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Qualität in Kitas: In diesen Bundesländern sind Kitas am schlechtesten

Landesweiter Vergleich  

In diesem Bundesland sind die Kitas am schlechtesten

26.08.2020, 12:58 Uhr | dpa

Qualität in Kitas: In diesen Bundesländern sind Kitas am schlechtesten. Kinderbetreuung; Die Lage in vielen Kitas hat sich nach neuen Daten etwas verbessert.  (Quelle: dpa/Uwe Anspach)

Kinderbetreuung; Die Lage in vielen Kitas hat sich nach neuen Daten etwas verbessert. (Quelle: Uwe Anspach/dpa)

Eine gute Kita ist mittlerweile schwer zu finden. Oftmals sind sie bereits voll und stark überbelastet. Eine Studie hat aktuelle Zahlen veröffentlicht, in welchen Bundesländern die Kita-Bedingungen besonders schlecht sind. 

Die Mehrheit aller Kita-Kinder in Deutschland besucht einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung zufolge eine Einrichtung mit zu wenig Personal. Auch wenn sich die Personalsituation in den vergangenen Jahren verbessert habe, standen zum Erhebungsstichtag im Jahr 2019 für 74 Prozent der Kindergarten- und Krippenkinder weniger Fachkräfte zur Verfügung, als es den Expertenempfehlungen entspreche, teilt die Stiftung mit Sitz in Gütersloh am Dienstag mit. Außerdem seien in mehr als der Hälfte aller Einrichtungen die Gruppen zu groß.

Bis zu acht Kinder auf eine Erzieherin

Im bundesweiten Durchschnitt kümmerte sich demnach zum Stichtag der Erhebung im März 2019 in einer Krippe eine Fachkraft um 4,2 Kleinkinder. In den Kindergartengruppen für die Älteren komme eine Erzieherin auf 8,8 Kinder. Dabei sei die tatsächliche Betreuungssituation häufig noch angespannter, weil unbesetzte Stellen, Zeiten für Aufgaben außerhalb der Gruppe oder ausfallende Kollegen wegen Urlaub, Fortbildung oder Krankheit gar nicht erfasst seien, so die Bertelsmann-Stiftung.

Unter diesen Bedingungen könnten Kitas ihren Bildungsauftrag nicht oder nur eingeschränkt umsetzen, so die Kritik. "Ist eine Fachkraft für zu viele Kinder zuständig, kann sie nicht auf die Bedürfnisse der Einzelnen eingehen, die Persönlichkeitsentwicklung oder den familiären Hintergrund betrachten", sagt Anette Stein, bei der Stiftung verantwortlich für den Bereich frühkindliche Bildung. Individuelle Förderung bleibe auf der Strecke. "Dann reden wir über reine Betreuungsleistung mit Auswirkungen auf die Sprachentwicklung, Motorik und das Wohlbefinden von Kindern."

Unterschiede zwischen Ost und West

Zwar sei die Schaffung von Kitaplätzen in den vergangenen Jahren erfolgreich vorangetrieben worden, deutliche Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Bundesländern bleiben aber sichtbar: Während im Osten tendenziell Gruppen zwar häufiger eine kindgerechte Größe hätten, seien die Personalschlüssel weiterhin schlechter als in vielen westdeutschen Ländern. Andererseits ist das Qualifikationsniveau des Personals im Osten höher.

Sachsen bildet das Schlusslicht

Kita-Erzieherinnen und -Erzieher in Sachsen müssen sich laut der Studie um die meisten Kinder gleichzeitig kümmern. Für 96 Prozent der Kinder in amtlich erfassten Kita-Gruppen stand zuletzt nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung. Dem "Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme" zufolge bildet Sachsen neben Mecklenburg-Vorpommern damit bundesweit das Schlusslicht. Die "nicht kindgerechte Personalausstattung" betrifft demnach sowohl die unter Dreijährigen als auch die älteren Kita-Kinder im Freistaat.

In Sachsen wurden 2019 mehr als 60 Prozent der unter Dreijährigen in Krippengruppen betreut. Laut Studie kommt eine Fachkraft in diesen Gruppen rechnerisch auf durchschnittlich 5,8 Kinder – die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt hingegen einen Schlüssel von eins zu drei. Die meisten über Dreijährigen besuchen in Sachsen Gruppen mit einem Personalschlüssel von eins zu 12,2. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt hier eine Erzieherin für 7,5 Kinder.

Insgesamt habe sich der Personalschlüssel in sächsischen Krippen und Kitas seit 2013 zwar verbessert. Dennoch müsse eine Fachkraft in Sachsen rechnerisch gut fünf Kinder mehr betreuen als in Baden-Württemberg – dem Bundesland mit der besten Personalausstattung.

Personal auf einem hochqualifizierten Niveau

Die Personalkapazitäten müssten in Sachsen "erheblich ausgebaut" werden, damit jedes Kind individuell gefördert werden könne, heißt es. Was die Qualifikation des Personals betrifft, ist Sachsen hingegen auf einem hohen Niveau. 82 Prozent des pädagogischen Personals sind als Erzieherin oder Erzieher ausgebildet. Bundesweit trifft das laut Stiftung nur auf etwa zwei Drittel des Personals zu. Grundlage des jährlich aktualisierten Monitorings sind Auswertungen von Daten der Statistischen Ämter und weiteren amtlichen Statistiken.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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