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"Hohes Friedensfest": Warum die Augsburger am 8. August feiern

Feiertag in nur einer Stadt  

Warum die Augsburger das Hohe Friedensfest feiern

08.08.2020, 10:45 Uhr | cch, t-online, dpa

"Hohes Friedensfest": Warum die Augsburger am 8. August feiern. Augsburger Hohes Friedensfest: Jedes Jahr wird auf dem Rathausplatz an der Friedenstafel gemeinsam gespeist. (Quelle: imago images/reportandum)

Augsburger Hohes Friedensfest: Jedes Jahr wird auf dem Rathausplatz an der Friedenstafel gemeinsam gespeist. (Quelle: reportandum/imago images)

Um diesen Tag beneidet ganz Bayern die Augsburger: Ihr Hohes Friedensfest beschert den Menschen in der schwäbischen Metropole jährlich einen zusätzlichen freien Tag. Dahinter steckt eine Geschichte von jahrelanger Unterdrückung.

Augsburg ist die Stadt mit den meisten Feiertagen in Deutschland. Hier wird zusätzlich zu den 13 Feiertagen, die es in Bayern gibt, das Hohe Friedensfest am 8. August gefeiert. Es soll an das Ende der Unterdrückung der Protestanten während des Dreißigjährigen Krieges erinnern.

Westfälischer Frieden stellte Parität in Augsburg wieder her

1555 erklärte der deutsche König Ferdinand I. den "Augsburger Religionsfrieden". Diese "Pax Augustana" brachte der evangelischen Religion im Deutschen Reich die offizielle Anerkennung neben der katholischen. Im Dreißigjährigen Krieg ging diese Gleichberechtigung allerdings wieder verloren: Das katholische Regiment untersagte den Protestanten am 8. August 1629 die Ausübung ihres Glaubens. Es ordnete an, die evangelischen Kirchen zu schließen.

Erst mit dem 1648 errungenen Westfälischen Frieden wurde in Augsburg die Parität wieder hergestellt. Seit 1650 wird das Hohe Friedensfest gefeiert. Die Protestanten in Augsburg wählten den Jahrestag des kaiserlichen Eingriffs von 1629, um für die Erhaltung ihres Glaubens zu danken.

Hohes Friedensfest: Feiertag seit 1950

Seit 1950 ist das Hohe Friedensfest der schwäbischen Stadt ein staatlich festgelegter Feiertag – nach Angaben der Organisatoren der europaweit einzige gesetzliche Stadtfeiertag. Heutzutage mahnt der Feiertag auch an, dass niemand mehr aufgrund seiner Religion oder Herkunft ausgeschlossen werden soll. In Augsburger haben fast 45 Prozent der Bürger eine Zuwanderungsgeschichte. Dementsprechend gehören sie ganz unterschiedlichen Glaubensrichtungen an.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten gibt es jedes Jahr ein zweiwöchiges Kulturprogramm mit einem politischen Schwerpunkt. Höhepunkt ist die Friedenstafel unter freiem Himmel, die auf dem Rathausplatz am 8. August stattfindet. Hunderte Bürger nehmen dabei gemeinsam an den Tischen Platz und teilen die von zu Hause mitgebrachten Lebensmittel.

Auf diese Wochentage fällt das Friedensfest in den kommenden Jahren:
8. August 2020: Samstag
8. August 2021: Sonntag
8. August 2022: Montag
8. August 2023: Dienstag

Das Friedensfest in Augsburg ist Immaterielles Kulturerbe

Am Tag des Friedensfestes bleiben typischerweise alle Augsburger Geschäfte, Supermärkte und Kaufhäuser geschlossen. Über den zusätzlichen Ruhetag in Augsburg freuen sich deshalb regelmäßig die Geschäftsleute im Umland, denen das Fest zusätzliches Publikum und bessere Umsätze beschert.

Das Augsburger Hohe Friedensfest ist seit Ende 2018 Immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Verwendete Quellen:

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