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Viele Tierheime verhängen Vermittlungsstopp zu Weihnachten

Zu Weihnachten  

Viele Tierheime verhängen Vermittlungsstopp

18.12.2020, 11:48 Uhr | dpa

Viele Tierheime verhängen Vermittlungsstopp zu Weihnachten. Katze im Käfig: Tierheime wollen verhindern, dass Entscheidungen für ein Haustier aus einer Laune heraus getroffen werden. (Symbolbild) (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Katze im Käfig: Tierheime wollen verhindern, dass Entscheidungen für ein Haustier aus einer Laune heraus getroffen werden. (Symbolbild) (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Ein Haustier zu Weihnachten – das erscheint für viele als perfektes Geschenk. Mitarbeiter von Tierheimen sehen das anders und wollen verhindern, dass Tiere unbedacht verschenkt werden.

Viele Tierheime verhängen vor Weihnachten nach dem Corona-Jahr mit deutlich erhöhter Nachfrage einen Vermittlungsstopp. Damit zu Weihnachten Katze, Hund und Co. nicht nur aus einer Laune heraus gekauft und verschenkt werden, machten Tierheime vielerorts diesen Schritt, sagte Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Die Entscheidung fälle jede Einrichtung autonom. "Viele Tierheime verweisen auf das neue Jahr."

Interessierte könnten sich aber jetzt schon zu Einzelterminen anmelden. Sie hätten dann Gelegenheit, das gewünschte Tier kennenzulernen, um es – erst nach reiflicher Überlegung – später auch anzuschaffen, erläuterte die Sprecherin. Wegen der Pandemie seien Besuche derzeit nur nach Anmeldung möglich. Das habe den positiven Effekt, dass es damit verbindlicher zugehe und ein "ernsthaftes Interesse" erkennbar sei.

Einnahmen sind weggebrochen

Insgesamt sei die Tiervermittlung im Corona-Jahr gut verlaufen. Die Nachfrage nach Hunden und Katzen sei sehr hoch gewesen. Dass es Corona-bedingt zu Einschränkungen im Besuchsverkehr kam, hat sich laut Tierschutzbund auf die Tiere ausgewirkt. "Sie sind ruhiger, entspannter", schilderte Schmitz. Zahlreiche Einrichtungen wollten die Einzeltermin-Regelung auch langfristig beibehalten.

Sorge bereitet den Tierheimen ein Rückgang an Spenden. Da Veranstaltungen wie Tage der offenen Tür, Feste oder Flohmärkte nicht stattfinden konnten, sei "ein Großteil der Einnahmen weggebrochen".

Ein Beispiel ist Nordrhein-Westfalen: Die im Frühjahr vom Land bereitgestellten Mittel seien völlig unzureichend. Pro Einrichtung konnte ein einmaliger Zuschuss von bis zu 2.000 Euro beantragt werden. Laut Umweltministerium wurden in NRW 68 Tierheime und ähnliche Einrichtungen wie Gnadenhöfe mit rund 119.000 Euro gefördert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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