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Blähungen in der Schwangerschaft: Was Sie tun können

Hormonell bedingt  

Blähungen in der Schwangerschaft: Das lindert die Beschwerden

18.02.2020, 06:49 Uhr | t-online.de, slk

Blähungen in der Schwangerschaft: Was Sie tun können. Blähungen in der Schwangerschaft sind nicht ungewöhnlich.  (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)

Babybauch: Blähungen in der Schwangerschaft sind nicht ungewöhnlich. (Quelle: Maurizio Gambarini/dpa)

Jeder Mensch hat hin und wieder Blähungen. Doch besonders schwangere Frauen leiden vermehrt darunter. Welche Ursachen dahinter stecken und was Schwangere gegen die Blähungen unternehmen können, erfahren Sie hier.

Blähungen während der Schwangerschaft sind ein weit verbreitetes Phänomen und kein Grund für falsches Schamgefühl. Denn geschätzt leiden 80 Prozent der schwangeren Frauen unter den unangenehmen "Flatulenzen", wie Blähungen in medizinischen Fachkreisen auch genannt werden. Blähungen gehören wie Sodbrennen, Verstopfung, Völlegefühl und Übelkeit zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden, die werdende Mütter belasten.

Blähungen in der Frühschwangerschaft: Ursachen

In den meisten Fällen entstehen Blähungen durch vermehrtes Luftschlucken und blähende Lebensmittel, die bei der Verdauung von Darmbakterien zerlegt werden. 

In der Frühschwangerschaft kommt jedoch eine weitere Ursache für Blähungen hinzu: Im ersten Drittel der Schwangerschaft produziert der Körper mehr Progesteron – ein Hormon, das unter anderem die Schwangerschaft aufrechterhält. Durch die erhöhte Produktion des Schwangerschaftshormons werden die Muskeln der inneren Organe gelockert und die Darmtätigkeit verlangsamt. So wird der ganze Verdauungsprozess entschleunigt, was dazu führt, dass die Zersetzung der Nahrung länger dauert. Dadurch entstehen im Verdauungstrakt mehr Gase als üblich, die dann als Blähungen den Körper wieder verlassen.  

Auch im letzten Drittel der Schwangerschaft tauchen Blähungen verhäuft auf: Dadurch, dass das Baby immer mehr Platz für sich im Bauch und in der Gebärmutter beansprucht, behindert es die Darmaktivität – was vermehrt zu Blähungen und weiteren Verdauungsproblemen wie Verstopfungen, Völlegefühl und Übelkeit führt.

Bauchmassage gegen Blähungen und Blähbauch

Machen Sie sich Luft und versuchen Sie nicht, die angestaute Luft zu unterdrücken, denn sonst kann dadurch ein drückender Blähbauch entstehen. Bei akuten Beschwerden kann es helfen, den Bauch vorsichtig zu massieren. Beginnen Sie am rechten Unterbauch und kreisen Sie im Uhrzeigersinn um den Bauch herum. Warten Sie mit der Massage bis ein oder zwei Stunden nach der Mahlzeit. Bei einer Risikoschwangerschaft sollten Sie Ihren Frauenarzt fragen, ob Massagen bei Blähungen zulässig sind.

Weitere Maßnahmen bei Blähungen in der Schwangerschaft

Auch ein warmes Bad hilft, den Bauch zu entspannen und die Krämpfe zu lösen. Allgemein ist Wärme förderlich gegen Blähungen: Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf dem Bauch unterstützen die Entspannung.

Bei starken Blähungen vor einer geplanten Aktivität können Sie auch zu Entschäumer-Präparaten aus der Apotheke greifen, um die damit verbundenen Beschwerden zu lindern. Arzneimittel mit den Wirkstoffen Simeticon oder Dimeticon haben eine entschäumende Wirkung auf die Gase im Darm und kämpfen gegen Völlegefühl und den Druck im Magenbereich an.

Moderate Bewegung, wie beispielsweise ein Verdauungsspaziergang in der freien Natur, kann zusätzlich helfen, Blähungen in der Schwangerschaft entgegenzuwirken. Durch die Bewegung kommt der Stoffwechsel in Schwung und die Darmbewegung wird auf natürliche Weise angeregt. Das Essen verweilt kürzere Zeit im Darm und es stauen sich weniger Gase an. Allerdings sollte der Verdauungsspaziergang nicht in einem Marathon ausarten. Ein 20-minütiger Spaziergang sollte in diesem Zusammenhang genügen.

Hausmittel gegen Blähungen in der Schwangerschaft

Gegen die Flatulenzen bieten sich außerdem viele Hausmittel an, die Sie bestimmt bereits zu Hause vorrätig haben. Das einfachste Mittel ist wahrscheinlich heißes Wasser mit ein paar Tropfen Apfelessig oder Zitronensaft zu trinken, die schon für Linderung sorgen können. Außerdem bieten sich Tees aus Heilkräutern wie Anis, Melisse, Kümmel oder Fenchel an. Sie regen die Verdauung an und können Abhilfe gegen die Darmwinde schaffen. Auch Magermilchjoghurt ist der Darmflora zuträglich.

Weitere Hausmittel, die gegen Blähungen helfen: 

  • Aktivkohle in Kapselform
  • Mineral- und Heilerde
  • Flohsamen
  • Küchenkräuter und Gewürze, zum Beispiel Petersilie, Koriander, Knoblauch, Zimt, Majoran oder Kurkuma

Mehr zum Thema: Hausmittel und Tipps gegen lästige Blähungen

Blähungen lindern und vorbeugen durch richtige Ernährung

Leider lassen sich Blähungen in der Schwangerschaft kaum gänzlich vermeiden. Mit bestimmten Verhaltensweisen und Ernährungsgewohnheiten können Sie die unliebsame Erscheinung aber immerhin eindämmen, denn auch sie beeinflussen die Gasbildung im Darm. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit für die Nahrungsaufnahme und kauen Sie langsam. Außerdem ist es sinnvoll, mehrere kleine Portionen zu essen, statt zwei richtig große Mahlzeiten. 

Blähende Nahrungsmittel wie Kohl, Bohnen und Zwiebeln, Pflaumen, Brokkoli oder auch Spargel führen zu verstärkten Blähungen und sind daher zu vermeiden. Ebenso sollten fettige, stark gewürzte Speisen gemieden werden. Auch Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte tragen zu Blähungen bei, sowie kohlensäurehaltige Getränke und Kaffee. Weitere blähende Lebensmittel, auf die verzichtet werden sollten, sind große Mengen an Rohkost und stark ballaststoffhaltiges Essen, da sie von Magen-Darm-Trakt nur schwer verdaut werden können.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Sollten die Blähungen gemeinsam mit Symptomen wie Schmerzen, Durchfall oder Verstopfung auftreten, sollten Sie umgehend Ihren Frauenarzt konsultieren. Inbesondere dann, wenn Beschwerden dazu kommen, die sich nur auf einer Bauchseite bemerkbar machen, ist es wichtig. 

Verwendete Quellen:
  • Netdoktor.de

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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