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So schnell wird Hitze im Auto lebensgefährlich

Für Kinder und Haustiere  

So schnell wird Hitze im Auto lebensgefährlich

18.06.2021, 15:56 Uhr | cst, t-online.de, dpa, cch

Hitzeentwicklung im Auto: So schnell wird es brenzlig

Jedes Jahr im Sommer müssen Rettungskräfte oder Polizei Kinder vor dem Hitzetod in parkenden Autos retten. Schon einige Minuten können lebensgefährlich sein, wie eine Videografik von t-online.de zeigt. (Quelle: t-online.de)

Hitzeentwicklung im Auto: So schnell wird es brenzlig, wie diese Videografik zeigt. (Quelle: t-online.de)


Im Sommer heizen sich Autos schnell auf. Unsere Videografik zeigt, wie die Innentemperatur in nur wenigen Minuten auf bedrohliche Werte ansteigt. Eine Gefahr für Kinder und Haustiere.

In einem parkenden Auto können Kinder und Haustiere an heißen Sommertagen sehr schnell überhitzen. Die Temperaturen steigen im Innenraum auch bei geöffneten Fenstern leicht auf bis zu 70 Grad an – das ist Saunatemperatur. Wer dann Kinder oder Tiere im geparkten Auto in der Sonne zurücklässt, bringt sie in Lebensgefahr.

Den Temperaturverlauf im Auto sehen Sie oben im Video oder hier.

Kinder nie im heißen Auto lassen

Sie sollten Kinder oder Haustiere deshalb im Sommer nie – auch nicht nur kurz – allein im Auto lassen, warnt der ADAC. Eltern sollten bei ihren Kindern zudem überprüfen, ob der Kindersitz und die Gurte nicht zu heiß sind. Hier droht zusätzlich die Gefahr von Brandwunden, vor allem bei leichter Sommerkleidung oder auf nackter Haut.

Kind allein im heißen Auto: Wie handeln Helfer richtig?

Wer als Passant im Sommer ein Auto mit allein zurückgelassenen Kindern oder Tieren entdeckt, sollte schnell handeln. "Am besten ist, im Zweifel Öffentlichkeit herzustellen und andere auf die Situation hinzuweisen", sagt ADAC-Sprecherin Katherina Lucà.

Auf einem Supermarkt-Parkplatz könnte man beispielsweise zunächst versuchen, die Verantwortlichen im Laden ausrufen zu lassen. Dann sei es richtig, Polizei oder Feuerwehr zu rufen. Die Rettungskräfte können das Auto öffnen, ohne die Scheibe einzuschlagen, was die Insassen vielleicht verletzt.

Wer notfalls selbst die Scheibe einschlägt, weil Gefahr in Verzug ist und das Kind bereits zu kollabieren droht, sollte ebenfalls vorher Polizei oder Feuerwehr alarmieren. Ratsam ist zudem ein Beweisfoto oder -video mit dem Handy von der Situation zu machen und Zeugen hinzuzuziehen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es Streit mit dem Autobesitzer wegen Sachbeschädigung geben kann. Allerdings sind dem ADAC Gerichtsurteile dazu bisher nicht bekannt.

Wann Hitze tödlich wird

Wie die Temperatur im Inneren eines Autos in Abhängigkeit von der Außentemperatur ansteigt, haben Forscher um Dr. Andrew Grundstein von der University of Georgia in den USA untersucht. Ihre Ergebnisse können Sie oben im Video sehen.

Ab 46 Grad Celsius Innentemperatur wird es im Auto für Kinder kritisch. Die Forscher warnen, dass bei einer Außentemperatur von 35 Grad Celsius bereits nach 15 Minuten lebensgefährliche Temperaturen im Auto herrschen können.

Geöffnete Fenster spielen keine Rolle

Auch bei ein Stück weit geöffneten Fenstern besteht die Gefahr der Überhitzung, wie eine Untersuchung des ADAC zeigt. Bei dieser haben baugleiche Autos mit unterschiedlich geöffneten Fenstern bei 28 Grad Außentemperatur fast dieselben bedrohlichen Werte erreicht.

Blieben die Fenster zu, stieg die Temperatur nach zehn Minuten auf 38 Grad und nach 20 Minuten zeigte das Thermometer 45 Grad an. Beim Auto mit zwei leicht heruntergekurbelten Fenstern stiegen die Werte auf 36 respektive 42 Grad. Nach einer Stunde in der prallen Sonne wurden deutlich über 50 Grad in beiden Autos gemessen.

Kinder schwitzen weniger

Bis zur Pubertät schwitzen Kinder weniger als Erwachsene. Dies führt zu einem schlechteren Wärmeausgleich. Insbesondere während körperlicher Aktivität erzeugen Kinder aber mehr Stoffwechselwärme als Erwachsene. Bei extremer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit, wenig Luftbewegung und übermäßiger Anstrengung gelingt es dem kindlichen Körper oft nicht mehr, seine Temperatur genügend herabzusetzen.

Kinder sollten sich deshalb ab 27 Grad nicht mehr anstrengen, da sonst Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung oder sogar Hitzschlag drohen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • ADAC
  • Dr. Andrew Grundstein, University of Georgia in: American Meteorological Society, 2010, DOI:10.1175/2010BAMS2912.1
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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