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Kennen Sie die sechs wichtigsten Arten von Zecken?

Gefährliche Milben  

Kennen Sie die sechs wichtigsten Zeckenarten?

Von Alexandra Grossmann

16.08.2019, 13:47 Uhr
 (Quelle: Bitprojects)
2019 wird ein gutes Jahr für Zecken

Zecken werden es dieses Jahr gut haben. Experten sind deswegen besorgt, denn auf einen milden Winter folgte ein warmer Frühling. Viele Zecken haben die kalte Jahreszeit also gut überstanden. (Quelle: Bitprojects)

Zeckenalarm in Deutschland: Hier droht die größte Gefahr. (Quelle: Bitprojects)


In Deutschland leben viele Unterarten des Blutsaugers. Manche unterscheiden sich deutlich von den anderen. Welche Zecken Sie kennen sollten und welche besonders gefährlich sind.

Mehr als 800 Zeckenarten gibt es auf der Welt, in Deutschland leben mehr als 15 Arten. Unter ihnen sind der gemeine Holzbock, die seltene Igelzecke und seit kurzem auch die "Superzecke" Hyalomma marginatum. Lesen Sie hier, was die Arten unterscheidet und wie Sie sie erkennen können.

Der Gemeine Holzbock

Die Zecke mit dem wissenschaftlichen Namen (Ixodes ricinus) ist eine Art, die in ganz Deutschland mit großem Abstand am häufigsten vorkommt. In den warmen Monaten des Jahres ist der Gemeine Holzbock fast überall im Land unterwegs, nur nicht in Gebirgslagen über 1.500 Meter. Im Süden ist er öfter zu finden als im Norden.

Typische Standorte für den Gemeinen Holzbock sind Laub- und Mischwälder sowie Waldlichtungen und -ränder. Bei ausreichender Feuchtigkeit ist er auch in Nadelwäldern, Parks, und Gärten zu Hause.

Sie lauern auf Grashalmen, Kräutern und Stauden

Laut dem Deutschen Grünen Kreuz für Gesundheit (DGK) ist der Gemeine Holzbock die einzige europäische Zeckenart, die nicht nur Tiere sticht. Der Blutsauger aus der Familie der Schildzecken hat sich den Umweltbedingungen so weit angepasst, dass es auch Menschen als Wirte nutzt. Wirtsuchende Zecken sitzen auf Grashalmen, Kräutern und Stauden bis zu einer Höhe von 1,50 Metern sowie auf Totholz und Laubstreu.

Der Gemeine Holzbock misst zwischen 2,5 und 4,5 Millimetern, weibliche Tiere sind größer als männliche. Typisch sind der schwarze Kopf und ein dunkelbraun bis schwarzer Schild, unter der sich der beige oder bräunliche Körper ausbreitet. Ist die Zecke mit Blut vollgesogen, färbt sie sich grünlich-olivfarben.

Nahaufnahme des Gemeinen Hausbocks: Die Zeckenart mit dem dunkelbraunen Schild kann Borreliose übertragen. (Quelle: imago images/Photocase)Nahaufnahme des Gemeinen Hausbocks: Die Zeckenart mit dem dunkelbraunen Schild kann Borreliose übertragen. (Quelle: Photocase/imago images)

Diese Zeckenart kann Erreger der Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auf den Menschen übertragen. Auch Hunde, Katzen und Pferde sowie Nutztiere wie Schafe, Rinder und Ziegen können an FSME erkranken und sogar sterben.

Beisst die Zecke, oder sticht sie?
Sie sticht: Mit ihren scherenähnlichen Mundwerkzeugen reißen sie die Haut des Wirts auf und graben den Stechrüssel in das Gewebe. Dann saugt das Tier mehrere Tage lang Blut, bis es satt ist und den Wirt verlässt.

Die Auwaldzecke

Das Vorkommen von Auwaldzecken ist in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland stetig gestiegen. Gründe für die Verbreitung von Dermacentor reticulatus sind die Klimaerwärmung und Änderungen ihrer Lebensgewohnheiten. Heute findet sich diese Zeckenart vor allem im Osten und im Südwesten der Republik. Sie mag besonders gern sonnenbeschienene Büsche und Bäume sowie offenen Flächen wie Lichtungen und Wiesen.

Wirtsuchende Auwaldzecken halten sich hauptsächlich auf lebenden oder abgestorbenen Grashalmen sowie Kräutern und Stauden auf. Diese Schildzeckenart befällt Menschen nur in den seltensten Fällen. Deutlich gefährlicher ist sie für Hunde und Wildtiere.

Überträger der sogenannten Hundemalaria

Nüchtern ist das Tier fünf, vollgesogen bis zu 16 Millimeter lang. Der Körper dieser Zeckenart ist beije-braun marmoriert, an den Rändern ist sie rötlich.

Auwaldzecke auf einem Blatt: Das Tier fällt auf durch die Maserung und den rötlichen Rand. (Quelle: imago images/Frank Sorge)Auwaldzecke auf einem Blatt: Das Tier fällt auf durch die Maserung und den rötlichen Rand. (Quelle: Frank Sorge/imago images)

Die Auwaldzecke überträgt den Erreger für die sogenannte Hundemalaria, Babesia canis. Diese befällt die roten Blutkörperchen und kann Fieber, verfärbter Urin, Atemnot und Apathie auslösen. Die Symptome treten zumeist ein bis drei Wochen nach dem Zeckenstich auf.

Die Hyalomma-Zecke

Die "Superzecke" gibt es in Deutschland erst seit kurzem, 2018 wurden mehr als 30 Exemplare der Hyalomma marginatum registriert. Das Tier aus den Tropen misst bis zu zwei Zentimeter und ist damit viel größer als ihre deutschen Artgenossen. Kennzeichnend sind ihre orange und gelb gestreifte Beine. Zudem wartet sie nicht wie einheimische Zecken auf ihren Wirt, sondern läuft Pferden, Rindern und auch Menschen nach – ungefähr so schnell wie eine Spinne.

Gemeiner Holzbock und Hyalomma marginatum im Vergleich: Die größere Zeckenart stammt vermutlich aus den Tropen. (Quelle: dpa/ Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/Ilustration)Gemeiner Holzbock und Hyalomma marginatum im Vergleich: Die größere Zeckenart stammt vermutlich aus den Tropen. (Quelle: Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/Ilustration/dpa)

Bisher ist noch kein Fall einer Übertragung von Krankheiten von Hyalomma auf einen Menschen bekannt geworden. In ihrer Heimat Afrika und dem Balkan gilt sie jedoch als Überträgerin verschiedender Fieber-Erkrankungen.

Die Taubenzecke

Diese als robust geltende Zeckenart lebt nicht in Wäldern oder Wiesen, sondern in der Stadt. Die Taubenzecke, Fachname Dermacentor reticulatus, hält sich meistens in Löchern oder Ritzen von Gebäuden auf. Ihrem Namen entsprechend sucht sie sich gerne Tauben als Wirte und ist daher oft in der Nähe von Brutplätzen von Tauben zu finden. Sie befällt jedoch auch andere Vogelarten.

Vollgesogen wird das Taubenzecken-Weibchen bis zu zehn Millimetern lang, das Männchen bis zu vier Millimetern. Gefährlich für Menschen ist diese Zeckenart nicht. Sie werden nur gestochen, wenn das Tier sehr hungrig ist – dann stirbt die Zecke schnell, beim Menschen kann sich eine allergische Reaktion auf den Stich zeigen.

Die Schafzecke

Diese Zecke aus der Familie der Schildzecken mag es warm und trocken. Deshalb kommt Dermacentor marginatus überwiegend in südlicheren Regionen Deutschlands sowie dem Rhein- und Maintal vor. Wie der Name vermuten lässt, bevorzugen diese Zecken Schafe als Wirtstiere. Es kann vorkommen, dass sich Dutzende von Schafzecken auf ein Schaf stürzen.

Das Tier misst bis zu fünf Millimeter, vollgesogen etwa 15 Millimeter. Auffällig ist beim Männchen der Schild: Er bedeckt den gesamten Körper und schimmert rötlich oder dunkelgrau bis silberfarben.

Weibliche Schafzecke auf der Haut: Diese Art sticht Menschen nur selten. (Quelle: imago images/blickwinkel)Weibliche Schafzecke auf der Haut: Diese Art sticht Menschen nur selten. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Menschen werden fast nie gestochen. In den seltenen bekannten Fällen führten Stiche der Schafzecke zu einer Lymphadenopathie, einer krankhaften Schwellung der Lymphknoten.

Die Igelzecke

Die Igelzecke tritt in ganz Deutschland auf, führt aber ein verborgenes Dasein. Sie lebt hauptsächlich im Bau ihrer Wirte. Diese sind Igel, Iltisse, Füchse oder auch Mäuse.
 


Wie bei allen in Deutschland ansässigen Zeckenarten ist auch hier das Weibchen mit etwa vier Millimetern größer als das Männchen, hat aber einen kleineren Schild. Diese Art ist dem Gemeinen Holzbock äußerlich ähnlich, unterscheidet sich aber bei genauem Hinsehen durch eine hellere Körperfarbe.

Ixodes hexagonus fällt Menschen nur auf, wenn sie eine Katze oder einen Hund sticht. Dann besteht die Gefahr, das Erreger der Lyme-Borreliose auf das Haustier übertragen werden.

Verwendete Quellen:

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