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Das sind die Anwärter für das "Unwort des Jahres"

Von dpa
Aktualisiert am 10.01.2021Lesedauer: 2 Min.
"Unwort des Jahres": Es gibt viele Vorschläge zur Corona-Pandemie.
"Unwort des Jahres": Die sprachkritische Aktion stellt solche Begriffe jedes Jahr an den Pranger. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa-bilder)
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Immer wieder werden Menschen, Dinge oder Ideen durch Wörter diffamiert, diskriminiert oder herabgewürdigt. Die sprachkritische Aktion stellt solche Begriffe jedes Jahr an den Pranger. An diesem Dienstag wird das "Unwort des Jahres" 2020 bekannt gegeben.

"Klimahysterie", "Volksverräter" oder "Sozialtourismus" waren bereits "Unwort des Jahres". In den vergangenen Jahren standen diffamierende Begriffe aus Debatten um Flüchtlinge oder den Klimawandel im Mittelpunkt der Vorschläge. Für 2020 dominiert das fast alles beherrschende globale Thema der Corona-Pandemie die Einsendungen. An diesem Dienstag will die Jury der sprachkritischen Aktion in Darmstadt das "Unwort des Jahres" 2020 bekannt geben.

Viele Vorschläge zur Corona-Pandemie

Insgesamt gingen nach Angaben der Sprecherin der Jury, Nina Janich, bis zum 31. Dezember 1.826 Einsendungen mit 625 unterschiedlichen Vorschlägen ein. 75 der Wörter entsprächen einer der vier Unwort-Kriterien und kämen in Frage, reine Schimpfwörter beispielsweise zählen nicht.

"Absonderung", "Systemling", "Wirrologen" oder "Grippchen" sind unter anderem zum Sprachgebrauch mit der Corona-Pandemie eingegangen. Am häufigsten sei aber "systemrelevant" (180) vorgeschlagen worden – im Zusammenhang mit als mangelnd empfundener Wertschätzung bei den Beschränkungen. Es stand auch auf der Liste der Top Ten der "Worte des Jahres" als Begriff für Unternehmen und Berufsgruppen, die in der Corona-Krise als unverzichtbar eingestuft wurden.

Migration, Umweltschutz, Antisemitismus

Der sprachkritischen Aktion zufolge kommen aber auch Vorschläge aus anderen Themengebieten als "Unwort des Jahres" in Betracht. So gebe es beim Thema Migration "Abschiebepatenschaft", "Ankerkinder" oder "Migrationsabwehr". Beim Thema Umweltschutz seien "Öko-Nazi" oder "Verschmutzungsrechte", beim Thema Antisemitismus "Opferanspruchsideologie" vorgeschlagen worden.

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Das "Unwort des Jahres" soll auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Dabei werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Vorschläge müssen eines der Kriterien erfüllen. Die Jury richtet sich nicht nach der Menge der Vorschläge für ein einzelnes Wort.

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Das "Unwort des Jahres" wird seit 1991 gekürt. Im vergangenen Jahr war es "Klimahysterie". Ende November hatte die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache "Corona-Pandemie" zum "Wort des Jahres" gekürt.

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