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Lateinische Zitate: So kommen sie im Alltag zum Einsatz

Redewendungen  

Lateinische Zitate: So kommen sie im Alltag zum Einsatz

04.08.2015, 14:42 Uhr | CF

Latein ist eine tote Sprache? Keineswegs, denn verschiedene lateinische Zitate begleiten uns durch den Alltag. Ob nun berühmte Sätze von Ikonen wie Julius Caesar, oder auch die Benotung wissenschaftlicher Arbeiten – lesen Sie hier einige Beispiele für lateinische Begriffe, die entweder im Original oder in deutscher Übersetzung Teil des täglichen Sprachgebrauchs sind.

Summa cum laude: Die Benotung der Doktorarbeit

Wer an einer deutschen Hochschule promoviert, also seine Doktorarbeit verfasst, wünscht sich zum Schluss als Bewertung häufig ein "summa cum laude". Das lateinische Zitat bedeutet übersetzt "mit höchstem Lob" und stellt meist die beste mögliche Bewertung einer Promotion dar.

Entsprechend umschreiben Universitäten auch die weiteren möglichen Bewertungen einer Dissertation üblicherweise mit lateinischen Begriffen. Die zweitbeste Bewertung ist demnach "magna cum laude" – die Übersetzung lautet hier "mit großem Lob". Die nächstbeste Note "cum laude" – "mit Lob" – bedeutet laut den Richtlinien der Universität Bayreuth "eine gute Leistung, die sich deutlich von den Mindestanforderungen an eine Promotion abhebt". "Satis bene" und "rite" beschreiben nach diesem System Doktorarbeiten, die "befriedigend" oder "ausreichend" sind. "Insuffizient" dagegen wird übersetzt mit „ungenügend“ und beschreibt entsprechend eine wissenschaftliche Arbeit, die nicht für einen Doktortitel ausreicht.

Kein einheitliches Benotungssystem für Promotionen

Grundsätzlich ist das Bewertungssystem von Dissertationen an deutschen Hochschulen jedoch nicht einheitlich. Wie die Professoren genau benoten, kann nicht nur von Universität zu Universität, sondern sogar von Fakultät zu Fakultät variieren. Das gültige Notensystem ist in der jeweiligen Promotionsordnung festgehalten. Verwendet die Fakultät für die Bewertung lateinische Zitate, so ist gelegentlich die Bewertung "satis bene" nicht Teil der Notenskala. Stattdessen gilt dann "rite" als mindestens notwendige Bewertung, um den Doktortitel zu erhalten.

Bewertung der Dissertationsschrift: Weitere lateinische Zitate

Im Allgemeinen bewerten Universitäten mit der Abschlussnote der Promotion die Dissertationsschrift und die zugehörige schriftliche Prüfung. An einigen Fakultäten ist es jedoch üblich, die wissenschaftliche Schrift zusätzlich gesondert zu bewerten. Auch hierfür werden häufig lateinische Begriffe herangezogen. Die beste Bewertung lautet dann "opus eximium", also "herausragendes Werk".

Die weiteren möglichen Bewertungen sind "opus valde laudabile" und "opus laudabile" für "sehr lobenswertes" und "lobenswertes Werk". Mit "opus idoneum" wird ein "geeignetes Werk" benotet. Die Bewertung "sub omni canone" beschreibt dagegen eine Dissertationsschrift, die "unterhalb jeden Maßstabs" ist und somit keinen Doktortitel rechtfertigt.

Alea iacta est: Was bedeutet das lateinische Zitat?

"Alea iacta est" gehört heute zu den bekanntesten lateinischen Zitaten. Die wörtliche Übersetzung lautet "Der Würfel ist geworfen". Wird das Zitat heute genutzt, dann häufig in einer etwas freieren Übersetzung aus dem Lateinischen, nämlich "Die Würfel sind gefallen“. Davon leiten sich noch freiere Interpretationen ab, beispielsweise "Es ist entschieden" oder "Die Entscheidung ist gefallen".

"Alea iacta est": Als Caesar die verbotene Grenze überschritt

Das Zitat "Alea iacta est" wird heute oft einer der berühmtesten Figuren des alten Rom zugeschrieben: Gaius Julius Caesar. Im Jahre 49 vor Christus strebte Caesar eine zweite Amtszeit als Konsul an, der römische Senat wollte dies jedoch verhindern. Er verlangte von Caesar, dass dieser zunächst seine Befehlsgewalt für Gallien aufgeben und sein Heer entlassen müsse.

Dem ZDF-Magazin "Terra X" zufolge tat Caesar jedoch genau das Gegenteil und überschritt eine im doppelten Sinne verbotene Grenze: Mit seinem Heer überquerte Caesar den Fluss Rubikon in Richtung Rom – eigentlich war es verboten, Legionen nach Italien zu bringen – und zettelte damit einen Bürgerkrieg an, der im Staatsstreich endete. In diesem Zusammenhang soll er den berühmt gewordenen Satz "Alea iacta est" verkündet haben.

Anders als in der heute üblichen Verwendung für eine Entscheidung, die bereits gefallen ist, beschrieb Caesar hier jedoch vermutlich einen noch offenen Ausgang – schließlich befindet sich der Würfel laut wörtlicher Übersetzung noch in der Luft.

"Veni, vidi, vici": Caesar kam, sah und siegte

Auch das lateinische Zitat "Veni, vidi, vici" stammt vermutlich aus der Feder von Gaius Julius Caesar. Den Satz hat wohl jeder schon einmal gehört – möglicherweise jedoch nicht auf Lateinisch, sondern in seiner deutschen Übersetzung: "Ich kam, ich sah, ich siegte", oder auch "Ich kam, sah und siegte". Das Zitat wird oft verwendet, um einen sehr schnellen Erfolg zu beschreiben, der keinerlei Probleme bereitete.

Verfasst haben soll Caesar den berühmt gewordenen Spruch laut der geschichtlichen Zeitschrift "Damals" auf seiner Rückreise von Ägypten nach Rom. Dorthin war der Feldherr nach seinem Sieg im römischen Bürgerkrieg gereist. Den Überlieferungen zufolge hatte der pontische König Pharnakes währenddessen römische Legionen in Kleinasien besiegt – und schickte sich nun an, weiter in römisches Gebiet vorzudringen. Caesar jedoch verhinderte dies: In der Nähe der heute türkischen Stadt Zela bezwang er Pharnakes mit seinen Truppen nach vergleichsweise kurzer Schlacht. In einem Brief an einen Freund soll Caesar diesen Erfolg im Anschluss mit dem Satz "Veni, vidi, vici" zusammengefasst haben.

O tempora o mores: Bedeutung des lateinischen Zitats von Cicero

In den chaotischen Zeiten des römischen Bürgerkriegs lebte auch der berühmte römische Redner und Staatsmann Marcus Tullius Cicero. Dieser galt eher als konservativer Politiker – entsprechend hatte Cicero viele Gelegenheiten, seine Unzufriedenheit über die Sitten der Zeit zum Ausdruck zu bringen.

Eines von Ciceros berühmtesten lateinischen Zitaten lautet "O tempora o mores". Es lässt sich wörtlich mit "Die Zeiten, die Sitten!" übersetzen. Das "o" im lateinischen Originalzitat wird üblicherweise nicht übersetzt, verdeutlicht hier jedoch die Dringlichkeit der Aussage. Somit wird der Satz zu einer Art Anklage, in der Vorwurf mitklingt.

Noch heute findet das Zitat vielerlei Verwendung, häufig in der lateinischen Version. Der Sprechende bringt damit seine Unzufriedenheit mit verschiedenen aktuellen Entwicklungen, Sitten und Gegebenheiten zum Ausdruck.

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