Süßigkeiten eine Rolle. Sind Jungfrauen Mangelware, kommen auch Frauen mit dem Sternzeichen Jungfrau in Frage.

Varianten des Brauchs

Je nach Region fällt der Brauch unterschiedlich aus. Meist findet das Fegen am Tag des 30. Geburtstages statt, teilweise wird das Fegen praktischerweise auf das darauffolgende Wochenende verschoben. In manchen Gegenden kann man das Fegen umgehen, wenn die Eheschließung am Tag vor dem Geburtstag stattgefunden hat. In anderen Regionen wird das strenger gesehen und verlangt, dass der Mann bereits ein Jahr vor dem 30. Geburtstag geheiratet hat.

Auch bezüglich der Jungfrau existieren verschiedene Auslegungen. So kann es unter anderem ein unverheiratetes Mädchen aus dem Dorf sein, eine Frau mit Sternzeichen Jungfrau, jemand aus der eigenen Verwandtschaft oder auch die eigene Freundin oder Partnerin, mit der man (noch) nicht verheiratet ist.

Der Brauch für die unverheiratete Frau

Auch Junggesellinnen werden an ihrem 30. Geburtstag gerne von Freunden und Familie darauf hingewiesen, ihr Singledasein zu beenden. Der Überlieferung nach stammt auch dieser Brauch aus Bremen: 30 Jahre alte Junggesellinnen mussten dort früher die Klinke der Tür zum Dom putzen. Heute können sie stattdessen auch die Türklinken des Rathauses oder einer anderen Einrichtung putzen – je nachdem, was sich die Freunde so ausgedacht haben.

Selbstverständlich wird auch der Frau das Putzen erschwert, indem man die Klinke vorher mit klebrigen Dingen beschmiert. Die ledige Dame muss natürlich so lange putzen, bis sie - analog zum Fegen - ein lediger Mann mit einem Kuss erlöst.

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