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Der Golem: Mystisches Wesen aus der jüdischen Kabbala

Rituale  

Der Golem: Mystisches Wesen aus der jüdischen Kabbala

01.12.2015, 10:32 Uhr | hm (CF)

Der Golem: Mystisches Wesen aus der jüdischen Kabbala. Die Geschichte vom Golem in Prag ist besonders bekannt. (Quelle: imago images/CTK Photo)

Die Geschichte vom Golem in Prag ist besonders bekannt. (Quelle: CTK Photo/imago images)

Ein Golem ist laut der jüdischen Glaubenslehre ein rituell erschaffenes menschliches Wesen, das vor allem eine Schutzfunktion hat. Aufgrund der anhaltenden Verfolgung der jüdischen Glaubensgemeinschaft war der Wunsch nach einem solchen Wesen groß. Erfahren Sie mehr über die Hintergründe dieses mystischen Schöpfungsaktes aus der Kabbala.

Der Golem: Ursprung in der Kabbala

Unter dem Begriff Kabbala wird die mystische Religionsphilosophie des Judentums zusammengefasst. Diese gewann Anfang des 12. und vor allem im 13. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung, da sich die Juden durch die Unterdrückung ihres Glaubens immer mehr in die Geheimlehre des Judentums zurückzogen. Anhänger der Kabbala glaubten daran, dass sich das Wunder der Schöpfung durch die Schaffung von unbeseelten Golems nachahmen ließe.

Zu diesem Zweck wurde jungfräuliche Erde oder Lehm mit reinem Wasser zu einer menschlichen Form verknetet. Anschließend sollte diese mithilfe von religiösen Buchstabenkombinationen auf Pergament von einem Anhänger der Lehre der Lebensatem eingehaucht werden, indem das beschriebene Papier im Mund des Wesens platziert wurde.

Die so geschaffenen Golems sollen laut der Kabbala groß und von übermenschlicher Kraft sein. Doch sie können nicht selbständig handeln oder sprechen: Ein Golem dient seinem Erschaffer und schützt diesen.

Die Golem-Saga um Rabbi Löw in Prag

Überlieferte Golem-Legenden gehen zurück bis in das 12. Jahrhundert. Besonderer populär ist jedoch die Sage von dem Golem im Prag des 16. Jahrhunderts, der von Rabbi Löw erschaffen worden sein soll. Dieser Rabbiner war ein Anhänger der Kabbala und soll magische Fähigkeiten besessen haben.

Um der jüdischen Bevölkerung Schutz im Prager Getto zu bieten, schuf Rabbi Löw der Sage nach in einem religiösen Ritus einen Golem aus dem Uferlehm der Moldau. Er soll dem Rabbiner hörig gewesen sein und die Bewohner des Gettos vor Verfolgung geschützt haben.

In dieser Legende wird jedoch auch die Unberechenbarkeit des Golem deutlich. Als der Rabbi, der das Wesen jeden Freitag zurückverwandelte, dies einmal vergaß, soll der Golem als Folge das Prager Getto zerstört und angezündet haben. Nach dieser Episode wurde der Golem von Prag nie wieder erweckt.

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