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Sexuelle Belästigung jeden Tag! Eine Redaktion berichtet #metoo


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So werden Frauen erniedrigt – jeden Tag

Von t-online, AM

Aktualisiert am 20.10.2017Lesedauer: 4 Min.
So sieht sexuelle Belästigung ganz konkret aus
So ein hübscher Po kann eine Verlockung sein. Trotzdem hat keiner das Recht, einfach zuzupacken! (Quelle: Raphli/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Ein Blick auf den Busen und die Frage "Na, ist dir kalt?" beim Anblick harter Nippel. Eine Hand, die sich während der Unterhaltung ungefragt auf den Po legt. Und es passiert überall: Im Club, im Urlaub, auf der Straße.

Manchen Frauen hilft es, darüber zu reden, wenn sie in irgendeiner Form Opfer von sexueller Belästigung geworden sind. Aktuell findet in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #metoo eine internationale Solidarisierung zwischen Frauen und auch Männern statt, die Opfer von sexueller Belästigung wurden. Aber auch der Austausch im persönlichen Umfeld kann Betroffenen helfen, mit dem Erlebten umzugehen.

In der Redaktion von t-online.de hatten wir – leider – ebenso keine Mühe, Geschichten über sexuelle Belästigung zu sammeln. Die Namen der Kolleginnen möchten wir jedoch in diesem Fall nicht nennen.

"Mach das nie wieder!"

"Ich war mit Freunden feiern, als mir ein Mann an den Hintern gegrapscht hat. Er hat ihn nicht versehentlich gestreift, sondern richtig beherzt zugegriffen. Ich habe mich umgedreht, ihm eine Ohrfeige verpasst, meinen Drink auf sein Hemd geschüttet und ihn angeschrien, dass er sowas nie wieder machen soll, weil das niemand auf dieser Erde geil findet. Er hat sich nicht entschuldigt und ist einfach gegangen."

Der Mann am Gebüsch

"Als ich 14 war, saßen meine Freundin und ich an einem See, der ziemlich versteckt ist und nicht gerade gut besucht. Neben einem Gebüsch stand ein Mann in Badehose, der uns die ganze Zeit beobachtet hat. Irgendwann hat er seine Hose ausgezogen und direkt vor unseren Augen angefangen, sich selbst zu befriedigen. Wir haben unsere Sachen geschnappt und sind zu mir nach Hause gerannt. Meine Mutter hat dann die Polizei angerufen, der Mann war aber nicht mehr dort."

"Ich tat so, als sei ich verheiratet"

"Während meines Urlaubs in Dublin war ich mit einer Freundin und ein paar Bekannten in einer Bar. Dort sprach mich ein Typ an, ob er mir einen Drink ausgeben dürfe, weil ich so hübsch sei. Ich habe abgelehnt. Er ließ allerdings auch nach mehrmaligem 'Nein, danke, das ist nett, aber ich habe kein Interesse' nicht locker. Dann fragte er, ob ich einen Freund hätte. Ich sagte ja. Das schien ihn auch nicht sonderlich zu beeindrucken. Dann habe ich gesagt, ich sei sogar verheiratet. Einer meiner Bekannten sah, dass ich in einer unangenehmen Situation war und kam mir zu Hilfe. Ich tat schnell so, als wäre er es, mit dem ich verheiratet bin. Er hat zum Glück mitgespielt. Der Ire hat sich daraufhin bei ihm (!) entschuldigt und ist abgezogen. Ähnliche Geschichten kennen wir alle nur zu gut: erst, wenn man sagt, dass man vergeben ist (ob erfunden oder nicht), lassen sie locker (wenn man Glück hat). Denn dann 'gehören' wir ja schon einem anderen Mann..."

"Er biss mir in den Hals"

"Als ich mit einer Freundin im Urlaub in Madrid war, tanzten wir abends im Club mit zwei Typen, die wir schon im Hostel kennengelernt hatten. Der eine kam mir dann immer näher. Als ich ihm sagte, dass ich das nicht möchte, sah er das anscheinend als Aufforderung. Er zog mich an sich ran und biss mir in den Hals. Ich habe ihn weggestoßen und wir sind gegangen. Die Typen haben beide nur gelacht."

"Meine Attraktivität ist keine Aufforderung!"

"Wenn ich mich für eine Geschichte entscheiden muss, dann für diese: Ich war in einer Bar und stand an der Theke, um mir ein Getränk zu bestellen. Vor dem Tresen hatte sich eine Gruppe von offensichtlich sehr betrunkenen Männern aufgebaut. Sie fielen durch lautes Gegröle unangenehm auf. Einer unterhielt sich so laut und so nah an meinem Ohr, dass ich ihn bat, etwas leiser zu reden. Daraufhin packte er mich an den Hüften und zog mich nah an sich heran. Ich löste mich aus seinem Griff und sagte bestimmt: 'Ich möchte nicht angefasst werden!'. Sein Antwort: 'Aber warum denn nicht, du bist doch eine attraktive Frau.' Ich bin bis heute angeekelt von seiner Sicht auf mich. Muss ich es wirklich akzeptieren, dass meine Attraktivität für andere wie ein Freifahrtsschein für Körperkontakt interpretiert wird? Die Antwort ist: Nein!".

"Die Frage ist nicht 'Wer noch?', sondern 'Wer nicht?'

"Auch ich hatte den Impuls, meine Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen unter #metoo auszudrücken, und hielt dann inne: Die Frage ist leider sogar weniger 'Wer noch?', als vielmehr 'Wer nicht?' Ich kenne keine Frau – und kann mir kaum vorstellen, dass es eine gibt – die in ihrem ganzen Leben nicht ein einziges Mal zum sexuellen Objekt degradiert wurde, wissentlich oder unwissentlich: Männer, die einen angaffen, Männer, die pfeifen, Männer, die sich berufen fühlen, das Aussehen einer Frau zu bewerten und kundzutun, Männer, die einen verfolgen, Männer, die im Zug betont unauffällig mit ihrem Handy Fotos machen, Männer, die nicht einsehen wollen, dass wenn man sagt, dass man kein Interesse hat, das auch so meint, und man nicht bloß schüchtern ist und noch überredet werden könnte, Männer, die schließlich 'Fotze, hältst dich wohl für was Besseres' hinterher rufen. Nahezu jeden Tag."

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