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Selbstversorger: US-Aktivist ging ein Jahr nicht einkaufen

Von afp
18.11.2019Lesedauer: 3 Min.
GemĂŒse aus dem Garten: Ein Aktivist aus den USA hat ein Jahr lang auf das Einkaufen in GeschĂ€ften verzichtet und seine Lebensmittel selbst angebaut.
GemĂŒse aus dem Garten: Ein Aktivist aus den USA hat ein Jahr lang auf das Einkaufen in GeschĂ€ften verzichtet und seine Lebensmittel selbst angebaut. (Quelle: Zbynek Pospisil/Symbolbild/getty-images-bilder)
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Rob Greenfield ist Umweltaktivist und will Menschen inspirieren. DafĂŒr ging er ein ganzes Jahr lang nicht einkaufen und ernĂ€hrte sich nur von selbst angebauten oder gesammelten Lebensmitteln

Wildbret mit Sauerkraut, gewĂŒrzt mit Kurkuma, Knoblauch, Koriander, Dill und Chili, gekocht in Kokosmilch, dekoriert mit ein paar nĂ€hrstoffreichen Moringa-BlĂ€ttern. Das ist das FrĂŒhstĂŒck von Rob Greenfield an diesem Tag. Das Besondere daran ist nicht nur die Zusammenstellung, sondern die Herkunft: Alle Zutaten hat der 33-JĂ€hrige selbst angebaut oder, wie das Reh, am Straßenrand aufgesammelt. Denn der Umweltaktivist aus Orlando in Florida hat ein Jahr lang nicht in GeschĂ€ften eingekauft.

Er nahm, was die Natur ihm bot

Hundertprozentige Selbstversorgung – das war die Herausforderung, die sich Greenfield in den vergangenen zwölf Monaten auferlegt hat. "Die Natur war mein Garten, meine Vorratskammer und meine Apotheke", resĂŒmiert er am Ende des Experiments. Als Ort dafĂŒr hat er sich kein Dorf, sondern die Millionenstadt Orlando in Florida ausgesucht. Dort herrscht subtropisches Klima – ideal, um rund ums Jahr zu pflanzen und zu ernten.

"In diesem Jahr bin ich weder in einen Lebensmittelladen, noch in ein Restaurant oder auf ein Bier in eine Bar gegangen", erzĂ€hlt Greenfield, barfuß und in derselben Hose und demselben T-Shirt, die er auch in den meisten seiner YouTube-Videos trĂ€gt. Unter diesen UmstĂ€nden scheute er sich auch nicht, tot gefahrene Tiere von den Straßen zu klauben und auf seinen Speiseplan zu setzen.

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Der Umweltaktivist hat eine Mission: "Ich will die Menschen inspirieren, ihre ErnĂ€hrung zu ĂŒberdenken und zu Ă€ndern, ihre Lebensmittel selbst anzupflanzen und die Bauern vor Ort zu unterstĂŒtzen. Das ist besser fĂŒr die Welt und uns selbst."

Wie sah Greenfields Selbstexperiment genau aus?

FĂŒr die Dauer des Experiments ĂŒberließen ihm Hausbesitzer ihren Garten. Dort baute Greenfield sich eine einfache HĂŒtte mit Trockentoilette. Als Klopapier dienten BlĂ€tter. "Die sind weicher als alles, was man im Laden kaufen kann", sagt der 33-JĂ€hrige.

Die RasenflĂ€che verwandelte Greenfield in einen ĂŒppigen Garten. Dort gedeihen Papayas, Bananen, SĂŒĂŸkartoffeln, Auberginen, Gurken, Paprika und viele weitere GemĂŒse, FrĂŒchte und KrĂ€uter im Überfluss. In einer FreiluftkĂŒche lagert selbst Eingemachtes und der Honig der eigenen Bienen. Und das Salz? "Ich gehe zum Meer und hole Salzwasser. Ich koche es, bis das Wasser verdampft", erklĂ€rt er.

Vom reichen Unternehmer zum bodenstÀndigen Aktivisten

Bis vor acht Jahren lebte Greenfield ein "ziemlich typisches amerikanisches Leben", wie er selbst sagt. Sein Ziel damals: "Mit 30 MillionĂ€r zu sein." Dann beschloss er, ein einfacheres Leben zu fĂŒhren, löste seine Marketingfirma auf und wurde Aktivist.

Aufmerksamkeit erregte Greenfield zum ersten Mal, als er sich all den MĂŒll, den er produzierte, umhĂ€ngte und so durch New York lief. Danach begann er, weggeworfene Lebensmittel aus Containern zu retten, um so auf die Verschwendung aufmerksam zu machen. Er finanziert sich mit den Einnahmen aus BĂŒchern und VortrĂ€gen. Im vergangen Jahr waren das 8.000 Dollar (7.266 Euro) – ein Einkommen deutlich unter der Armutsgrenze.

"Mir geht es um die Botschaft und ich denke, ich sollte davon nicht reich werden", sagt Greenfield. Die meisten Einnahmen spende er. "Ich bin ĂŒberzeugt vom einfachen Leben und ich denke, es wĂ€re schwer, mit einem Haufen Geld genĂŒgsam zu leben."

Was kommt nach dem Experiment?

Was genau nach dem Selbstversorgerexperiment kommt, weiß Greenfield noch nicht. Er möchte auf Weltreise gehen, um mit seinen Ideen fĂŒr ein nachhaltiges Leben möglichst viele Menschen zu inspirieren. Mit seinen Erfahrungen aus dem konsumfreien Jahr dĂŒrfte es Greenfield leicht fallen, die Welt auch ohne Geld kennenzulernen.

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