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Karfreitag: Welche Bedeutung, Traditionen und Bräuche der Feiertag wirklich hat

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Karfreitag: Welche Bedeutung der Feiertag wirklich hat

10.04.2020, 12:20 Uhr | sah, t-online.de

Ostern: Das hat es mit dem christlichen Fest auf sich

Zu Ostern gehören für viele Menschen vor allem bunte Eier und kleine Häschen. Aber warum feiern wir dieses Fest eigentlich? Dahinter steckt natürlich wesentlich mehr. (Quelle: t-online.de)

Ostern: Deshalb feiern wir das christliche Fest. (Quelle: t-online.de)


Karfreitag spielt in der christlichen Religion eine wichtige Rolle. Wir erklären, warum er so wichtig ist und welche Traditionen und Bräuche es an diesem Tag gibt.

Es ist ein Tag des Gedenkens, des Innehaltens und der Traditionen: Karfreitag erinnert an die Kreuzigung Jesu Christi. Jesus wurde nach Überlieferung der Bibel in Jerusalem ans Kreuz genagelt und starb. Um sich darauf zu besinnen, beten und fasten Christen an diesem Tag.

Der Name Karfreitag leitet sich vom althochdeutschen Wort "kara" ab, was Trauer oder Wehklage bedeutet. Karfreitag gilt zudem als Höhepunkt der Fastenzeit und gehört zu den heiligen drei Tagen ("Triduum Sacrum") von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn, die bis zum Ostersonntag andauern.

Wann ist Karfreitag?

Jedes Jahr am Freitag vor Ostern ist Karfreitag. Der Tag liegt zwischen Gründonnerstag und Karsamstag. Der Karsamstag ist der Samstag vor Ostersonntag und beschließt die Karwoche. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Ostersamstag. Der Ostersamstag bezeichnet den Samstag eine Woche nach Ostern. Er ist der Tag vor dem weißen Sonntag, der Sonntag nach Ostern, mit dem die sogenannte Osteroktav – also die Osterwoche – endet.

Dieses Jahr fällt Karfreitag auf den 10. April, im nächsten Jahr auf den 2. April. Die Daten für die nächsten Jahre können Sie der Tabelle entnehmen.

JahrDatum
202010. April
20212. April
202215. April
20237. April
202429. März

Ist Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag?

In Deutschland ist der christlich geprägte Feiertag gesetzlich anerkannt. Das bedeutet, dass Karfreitag in allen 16 Bundesländern ein Feiertag ist und Geschäfte sowie Behörden geschlossen bleiben. Mit eingeschränkten Öffnungszeiten ist hier zu rechnen:

  • Apotheken
  • Bäcker
  • Blumenläden
  • Tankstellen, Kioske
  • Supermärkte und Geschäfte in Bahnhöfen
  • Restaurants

Für Christen gilt Karfreitag als ein Tag der Buße, des Fastens und des Gebets – weswegen er auch als "stiller Feiertag" bezeichnet wird. In weiten Teilen Deutschlands gilt deshalb ein mehr oder weniger striktes Tanzverbot. Tanzt man dann beispielsweise in Baden-Württemberg in der Öffentlichkeit, kann ein Bußgeld von bis zu 1.500 Euro fällig werden.

Zudem gibt es Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen wie zum Beispiel Sportveranstaltungen. Viele Museen und Zoos haben an Karfreitag dagegen Öffnungszeiten wie an Sonntagen.

Feiertage in Deutschland: So ungerecht sind sie verteilt

Welche Bedeutung hat Karfreitag?

Karfreitag erinnert an die Leidenszeit und den Tod Jesu Christi. Gläubige gedenken an diesem Tag der qualvollen Kreuzigung und dem anschließenden Kreuzestod des Sohn Gottes auf dem Hügel Golgatha im heutigen Jerusalem.

Unter dem Vorwurf der Gotteslästerung wurde Jesus von den Hohepriestern angeklagt und vom römischen Statthalter Pontius Pilatus als Unruhestifter verurteilt. Infolgedessen wurde er zur Strafe ans Kreuz genagelt – eine damals übliche Hinrichtungsmethode. Laut Bibel nahm Jesus mit seinem Tod freiwillig die Sünden der Welt auf sich und ebnete so für die Menschen den Weg zu Gott und damit zum ewigen Leben.

Wie feiern Christen den Karfreitag?

Die Kirchenglocken bleiben bis in die Osternacht auf Ostersonntag still. Deswegen gilt der Tag auch als "stiller Feiertag". An Karfreitag herrscht Tanzverbot, weshalb keine Tanz- oder Sportveranstaltungen stattfinden dürfen.

Gottesdienste stehen an diesem Tag unter dem Zeichen der Trauer. Meist findet ein Wortgottesdienst um 15 Uhr statt – diese Zeit gilt als überlieferte Todesstunde Jesu. bezeichnet. Im Mittelpunkt der Karfreitagsgottesdienste steht hierbei die feierliche Verehrung des Kreuzes. Dazu gehören neben Gebeten die schrittweise Enthüllung und Erhebung eines Kreuzes.

Es gibt auch den Brauch, an Karfreitag Kreuzwegandachten abzuhalten. In 14 Stationen wird dabei dem Leiden und Sterben Jesu gedacht – von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zur Kreuzigung und Grablegung. Die meist bildlichen Darstellungen sollen die Passionsgeschichte aufzeigen.


Die evangelischen Christen feiern den Karfreitag als Andacht zum Tod Jesu. Die Glocken der Kirchen bleiben auch bei ihnen ab Karfreitag bis zur Osternacht stumm, in einigen Gemeinden läuten die Glocken am Karfreitag aber zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr. Im Zentrum des Gedenkens steht, dass Jesus die Sünden der Menschen auf sich genommen hat.

Warum isst man an Karfreitag oft Fisch?

Während der Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt und in der Osternacht endet, sollten Gläubige jeweils mittwochs und freitags kein Fleisch essen. Diese Regel liegt darin begründet, dass Jesus an einem Mittwoch verraten und an einem Freitag gekreuzigt worden sein soll. An den Leidensweg soll durch den Verzicht erinnert werden. Mit dieser Tradition bereiten sich Christen auf das Osterfest vor.

Abnehmen und Entgiften: Sanftes Fasten statt harter Verzicht

Karfreitag gilt als Höhepunkt der Fastenzeit. An diesem Tag ist für Gläubige eine einmalige Sättigung sowie zwei kleine Stärkungen erlaubt – auf Fleisch und Alkohol verzichten sie ganz. Der Verzehr von Fisch ist hingegen erlaubt. Damit gedenken Gläubige zudem Jesu, da Fische Symbole des christlichen Glaubens sind. Deshalb nehmen einige Christen nicht nur am Karfreitag vor Ostern traditionell Fisch zu sich, sondern auch an anderen Freitagen.

Verzicht auf dem Speiseplan: Fisch ist jedoch während der christlichen Fastenzeit erlaubt. (Quelle: imago images/Westend61)Verzicht auf dem Speiseplan: Fisch ist jedoch während der christlichen Fastenzeit erlaubt. (Quelle: Westend61/imago images)

Welche Bräuche zum Karfreitag gibt es in der Welt?

Wuppertal feiert den Karfreitag farbenfroh, aber ernst. Mitglieder der katholisch italienischen Gemeinde ziehen an diesem Tag in historische Gewänder gekleidet durch die Stadt. Diese Tradition fing klein an und hat sich inzwischen zu einem Zuschauermagneten entwickelt.

Auf den Philippinen nimmt die Tradition der Nachstellung des Kreuzganges extremere Ausmaße an. In San Pedro Cutud ziehen Männer barfuß mit Holzkreuzen durch die Straßen oder schlagen sich den Rücken mit Peitschen blutig. Manche tragen Dornenkronen. In San Juan ziehen Schauspieler in altertümlichen Soldatenkostümen auf, um die Teilnehmer zum Kreuz zu begleiten. Helfer treiben Nägel durch Handflächen und Füße der Männer, die auf kleinen Stützen ruhen. Die riesigen Kreuze werden dann aufgerichtet. Die katholische Kirche kritisiert diesen blutigen Brauch seit Jahren.

In Griechenland und auf Zypern werden während der gesamten Osterwoche in allen Kirchen Messen zelebriert, die mehrere Stunden dauern. Am Karfreitag folgt eine Prozession durch die Straßen der Gemeinde. Selbst weltlich orientierte Menschen gehen zur Osterzeit in die Kirche. Die Feiertage werden mit der Familie verbracht.

Im hauptsächlich muslimischen Senegal gibt es nur eine kleine christliche Gemeinde. Diese bereitet am Karfreitag ein Gericht namens "Ngalakah" für die Osterfeiertage zu: Couscous mit Erdnussbutter, dem Saft der Baobabfrucht, Rosinen, Vanille und Zucker. Das Dessert wird auch mit muslimischen Bekannten geteilt. Ostern gilt in dem afrikanischen Land deshalb auch als Fest der Stärkung interreligiöser Verbundenheit.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • Kreuzweg
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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