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Warum das Klopapier schon einmal zur Mangelware wurde

  • Ron Schlesinger
Von Ron Schlesinger

Aktualisiert am 04.11.2020Lesedauer: 2 Min.
DDR-Toilettenpapier: Heute ist es eines der vielen originalen Ausstellungsstücke in der Museumswohnung WBS 70 in der Hellersdorfer Straße 179 in Berlin.
DDR-Toilettenpapier: Heute ist es eines der vielen originalen Ausstellungsstücke in der Museumswohnung WBS 70 in der Hellersdorfer Straße 179 in Berlin. (Quelle: Petra Schneider/imago-images-bilder)
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Bereits im Frühjahr war Toilettenpapier in Deutschland schwer zu bekommen. Auch jetzt steigt der Absatz wieder an. Viele Ostdeutsche erinnert die Situation an vergangene Zeiten. Ein Blick zurück.

Aus Angst vor den Folgen des Coronavirus decken sich derzeit wieder viele Deutsche mit Vorräten ein. Und das nun schon zum zweiten Mal nach der ersten Infektionswelle im Frühjahr. Die Folge waren damals leere Verkaufsregale, egal ob im Supermarkt, Discounter oder in der Drogerie.


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Besonders begehrt sind dabei Hygieneartikel wie Zellstofftaschentücher, Küchenrollen – und vor allem Toilettenpapier. Es wurde zur absoluten Mangelware, auch jetzt leeren sich die Regale wieder. In den Märkten hört man deshalb nicht selten murrende Kunden: "Das ist ja wie in der DDR!"

Mangelware und DDR. Das klingt wie ein sehr geläufiges und sehr oft gehörtes Klischee über den Alltag im Osten. Gewiss, Bananen waren Mangelware. Autos sowieso. Aber auch Toilettenpapier? Dieses harte, raue Krepp-Papier mit nur einer Lage?

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"Versorgungslücken" beim Klopapier in der DDR

t-online hat bei Stefan Wolle nachgefragt. Der Historiker mit Schwerpunkt DDR-Forschung erklärt, dass es in der Tat bei Toilettenpapier immer wieder zu "Versorgungslücken" in der DDR kam.

Insgesamt seien aber alle Papierprodukte knapp gewesen, sagt Wolle, der auch Wissenschaftlicher Leiter des Berliner DDR-Museums ist: "Das betraf ebenso Papiertaschentücher, Papierwindeln, Zellstoffrollen und so weiter. Zeitweise gab es selbst Schreibmaschinenpapier und Briefumschläge nicht in ausreichender Menge."

DDR-Toilettenpapier: Es wurde im Volkseigenen Betrieb (VEB) Kombinat Zellstoff und Papier Heidenau hergestellt.
DDR-Toilettenpapier: Es wurde im Volkseigenen Betrieb (VEB) Kombinat Zellstoff und Papier Heidenau hergestellt. (Quelle: Jens Kalaene/dpa-bilder)

Ein Grund war, dass alle Papierprodukte zu einem Großteil aus Holz gewonnen wurden, das es aber nicht ausreichend gab. Hier versuchte die DDR, mit einer sogenannten Sero-Erfassung dem Mangel abzuhelfen. Sero stand für Sekundärrohstoffe, also eine Zweitverwertung.

Ein Beispiel: Wenn man gesammeltes Altpapier in den eigens dafür vorgesehenen Annahmestellen ablieferte, bekam man für ein Kilo gebündelte Zeitungen und Zeitschriften 0,30 DDR-Mark. Gebündelte alte Schulhefte wurden sogar mit 0,50 DDR-Mark pro Kilo belohnt. Kinder besserten so oftmals ihr Taschengeld auf. Der Mangel an Holz wurde damit allerdings nur marginal ausgeglichen.

Berlin wurde bevorzugt – auch beim Klopapier

Wo genau, wie oft oder wie lange Toilettenpapier in der DDR zur Mangelware wurde, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. "Natürlich gab es über Mangelwaren keine Statistik und auch keine öffentliche Diskussion, nicht einmal Zeitungsmeldungen", sagt Wolle.

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Nur eines gilt als sicher: Die Hauptstadt der DDR wurde stets bevorzugt. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es in Berlin jemals längere Zeit kein Toilettenpapier gab", sagt der heute 69-Jährige. In der "Versorgungshierarchie" folgten Leipzig – besonders während der Messe im Frühjahr und Herbst – und andere Bezirksstädte, wenn dort zum Beispiel politische oder sportliche Großereignisse stattfanden.

"Das führte dazu, dass viele 'Provinzler' am Samstag nach Berlin fuhren und ihr Auto randvoll mit allen möglichen Waren füllten, auch mit Toilettenpapier", sagt Wolle.

DDR-Witze über Klopapier-Mangel

Im Übrigen kommentierte der DDR-Bürger den Klopapier-Mangel mit zahlreichen Witzen. Stefan Wolle weiß auch noch einen:

Auf einer Einwohnerversammlung wird der Referent der Partei immer wieder von dem Ruf aus dem Publikum unterbrochen: "Was ist mit dem Klopapier?" Schließlich lässt sich der Redner zu der wutentbrannten Antwort provozieren: "Lecken Sie mich doch am Arsch!" Antwort aus dem Publikum: "Das kann aber auch nur eine Übergangslösung sein."

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