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Darmprobleme in der Schwangerschaft

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Grund zur Sorge?  

Darmprobleme in der Schwangerschaft

06.03.2018, 07:10 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Darmprobleme in der Schwangerschaft. Darmprobleme in der Schwangerschaft: Durchfall ist kein klassisches Schwangerschaftssymptom, sondern entsteht entweder durch einen Erreger oder aber durch neue Ernährungsgewohnheiten. (Quelle: Getty Images/Tharakorn)

Darmprobleme in der Schwangerschaft: Durchfall ist kein klassisches Schwangerschaftssymptom, sondern entsteht entweder durch einen Erreger oder aber durch neue Ernährungsgewohnheiten. (Quelle: Tharakorn/Getty Images)

In der Schwangerschaft kann sich durch die vielen Veränderungen im Körper der Frau auch die Verdauung ändern. Verstopfung oder Durchfall sind die Folge.

Die Gebärmutter braucht Platz

Verstopfung gehört zu den klassischen Schwangerschaftsbeschwerden und stellt zunächst einmal keine Gefahr dar. Sie kann aber durch die damit einhergehenden Schmerzen und Krämpfe äußerst unangenehm sein und durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang auch zu Hämorrhoiden führen.

Die Hauptursache für Verstopfung in der Schwangerschaft ist die Hormonumstellung. Vor allem das Progesteron, das dafür sorgt, dass die Gebärmutter entspannt bleibt, macht auch Muskeln und Gewebe im Darm nachgiebiger. Dadurch geht es dort ebenfalls gemächlicher zu und es kann zu Stauungen kommen.

"Von Beginn der Schwangerschaft an wird der Darm etwas träge und in den letzten Monaten wird er auch noch durch die wachsende Gebärmutter eingeengt. Das kann ebenfalls zu Verstopfung führen", erklärt der Hannoveraner Frauenarzt Dr. Christian Albring.

Den Darm mit natürlichen Mitteln in Schwung bringen

Aber auch ungewöhnliche, kulinarische Gelüste oder die oft empfohlene Einnahme von Eisenpräparaten können zu Darmträgheit führen. Eine gute Alternative zu den Fertigprodukten sind Haferflocken, rote Säfte und Gemüse wie Rote Beete oder Brennnessel.

Sie regulieren nicht nur den Eisenhaushalt, sondern tragen zusätzlich zu einer gesunden Darmflora und einer regulierten Verdauung bei. Auch ein Esslöffel Leinsamen am Tag hat, wenn er mit viel Flüssigkeit eingenommen wird, eine stuhlregulierende Wirkung, genau wie Trockenobst.

Durchfall ist also – im Gegensatz zur Verstopfung – kein klassisches Schwangerschaftssymptom, sondern entsteht entweder durch einen Erreger oder aber durch neue Ernährungsgewohnheiten. Besonders gesunde Kost mit hohem Vollkornanteil und viel Obst und Gemüse kann dann, wenn die Frau sich sonst nicht so ernährt hat, den Darm erst einmal ein wenig in Aufruhr bringen.

"Weitere Abhilfe können Bewegung, ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeit – vor allem Wasser und Kräutertees – schaffen." Wirkt nichts davon und leidet die Schwangere stark unter der Verstopfung, so kann der Arzt auch Medikamente verschreiben, die für das Ungeborene als ungefährlich gelten. Das sollte allerdings immer das letzte Mittel der Wahl sein.

Ängste vor der Zukunft können Durchfall auslösen

Eine der Hauptaufgaben des schwangeren Körpers ist es, das Baby, das in ihm heranwächst, zu schützen. Ist also zu befürchten, dass die Frau irgendetwas zu sich genommen hat, was schädlich sein könnte, reagiert er mit Übelkeit und Erbrechen – aber eben auch mit Durchfall.

Aber auch Nervosität und Ängste, die in der Schwangerschaft häufig auftreten und aufgrund der sich massiv verändernden Lebenssituation völlig normal sind, können hinter dem Durchfall stecken. Das emotionale Durcheinander schlägt auf den Magen-Darm-Trakt und sorgt dort ebenfalls für Chaos.

Lange Spaziergänge, viel Ruhe, fettarme Kost, stopfende Lebensmittel wie Bananen oder Zwieback und salzhaltige Gemüsebrühe können bereits den Darm beruhigen.

Starker Durchfall kann zu einer Frühgeburt führen

Diarrhoe in der Schwangerschaft ist nicht automatisch ein Grund zur Besorgnis. Ist der Stuhlgang aber wirklich dünnflüssig und tritt er mehrmals täglich auf, dann sollte man gegensteuern, so Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

"Gehen bei Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Elektrolyte verloren, müssen diese unbedingt schnell ersetzt werden, damit es nicht zu einer Kreislaufschwäche und zu Störungen des Herzrhythmus kommt, da beides in der Schwangerschaft problematisch wäre."

Besteht der Verdacht, dass man sich mit einem Magen-Darm-Virus angesteckt oder sich gar eine Salmonelleninfektion zugezogen haben könnte, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Hinzu kommt: "Jede fieberhafte Infektion erhöht das Risiko für vorzeitige Wehen. Das gilt auch für Magen-Darm-Infekte."

Durch die verstärkten Darmbewegungen wird die Gebärmuttermuskulatur angeregt und reagiert mit vermehrten Kontraktionen. "Aus diesen zunächst falschen Wehen können bald echte Frühgeburtsbestrebungen werden", warnt die Hebamme Ingeborg Stadelmann, Autorin der "Hebammensprechstunde".

Aber noch aus einem anderen Grund ist starker Durchfall vor allem in Kombination mit Fieber in der Schwangerschaft keine Lappalie: Dickes Blut gerinnt leichter als dünnes – und das Blut dickt vor allem ein durch zu viel Flüssigkeitsverlust, was bei Durchfall und starkem Schwitzen schnell der Fall sein kann. Dadurch steigt die Thrombosegefahr.

Dammschnitt: Angst vor dem Stuhlgang

Völlig normal ist es, wenn die Frau direkt beim Ankündigen der Geburt und unter den Wehen Durchfall hat. Das betrifft nicht alle Schwangeren, ist aber genau wie Erbrechen eine Möglichkeit des Körpers, Raum zu schaffen für das, was kommt.

Auch nach der Geburt ist oft nicht alles so, wie es vorher war. Denn auch der Darm braucht erst seine Zeit, bis er nach der Entbindung wieder "funktioniert". Je nachdem, ob die Frau einen Einlauf hatte oder nicht, kann es durchaus drei Tage dauern, bis der erste Stuhlgang sich ankündigt. Diese Darmträgheit ist von Natur aus ein Schutz der Mutter.

Vor allem, wenn es zu einem Dammschnitt gekommen ist, haben die Frauen verständlicherweise zunächst ein bisschen Angst vor dem Toilettenbesuch und davor, dass die Naht reißen könnte. Sobald sie aber in ihrem gewohnten Umfeld sind und möglichst leicht verdauliche Nahrung und viel Flüssigkeit zu sich nehmen, reguliert sich auch die Darmtätigkeit.

Eine frischgebackene Mama braucht viel Wasser, um die Milchproduktion anzuregen und das vermehrte Schwitzen auszugleichen. Trinkt die Frau nicht genug, dann wirkt sich das auf den Darminhalt aus, der dann zu sehr eindickt und zu Verstopfung führt. Die Nachsorgehebamme ist der richtige Ansprechpartner.

Sie kann eine Bauchmassage durchführen und wenn diese nicht anschlägt, auch ein Mikroclist – eine Art Minieinlauf – verabreichen. In der Regel genügt das, da der Stuhl sich bereits im Enddarm befindet. Mit Abführmitteln sollte man allerdings vorsichtig sein, denn auch sie sind ein Medikament, das in die Muttermilch übergehen kann.


Quellen:
- Interview mit Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover
- Ingeborg Stadelmann: "Hebammensprechstunde"
- eigene Recherchen

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