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Bußgeld für Urinieren im Freien: So teuer ist Wildpinkeln in deutschen Städten


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So teuer kann Wildpinkeln werden

Von dpa, az, sms

Aktualisiert am 22.05.2020Lesedauer: 3 Min.
Zaun mit Pappschild: "Bitte nicht an den Zaun pissen!"
Deutliche Worte gegen Wildpinkler: Urinieren in der Öffentlichkeit kann teuer werden. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)
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An den nächsten Baum pullern, wenn die Blase drückt? Das kann kosten. Wildpinkler werden von den Kommunen teils kräftig zur Kasse gebeten. So hoch sind die Strafen für Urinieren im Freien in verschiedenen Städten.

Kaum ist der Frühling da, zieht es die meisten ins Freie: zum Sonnen in den Park oder zum Rad fahren in den Wald etwa. Aber auch auf Jahrmärkten, Festivals, beim Karneval oder auf dem Oktoberfest: Wenn die Blase drückt – und die nächste öffentliche Toilette nicht in Sicht ist – pinkelt der eine oder andere auch mal ins Gebüsch, an den Straßenrand oder sogar an eine Hauswand.

Wildpinkeln: kein Kavaliersdelikt, sondern Ordnungswidrigkeit

Dabei ist das nicht nur verboten, sondern wird vielerorts als Ordnungswidrigkeit auch hart bestraft. Zudem kann es als Erregung öffentlichen Ärgernisses gelten, wenn jemand seine Notdurft im Freien verrichtet und damit die Aufmerksamkeit Dritter auf sich zieht. Fühlen sich Menschen gestört, kann zusätzlich zum Bußgeld eine Klage drohen.

Wildpinkeln ist eine Ordnungswidrigkeit

Die Kommunen regeln, wie hoch das Bußgeld für diese Ordnungswidrigkeit ist. Im Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (Owig) lautet Paragraf 118:

  • "Ordnungswidrig handelt, wer eine grob ungehörige Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen."

Dieser Verstoß kann mit einer Geldbuße geahndet werden, wenn die Handlung nicht nach anderen Vorschriften behandelt werden kann.

So hoch ist das Bußgeld für Pinkeln im Freien

Die Strafe fürs Wildpinkeln ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich hoch.

Stadt Bußgeld fürs Wildpinkeln
Bremen ab 50 Euro
Darmstadt 50 bis 5.000 Euro
Frankfurt am Main 70 Euro plus 28,50 Euro Gebühren
Gießen 30 Euro
Hamburg 50 bis 1.000 Euro
Kaiserslautern 0 bis 5.000 Euro
Köln 60 bis 200 Euro
Leipzig 5 bis 5.000 Euro
München ab 100 Euro
Stuttgart 55 Euro
Ulm ab 50 Euro
Wiesbaden 60 Euro

Richtig teuer wird es für Pipi-Sünder in Frankfurt am Main mit einer Strafe von 70 Euro, plus 28,50 Euro Gebühren. In Stuttgart wird das Wasserlassen auf Straßen und in öffentlichen Anlagen mit einem Verwarnungsgeld von 55 Euro geahndet. Wer in Köln an Bäume oder auf Grünflächen uriniert, muss für diesen einfachen Verstoß mindestens 60 Euro zahlen. Wer jedoch an einem besonderen Ort wie beispielsweise auf einem Spielplatz in einen Sandkasten seine Notdurft verrichtet, muss mit einem Bußgeld von 200 Euro rechnen.

In Hamburg zahlen Sie für das Urinieren in der Öffentlichkeit ein Verwarngeld bis zu 50 Euro, wie die Polizei Hamburg auf t-online.de-Anfrage mitteilt. Ist jedoch keine wirksame Verwarnung möglich, kann ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro verhängt werden. Tatsächlich bewegen sich die Bußgelder meist zwischen 60 und 200 Euro heißt es von der Polizei. Dabei werden immer die Gesamtumstände betrachtet. "Hauptkriterium ist immer die Belästigung der Allgemeinheit", erklärt ein Polizeisprecher. Vor großem Publikum oder an besonderen Orten wie Kirchen, Rathäusern oder Polizeidienststellen zahlen Sie also eine höhere Strafe als beispielsweise nachts in einem Park.

5.000 Euro für Pipi-Sünde – kann das sein?

In Leipzig müssen Sie mit einer Geldbuße in Höhe von fünf bis 5.000 Euro rechnen. Auch in Kaiserslautern gelten 5.000 Euro als die höchstmögliche Strafe, die für diesen Verstoß verhängt werden könnte – allerdings müsste da schon einiges zusammenkommen. Die Untergrenze liege bei null Euro, in der Regel beginne das Bußgeld bei 35 Euro, sagte eine Stadtsprecherin auf t-online.de-Anfrage. Die Bußgelder werden innerhalb eines Ermessensspielraumes vergeben. Dazu zählen Faktoren wie die Belehrbarkeit der Person, der Vorsatz, die Häufigkeit und der Ort des Freipinkelns.

Denn: Für Wildpinkeln gibt es keinen Bußgeldkatalog. Es ist also nicht wie etwa bei Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr festgelegt, wie teuer dieser Verstoß werden kann. Es ist nur ein Rahmen vorgegeben, in dem sich die Geldstrafen bewegen. Dies kann man in der sogenannten Gefahrenabwehrverordnung nachlesen.

Historische Orte sind teurer als Grünflächen

Outdoor-Pinkeln fällt unter "Sonstige Ordnungswidrigkeiten" und richtet sich nach der Polizeiverordnung der jeweiligen Stadt, heißt es von der Bußgeldstelle in Ulm. Darunter fallen aber auch sämtliche andere Verstöße, also zum Beispiel Lärmbelästigung oder wenn man sein Tier im Auto einsperrt. Fahrlässige Ordnungswidrigkeiten können in Ulm bis zu 2.500 Euro kosten, vorsätzliche bis zu 5.000 Euro.

Die Stadt Ulm verlangt in der Regel 50 Euro fürs Wildpinkeln. Wer allerdings gegen ein Gebäude pinkelt, muss tiefer in die Tasche greifen: Wer an eine Polizeistation uriniert, muss 100 Euro Strafe zahlen. Beim berühmten Ulmer Münster sind es 150 bis 200 Euro. Das habe gravierende Schäden für die Gemäuer.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Bußgeldkatalog Darmstadt
  • Bußgeldkatalog Wiesbaden
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