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Krebserregendes Benzol in beschichteten Pfannen nachgewiesen

Schadstoffe  

Giftiges Benzol in beschichteten Pfannen nachgewiesen

27.08.2013, 19:02 Uhr | hut

Krebserregendes Benzol in beschichteten Pfannen nachgewiesen. Kein Anbrennen mehr, dafür aber Giftstoffe in der Luft? Anti-Haft-Pfannen haben nicht nur Vorteile. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kein Anbrennen mehr, dafür aber Giftstoffe in der Luft? Anti-Haft-Pfannen haben nicht nur Vorteile. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Pfannen mit Anti-Haft-Beschichtung benötigen kaum Fett, verhindern das Anbrennen der Speisen und sind leicht zu reinigen. Doch die scheinbaren Wunderwaffen in der Küche haben auch einen entscheidenden Nachteil: Anti-Haft-Pfannen sind nicht besonders hitzebeständig. Tatsächlich können sich bei hohen Temperaturen Schadstoffe wie Benzol aus der Beschichtung lösen. Diese verteilen sich in gefährlichen Mengen in der Luft, wie eine Untersuchung des NDR-Verbrauchermagazins "Markt" ergab. Welche Pfannen im Test versagten und welche Auswirkungen Benzol auf die Gesundheit hat.

Anti-Haft-Pfannen von Ikea und Lidl getestet

Drei Pfannen mit PTFE-Beschichtung schickten die "Markt"-Reporter ins Labor der DEKRA: ein Modell von Ikea, eines der Lidl-Eigenmarke und eine Pfanne des Herstellers Elo. Die Forscher erhitzten die fabrikneuen, leeren Pfannen auf höchster Stufe eines handelsüblichen Herds. Bereits nach drei Minuten stieg verdächtiger Rauch aus den Pfannen auf. Nun wurde der Schadstoff-Gehalt in der Luft gemessen. Das Ergebnis sei besorgniserregend, sagen die Analytiker: Alle getesteten Pfannen wiesen bedenkliche Benzolwerte auf. Das Model von Elo strömte sogar eine Konzentration an Benzol aus, die über dem 625-fachen des gebräuchlichen Orientierungswertes liegt.

Benzol schadet der Gesundheit

Benzol ist krebserregend und kann das genetische Erbgut verändern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt deshalb schon lange davor und rät, möglichst auf Produkte mit Benzolgehalt zu verzichten. Auch in Erfrischungsgetränken wie aromatisiertem Wasser ist der Stoff enthalten - allerdings in sehr geringen Mengen. Dennoch betont das BfR, dass Benzol ein Giftstoff sei und es keine Mengenangabe gebe, "die als unbedenklich betrachtet werden kann". Demnach sollte die Benzolaufnahme möglichst gering gehalten werden.

Einen EU-weiten Grenzwert für Benzol in Haushaltsgegenständen und Lebensmitteln gibt es bislang nicht. In Deutschland gilt allerdings ein Orientierungswert von vier Mikrogramm Benzol pro Kubikmeter Luft. Dieser wurde bei allen getesteten Pfannen weit überstiegen.

Benzol steckt im Reinigungsmittel

Die Pfannen werden aus einem Aluminiumguss hergestellt. Dieser wird im Anschluss intensiv mit Lösungsmitteln gereinigt, die benzolhaltig sein können. So gelangt der Schadstoff in die Pfanne und kann sich bei Temperaturen ab 260 Grad lösen und in die Luft entweichen.

Anti-Haft-Pfannen niemals leer erhitzen

Um die Entstehung der Benzoldämpfe zu vermeiden, sollten beschichtete Pfannen nie leer erhitzt werden. Das gilt auch für Pfannen, die nicht mit Benzollösung in Berührung kamen. Denn grundsätzlich sind alle Produkte mit PTFE- oder Teflon-Beschichtung nur bedingt hitzebeständig: Sie können sich bei hohen Temperaturen zersetzen und so auch andere giftige Substanzen in die Luft abgeben, warnt das BfR. Diese können grippeähnliche Symptome auslösen, die auch als "Teflonfieber" bekannt sind.

Pfanne vor erstem Gebrauch reinigen

Befinden sich bereits Öl oder Lebensmittel in der Pfanne, sei eine Überhitzung eher unwahrscheinlich, erklärt das BfR. Das Fett nimmt einen großen Teil der Wärme auf, sodass das Kochgeschirr nicht zu schnell überhitzt. Verbraucher würden außerdem rechtzeitig durch den Geruch nach "Angebranntem" vor zu hohen Temperaturen gewarnt. Wer seine beschichtete Pfanne ordnungsgemäß benutze, brauche daher nicht zu befürchten, dass giftige Substanzen in die Lebensmittel übergehen, so das BfR.

Dennoch sollten Sie die beschichtete Pfanne vor dem ersten Gebrauch gründlich reinigen und mindestens zweimal mit Wasser auskochen, empfehlen die Produktanalytiker der DEKRA gegenüber dem NDR-Verbrauchermagazin. Dann verflüchtigt sich bereits ein Großteil der Schadstoffe aus der Reinigungslösung. Während des Kochens sollten Sie außerdem gut lüften und möglichst die Dunstabzugshaube anstellen.

Keramik-Pfanne ist die gesündere Variante

Edelstahl- oder gusseiserne Pfannen sind eine Alternative zu beschichtetem Kochgeschirr - allerdings mit dem Nachteil, dass Speisen darin schnell anbacken. Für Gerichte wie Pfannkuchen oder Omelett ist das ungünstig. Wer nicht auf Anti-Haft-Produkte verzichten will, kann auch zu emaillierten oder Keramik-Pfannen greifen. Sie haben eine ähnliche Wirkung wie beschichtete Pfannen aus PTFE, enthalten aber keine Schadstoffe.

Hersteller bestreiten Mängel

Mit den Ergebnissen der "Markt"-Untersuchung konfrontiert, stritten die Hersteller und Händler der Pfannen mögliche Mängel ab. Sie zweifelten, dass ihre Produkte ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten. Elo gab "Markt" gegenüber an, eigene Untersuchungen durchgeführt zu haben und warf den Reportern falsche Messergebnisse vor. Allerdings stellte sich auf Nachfragen heraus, dass der Pfannen-Hersteller nicht die Schadstoffe in der Raumluft gemessen hatte.

Immerhin räumten Lidl und Ikea ein, dass bei einer Überhitzung der Pfannen Schadstoffe austreten könnten. Bei den entsprechenden Produkten wurde auch in der Gebrauchsanleitung vor starker Erhitzung in leerem Zustand gewarnt - von austretendem Benzol oder gesundheitlichen Gefahren war aber nicht die Rede. Bei der Pfanne von Elo war nicht einmal ein Warnhinweis vor Überhitzung zu finden.

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