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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Ab wann sind Tattoos und Piercings erlaubt?

t-online, ar

Aktualisiert am 14.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Tattoos: Jugendliche unter 18 Jahren brauchen fĂŒr ein Tattoo die Einwilligung der Eltern.
Tattoos: Jugendliche unter 18 Jahren brauchen fĂŒr ein Tattoo die Einwilligung der Eltern. (Quelle: Rawpixel/getty-images-bilder)
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Piercen und TĂ€towieren gilt rechtlich gesehen als mutwillige Körperverletzung. Sie bleibt nur deshalb straffrei, weil die betreffende Person in den Eingriff einwilligt. Wie alt mĂŒssen Jugendliche sein, um sich tĂ€towieren lassen zu dĂŒrfen?

Derzeit gibt es fĂŒr TĂ€towierungen und Piercings in Deutschland keine gesetzliche Altersgrenze. Auch das Jugendschutzgesetz gibt dazu keinerlei Regeln vor. Das liegt daran, dass man nicht genau sagen kann, ab welchem Alter ein Jugendlicher die Risiken und Folgen der "mutwilligen Körperverletzung" abschĂ€tzen kann – nĂ€mlich dass zum Beispiel geweitete Ohrlöcher nicht wieder zuwachsen oder dass ein Tattoo nur mit großem Aufwand und auf eigene Kosten wieder entfernt werden kann.

Es hÀngt von der individuellen Reife des Jugendlichen ab

"Relevant ist nicht das Alter, sondern die geistige Reife des Jugendlichen selbst. VerfĂŒgt dieser ĂŒber die nötige Verstandesreife, kann er die Einwilligung selbst erklĂ€ren. Das aber kann der TĂ€towierer nicht prĂŒfen", erklĂ€rt Urban Slamal vom Bundesverband Tattoo e.V., der sich auf die juristischen Aspekte des TĂ€towierens spezialisiert hat.

Auch die verbreitete Praxis, Jugendliche ab einem bestimmten Alter zu tĂ€towieren, wenn sie eine EinwilligungserklĂ€rung der Eltern vorlegen oder von ihnen begleitet werden, hat keine sichere rechtliche Grundlage. Eine solche ErklĂ€rung der Eltern bewahrt den TĂ€towierer nur vor spĂ€terem Ärger mit diesen.

Das sagen die BerufsverbÀnde

Die BerufsverbĂ€nde haben sich unterschiedliche Regelungen auferlegt. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Piercing (DGP) spricht sich gegen Eingriffe bei Jugendlichen unter 14 Jahren aus: "Das lehnen wir grundsĂ€tzlich ab." Bei Ă€lteren Jugendlichen werde die Zustimmung beider Elternteile gefordert. Diese mĂŒssten auch beim VorgesprĂ€ch anwesend sein, wo sie ĂŒber die Risiken, die Pflege sowie die Nachsorge aufgeklĂ€rt wĂŒrden.

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Der Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und UhrenfachgeschĂ€fte (BVJ) sieht hingegen keine Notwendigkeit fĂŒr eine Altersgrenze. "Wir können den Erziehungsberechtigten ihre Verantwortung nicht abnehmen." Die Empfehlung des Verbandes lautet, bei unter 16-JĂ€hrigen die Einwilligung und Anwesenheit eines Erziehungsberechtigten zu fordern. Bei Jugendlichen ab 16 Jahren ist nach Ansicht des BVJ eine schriftliche EinverstĂ€ndniserklĂ€rung ausreichend.

"Ich rate davon ab, MinderjĂ€hrige zu tĂ€towieren. Damit ist man auf der sicheren Seite", sagt Rechtsanwalt Urban Slamal vom Bundesverband Tattoo. Auch der Verein Deutsche Organisierte TĂ€towierer (DOT) lehnt TĂ€towierungen fĂŒr Jugendliche unter 18 Jahren ab.

Jugendliche ĂŒber mögliche Risiken von Tattoos und Piercings aufklĂ€ren

Piercer und TĂ€towierer mĂŒssen ihre Kunden grundsĂ€tzlich vorher ĂŒber die sachgerechte Nachbehandlung und mögliche Risiken wie Allergien, EntzĂŒndungen und Narbenbildung informieren.

Schadensersatzpflichtig wird Piercing als Körperverletzung ĂŒbrigens dann, wenn das Studio unsauber und dilettantisch arbeitet und es zu Folgeproblemen wie EntzĂŒndungen oder Narben kommt. Jugendliche sollten bei der Auswahl des Studios sehr vorsichtig sein und sich ĂŒber die hygienischen Vorschriften informieren.

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