Meinung
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Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ĂŒbernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Dieses HaushaltsgerÀt zerstört Beziehungen

  • Jennifer Buchholz
Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 14.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Herzschmerz: Der Haushalt fĂŒhrt in Beziehungen oft zu einem Streit. (Symbolbild)
Herzschmerz: Der Haushalt fĂŒhrt in Beziehungen oft zu einem Streit. (Symbolbild) (Quelle: Pixelimage/getty-images-bilder)
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Es ist ein ziemlich banales HaushaltsgerĂ€t, das jeder bedienen kann. Dennoch kann es Beziehungen zerstören – oder auch retten. Es liegt immer im Auge des Betrachters.

"Das kann echt nicht wahr sein, dass er es einfach nicht kapiert!" meckert meine Freundin, als sie wĂ€hrend unseres Telefonats die SpĂŒlmaschine ausrĂ€umt. "Warum stellt er die dreckige Tasse auf den GeschirrspĂŒler, anstatt sie einfach einzurĂ€umen?" Na klar, weil er dann erst den sauberen Inhalt zurĂŒck in die SchrĂ€nke rĂ€umen mĂŒsste. Eine Aufgabe im Haushalt, die wie BĂŒgeln nicht gerade zu den beliebtesten gehört. "Schafft euch einfach zwei SpĂŒlmaschinen an," scherze ich. "Dann könnt ihr das nötige Geschirr direkt aus der Maschine entnehmen, mĂŒsst es nicht mehr einrĂ€umen. Und sobald es dreckig ist, kommt es in die zweite SpĂŒlmaschine." Meiner Freundin ist jedoch die Laune vergangen: "Wegen diesem blöden GerĂ€t lass ich mich noch scheiden!“

In der Tat ist der GeschirrspĂŒler eines der grĂ¶ĂŸten Aufregerthemen. Nicht nur in Beziehungen. Sogar WGs und BĂŒrogemeinschaften zerbrechen teilweise an dieser Hausarbeit. Denn sie ist eine Wissenschaft fĂŒr sich: Wie wird er richtig eingerĂ€umt? Warum muss immer dieselbe Person ihn ein- und ausrĂ€umen? Warum stellt man dreckiges Geschirr auf das HaushaltsgerĂ€t und nicht direkt rein – wenn darin noch Platz oder die Maschine leer ist? Und: Warum schafft man es nicht, das Ding einfach anzustellen, sobald es voll ist?

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Der GeschirrspĂŒler: Ein Must-Have

Im (scheinbaren) Gegensatz zu meiner Freundin bin ich ein Fan von SpĂŒlmaschinen. Was wĂ€re sonst die Alternative? Abwaschen per Hand – oder Einweggeschirr, was jedoch eine total schwachsinnige Methode wĂ€re, die lĂ€stigen GeschirrspĂŒler-Diskussionen zu vermeiden. Denn seien wir mal ehrlich: Auch wenn uns Hollywood und Co. etwas anderes vermitteln: Abwaschen ist weder romantisch noch sexy. Ich glaube nicht, dass Paare stĂ€ndig kichernd und flirtend vor der SpĂŒle mit riesigen Schaumbergen stehen, sich liebevoll Teller fĂŒr Teller oder Tasse fĂŒr Tasse reichen und ab und zu gegenseitig keck mit dem Abwaschwasser bespritzen. "Hör auf, mich nass zu spritzen! Das Wasser ist voll fettig und macht ĂŒberall Flecken." oder "Der Topf ist nicht richtig sauber geworden. Den musst du noch mal abwaschen. Siehst du das nicht?" Klingt fĂŒr mich nicht romantisch – und alles andere als fĂŒr die Beziehung (oder das Zusammenleben) förderlich.

GeschirrspĂŒler können Ehen retten

Deswegen finde ich: Ein GeschirrspĂŒler ist das erste GerĂ€t, das sich Paare beim Zusammenziehen anschaffen sollten – falls es nicht bereits in einem der beiden Haushalte vorhanden ist. Klar, es kann Diskussionen ĂŒber das richtige EinrĂ€umen geben, weshalb "immer ich" das GerĂ€t ausrĂ€umen oder anstellen muss oder warum der andere "zu schwach ist, die benutzte Kaffeetasse gleich einzurĂ€umen", anstatt sie in die SpĂŒle oder auf die KĂŒchenarbeitsplatte zu stellen. Aber das sind doch BanalitĂ€ten. HĂ€tten diese Paare keine SpĂŒlmaschine, wie wĂŒrden dann die Diskussionen aussehen? "Immer muss ich abwaschen!" oder "Du kannst doch nicht die fettigen Pfannen vor den FrĂŒhstĂŒckstellern abwaschen. Dadurch bleibt ein Fettfilm auf dem Geschirr zurĂŒck." Selbst wenn das Geschirr nicht abgetrocknet werden muss, sondern auf dem Abtropfgestell sein Dasein fristet, kommt es spĂ€testens nach einigen Tagen zu der gleichen unliebsamen Aufgabe wie bei der GeschirrspĂŒler-Thematik: Wer rĂ€umt das alles weg?

Anstatt sich also an Lappalien wie dem EinrĂ€umen, BestĂŒcken und AusrĂ€umen der SpĂŒlmaschine festzubeißen und einen Streit vom Zaun zu brechen, sollte man froh ĂŒber den Helfer im Haushalt sein. Denn spĂ€testens, wenn er defekt ist, merkt man vielleicht, dass Beziehungen eher ohne GeschirrspĂŒler und nicht an ihm zerbrechen können.

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Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" ĂŒber Liebe, Partnerschaft und Sex.

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