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Weltall-Chronograf von Sinn

Aus dem All ans Handgelenk

10.04.2012, 08:59 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Weltall-Chronograf von Sinn. Ab in`s All mit Sinn. (Quelle: Hersteller)

Ab in`s All mit Sinn. (Quelle: Hersteller)

Ein kleiner Schritt für den Astronauten Reinhard Furrer, ein großer Schritt für den damals allenfalls Insidern bekannten Uhren-Hersteller Sinn: Mit der ersten Automatik-Uhr im Weltall sorgten die Frankfurter 1985 für enormes Aufsehen. Nun hat Sinn den Klassiker neu aufgelegt – Uhren-Freunde dürfen sich gleich auf drei Varianten des Weltraum-Chronografen freuen. Sie müssen aber geduldig sein, wie wanted.de erfuhr.

Foto-Serie mit 4 Bildern

Der Weltraum fasziniert wegen der technischen Herausforderungen seit jeher Uhrenfans. Für die Hersteller bringt die Reise ins Weltall eine Menge Prestige - Uhren, die sich im unendlichen Nichts bewährt haben, sind stets besonders begehrt. Das erfährt gerade der Spezialuhren-Hersteller Sinn, der eine Neuauflage seiner Weltraumuhr anbietet. Doch zunächst werfen wir einen Blick in die Historie.

Die erste Uhr im All aus Moskau

Schon bei der damaligen Ersten Moskauer Uhrenfabrik sorgte die Eroberung des Alls für unendlichen Stolz: Als Juri Gagarin im Jahr 1961 ins All flog, da trug er eine Sturmanskie am Handgelenkt. Das schlichte Teil mit Handaufzug war eigentlich eine Marine-Uhr, denn ein "Sturman" ist auf Russisch ein Steuermann. Kurz danach änderte der Hersteller seinen Markennamen.

Seitdem heißt die Marke der Uhrenschmiede Poljot – der Flug, besser: DER Flug.

Omega landete auf dem Mond Uhrengeschichte schrieb schließlich die heute zur Swatch Group gehörende Firma Omega: Die Handaufzugsuhr "Speedmaster" flog 1962 erstmals mit dem Astronauten Walter Schirra an Bord der Mercury-Atlas 8 in den Weltraum. 1965 gelang ihr auch der erste Weltraumausstieg und schließlich landete sie am 21. Juli 1969 am Handgelenk von Buzz Aldrin als erste Uhr auf dem Mond. Neben der "Omega Speedmaster" hat die NASA die "Casio G-Shock" und die "Timex Ironman Triathlon Data Link" für ihre Missionen zugelassen. Seiko wurde ins All geschmuggelt

Den ersten inoffiziellen Einsatz einer Automatik-Uhr schaffte die japanische Firma Seiko: William R. Pogue schmuggelte die "Seiko 6139-6002" auf der 1973 und 1974 laufenden Mission Skylab 4 ins All.

Das hätte gefährlich werden können, weil die Privatuhr eben zuvor von der NASA nicht getestet worden war – vor allem das Platzen des Glases bei Unterdruck ist riskant. Interessanterweise hat Seiko diesen Flug nie vermarktet.

Erster offizieller Weltall-Chronograf von Sinn Somit steht Sinn der Titel für die erste offiziell eingesetzte Automatik-Uhr im Weltraum zu. Im Jahr 1985 trug der deutsche Physiker und Astronaut Reinhard Furrer die "140 S" mit dem nicht mehr erhältlichen Lemania-Uhrwerk 5100 am Handgelenk. Furrer bewies damit, dass eine Armbanduhr mit automatischem Aufzug auch in der Schwerelosigkeit funktioniert, weil der Aufzugsrotor vor allem durch die Massenträgheit des Rotors bewegt wird. 1992 begleitete die "Weiterentwicklung 142 S" den Astronauten Klaus-Dietrich Flade bei der Mir-92-Mission. Die beiden Sinn-Uhren sind zur Legende geworden und längst ausverkauft. Neuauflage der Sinn 140

Nun hat Sinn dem Drängen seiner Fan-Gemeinde nachgegeben und zur Baselworld 2012 gleich drei neu aufgelegte Modelle des ersten Weltraum-Chronografen vorgestellt. In allen dreien tickt das Werk SZ 01, das ist eine eigene Weiterentwicklung des zuverlässigen Traktors Valjoux 7750. Das Besondere des Sinn-Werkes SZ 01 ist der auf einen Blick zu erfassende, springende 60-Minutenstoppzeiger aus dem Zentrum. Er löst den Totalisator ab, der bei einem Valjoux 7750 auf der Zwölf liegt – und nur schlecht lesbar ist. Die springende Minute aus dem Zentrum des SZ 01 ist nun deutlich größer und besser ablesbar - zudem kann die Sinn-Uhr mit dem Minutenzeiger nun 60 statt 30 Minuten stoppen. Von der Optik fällt das große, ovale Gehäuse auf, das die Bandanschlüsse integriert. Auch das 22 Millimeter breite Band ist einen Tick wuchtiger, als das Normalmaß von 20 Millimetern und dürfte Männern mit starken Armen gefallen. In alle drei 140er-Modelle hat Sinn seine Ar-Trockenhaltetechnik eingepackt. Das Ar steht für das Edelgas Argon, das Sinn früher benutzte, um feuchte Luft aus dem Werk zu pusten. Heute wird Stickstoff verwendet. Weiter beinhaltet die Ar-Technologie eine kleine Trockenkapsel mit Kupfersulfat.

Der Stoff saugt wieder eindringende Feuchtigkeit aus dem Gehäuse; wenn sie von weiß auf blau verfärbt ist, wird sie gewechselt. Das verhindert die Korrosion uns sorgt letztlich für eine bessere Laufleistung und Genauigkeit. Weiter bieten alle drei Modelle einen innen liegenden Fliegerdrehring, Saphirkristallglas und einen Gehäuseboden aus Stahl, auf dem das Logo der D1-Mission eingraviert ist. Die Uhr ist druckfest bis 10 bar. Die Drücker sind nicht verschraubt, lassen aber kein Wasser hinein, was an einer besonders präzisen Bohrung liegt. Sinn nennt das "D3" (direkt doppelt dichtend). Die Stücke sind unterdrucksicher: Bei einem plötzlichen Druckabfall im Flugzeug besteht nicht die Gefahr, dass das Uhrglas heraus springt.

Drei Vintage-Modelle

Das Modell "140 A" ist limitiert auf nur 200 Stück, die anderen sind unlimitiert. Die Stoppzeiger dieser Uhr sind in auffälligem Orange gehalten, Stunde und Minute in weiß. Die "140 A" verfügt über galvanisch versilberte Zählerkreise sowie ein satiniertes Edelstahlgehäuse mit polierten Flanken. Das A steht bei Sinn traditionell für Uhren mit schwarzem Zifferblatt und weißen Zählern. Für Freunde des matten Schimmers bietet die "Sinn 140 St" ein perlgestrahltes Gehäuse aus Edelstahl, das dank der Tegiment-Technologie besonders kratzfest ist. "St" steht hierbei für Stahl. Die Tegimentierung ist ein Patent von Sinn, dabei wird die Oberfläche des Stahls mit einem Schutzmantel umgeben, sodass sie um ein Vielfaches besser gegen Kratzer geschützt ist, als herkömmlich gehärteter Stahl. Das Kürzel der dritten Variation "St S" steht für Stahl mit schwarzer Hartstoffschicht. Der Preis für die Chronografen Uhren aus dem All steht noch nicht fest, wird aber bei 3000 bis 4000 Euro liegen. Allerdings nimmt Sinn bis zum Jahresende 2012 keine Bestellungen für die Weltraum-Uhr entgegen. Denn das in den Vintage-Uhren verbaute Werk SZ 01 wird auch in dem erfolgreichen Modell EZM 10 verwendet - und Sinn wird von Anfragen schier überrannt. Doch was sind schon ein paar Monate Wartezeit verglichen mit der Ewigkeit des Weltalls

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