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Neue Studie: Futtertrend "Barfen" ist gefährlich für Haustier und Mensch

Neue Studie  

Futtertrend "Barfen" ist gefährlich für Haustier und Mensch

Von Sonja Eichert

19.10.2019, 13:24 Uhr
Neue Studie: Futtertrend "Barfen" ist gefährlich für Haustier und Mensch. Ein Berner Sennenhund vor einem Futternapf mit rohem Fleisch: Das Futter könnte Bakterien enthalten, die bei einer Infektion nicht mit gängigen Antibiotika behandelt werden können.  (Quelle: imago images/imagebroker)

Ein Berner Sennenhund vor einem Futternapf mit rohem Fleisch: Das Futter könnte Bakterien enthalten, die bei einer Infektion nicht mit gängigen Antibiotika behandelt werden können. (Quelle: imagebroker/imago images)

Eine Studie der Universität Zürich schreckt wohl manchen Haustierhalter auf: Die Forscher haben in mehr als der Hälfte der Futterproben, die der Fütterungsmethode "Barf" entsprechen, gefährliche resistente Keime gefunden.

Forscher der Universität Zürich warnen vor dem Haustier-Trend "Barfen". Die Fütterungsmethode sei ein bedeutender Risikofaktor bei der Übertragung von Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind und so gefährliche Krankheiten auslösen können.

"Barf" steht für Biologically Appropriate Raw Food. Dabei werden dem Hund oder der Katze rohes Fleisch und Gemüse verfüttert, ohne dass dieses vorher erhitzt wird. Dies soll der Natur der Tiere als Fleischfresser näher kommen als übliche Futtermischungen.

Gefährliche Keime in über der Hälfte der Proben

Untersucht wurden 51 Proben aus im Handel erhältlichen "Barf"-Menüs. Das Ergebnis erschreckte die Forscher: In 61 Prozent wurden Keime nachgewiesen, die resistent gegen Antibiotika sind. Zweimal wurden sogar E-coli-Bakterien gefunden, die gegen ein Reserveantibiotikum resistent sind, das eigentlich dann zum Einsatz kommen soll, wenn andere Mittel wirkungslos bleiben.

Die Wissenschaftler warnen daher ausdrücklich vor der Verabreichung von rohem Futter. "Die Tierhalter sollten sich des Risikos bewusst sein, dass ihr Tier vielleicht multi-resistente Bakterien in sich trägt und diese verbreiten kann", sagte Magdalena Nüesch-Inderbinen, eine der Autorinnen und Autoren der Studie.

Gefahr für Tier und Mensch

Bei der Zubereitung des Futters könne auch der Mensch in Berührung mit den Keimen kommen. Außerdem können die Bakterien, vor allem bei engem Kontakt, vom Haustier auf den Menschen übertragen werden. Wird dadurch eine Infektion ausgelöst, ist es durch die Resistenzen der Bakterien schwierig, diese wirkungsvoll zu behandeln.

In den Fokus gerückt war der Futter-Trend, nachdem die Wissenschaftler in einer vorhergegangenen Untersuchung bei etlichen Katzen und Hunden Keime gefunden hatten, die resistent gegenüber Breitspektrum-Antibiotika sind. Diese Wirkstoffe sind in der Medizin sehr wichtig, da sie gegen verschiedene Bakterien gleichzeitig helfen sollen.
 

 
Da beim "Barfen" das Fleisch nicht erhitzt wird und deswegen die Bakterien nicht abgetötet werden, können sich die Tiere mit den resistenten Keimen infizieren.

Verwendete Quellen:

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