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Technischer Standard Fliegeruhren (TeStaF): Das muss eine Fliegeruhr können


Das muss eine Fliegeruhr können

Frank Lansky

08.12.2012Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Der Technische Standard für Fliegeruhren (TeStaF) regelt die Anforderungen, die eine Fliegeruhr erfüllen muss.
Der Technische Standard für Fliegeruhren (TeStaF) regelt die Anforderungen, die eine Fliegeruhr erfüllen muss. (Quelle: Fotostudio Thilo Vogel, Aachen)
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Jeder weiß, wie eine Fliegeruhr aussieht: Übersichtlich, aufgeräumt, meist mit schwarzem Ziffernblatt und weißen Ziffern. Was aber genau muss eine Fliegeruhr können? Darüber gingen bislang die Meinungen auseinander. Dank der genauen Definition im Technischen Standard für Fliegeruhren (TeStaF) herrscht jetzt Klarheit. wanted.de hat sich TeStaF angeschaut.

In den Anfängen der Fliegerei war alles einfach: Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten brauchten eine große Uhr, die einfach abzulesen und hart im Nehmen war. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich in den Begriff Fliegeruhr allerdings eine Menge Beliebigkeit eingeschlichen.

Heute kann sich jede gewöhnliche Armbanduhr mit Mineralglas und mehr oder minder klarem Design genauso Fliegeruhr nennen wie ein technisch anspruchsvoller Zeitmesser mit unterdrucksicherem Sitz des Saphirglases und hoher Chronometer-Ganggenauigkeit. Eine klare Definition, wie es sie schon für Taucheruhren gemäß der DIN 8306 / ISO 6425 gibt, war bisher für Fliegeruhren (sehen Sie hier ausgewählte Fliegeruhren) nirgends genau festgeschrieben.

Das störte Lothar Schmidt gewaltig – und so gab der Chef des Spezialuhren-Herstellers Sinn im Jahr 2008 die Initialzündung für die Festlegung eines genauen Standards. >>


Technischer Standard Fliegeruhren (TeStaF)

Das TeStaF-Logo: Uhren mit einem TeStaF-Zertifikat dürfen sich mit dem entsprechenden Logo schmücken. Dies wurde einem künstlichen Horizont aus dem Cockpit eines Flugzeuges entlehnt, es zeigt eine stilisierte Flugzeug-Silhouette von vorne - wenn auch ohne Leitwerk.
Professor Frank Janser (links), Leiter des Fluglabors im Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der Fachhochschule Aachen und Lothar Schmidt (rechts), Chef des Spezialuhren-Herstellers Sinn, arbeiteten gemeinsam an der Festlegung eines technischen Standards für Fliegeruhren (TeStaF).
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Einen Gleichgesinnten fand der Uhren-Experte bei Professor Frank Janser, Leiter des Fluglabors im Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der Fachhochschule Aachen. Die Wissenschaftler dort verfügen über ein Testlabor und zwei Forschungsflugzeuge. Und jetzt herrscht Klarheit: Jüngst stellte die FH bei Eurocopter in Donauwörth den "Technischen Standard Fliegeruhren" vor. Der Grundgedanke:

Eine Fliegeruhr soll im Notfall alle wichtigen Messungen übernehmen können, falls die zeitmessenden Instrumente im Cockpit ausfallen.

Der TeStaF fordert von einer waschechten Fliegeruhr somit folgendes:

1. Funktionalität nach TeStaF

Bedienbarkeit: Intuitive Bedienbarkeit auch mit Handschuhen.
Ablesbarkeit: Gute Ablesbarkeit bei Tag und Nacht. Kein Rot auf dem Zifferblatt, da diese Farbe eine Warnfunktion hat.
Ganggenauigkeit: Die Uhr darf nicht mehr als 30 Sekunden pro Tag vor- oder nachgehen.

Die Anforderung an die Ganggenauigkeit ist so harmlos, dass sie für den Uhrenfreund zu schwach wirken muss. Der großzügige Wert erklärt sich daraus, dass für Navigationszwecke und die Realisierung von zeitgesteuerten Flugmanövern keine höhere Genauigkeit nötig ist. Die Gangreserve muss mehr als 36 Stunden betragen.

2. Widerstandsfähigkeit nach TeStaF

Druckfestigkeit /Unterdrucksicherheit: Die Uhr muss mit wechselndem Umgebungsdruck fertigwerden. Konkret muss sie Veränderungen des Umgebungsdrucks bis 0,044 bar aushalten, das entspricht einer Höhe von 21.300 Metern. Hierzu werden ein Druckwechseltest und ein Sogtest durchgeführt. Wichtig ist hierbei der Sitz des Uhrglases – dies darf nicht durch den Unterdruck herausgesprengt werden – und die Wasserdichtigkeit.
Temperatur-
kompensation:
Die Armbanduhr muss zwischen minus 15°C bis plus 55°C einwandfrei funktionieren. Rapide Wechsel von minus 15°C bis plus 50°C innerhalb von fünf Minuten müssen ausgehalten werden.
Stoß- und Schlagsicherheit: Die Uhr muss einen senkrechten Fall aus einem Meter Höhe auf Hartholzboden ohne funktionsstörende Beschädigungen des Gehäuses oder von Werkteilen wie Zeiger, Glas oder Kalendereinrichtungen überstehen.
Belastbarkeit: Die Uhr muss für eine Minute einer Belastung von 6 g aushalten – also der sechsfachen Erdbeschleunigung. Sie muss Vibrationen gut wegstecken.
Wasserdichtigkeit: Die Uhr muss 30 Minuten lang einer Wassertiefe von einem Meter und eine Stunde lang einer Wassertiefe von 10 Zentimetern Stand halten. Sie muss beständig sein gegen im Flugzeug übliche Flüssigkeiten wie Kerosin oder Lösungsmittel.
Magnetfeldschutz: Außerdem muss sie eine Magnetfeldbeständigkeit nach DIN 8309/ISO764 bieten. Diese Norm lässt pro Tag eine Änderung in der Ganggenauigkeit von plus/minus 30 Sekunden zu.

3. Sicherheit und Kompatibilität nach TeStaF

Magnetismus: Die Uhr darf über keine magnetische Signatur verfügen. Das heißt, dass die Uhr keinen Einfluss auf den Kompass oder andere Geräte im Cockpit hat.
Glasqualität: Zur Vermeidung von Lichtreflexen muss das Glas entspiegelt sein und darf nicht blenden. Eine Kompatibilität zum Rest des Cockpits wird vorausgesetzt, was eine ungestörte Ablesbarkeit der Instrumente bedeutet.
Konstruktion: Die Form der Uhr soll so gestaltet sein, dass ein Verhaken der Uhr im Cockpit nicht möglich ist. Erwartet wird zudem eine sichere Bandfestigkeit, jedoch auch gutes Lösen des Bandes im Notfall. Gemeint ist, dass die heute üblichen Federstege im Band nachgeben, falls die Uhr am Arm irgendwo verhakt.

Zur praxisnahen Erstellung des Standards befragten die Spezialisten aus Aachen 20 Piloten verschiedener Fluggeräteklassen, die insgesamt 30 verschiedene Fluggeräte repräsentieren. Außerdem wurden die gesammelten Erkenntnisse in einem Hubschrauber von Eurocopter bei Hitze, Kälte und in großer Höhe geprüft. Das Aachen Institute of Applied Sciences (AcIAS) bietet künftig allen Uhrenherstellern einen entsprechenden Test und eine Zertifizierung an. Dazu muss folgendes eingereicht werden: Zwei fabrikneue Uhren, ein Gehäuse ohne Uhrwerk mit Drehring, neun Zifferblätter, neun Uhrwerksgläser, je neun Dichtungen und je ein Armband. Der Test dauert netto etwa 38 Stunden, in der Gesamtdauer mehrere Wochen. Wenn die beiden Uhren plus Zubehör die Tests überstehen, dann darf sich der gesamte Seriennummernkreis einer Uhr bis zu 1000 Stück mit dem TeStaF-Zertifikat und dem entsprechenden Logo schmücken; dies wurde einem künstlichen Horizont aus dem Cockpit eines Flugzeuges entlehnt, es zeigt eine stilisierte Flugzeug-Silhouette von vorne - wenn auch ohne Leitwerk.

Wer also eine TeStaF-Uhr kauft, der weiß, dass sie einiges aushält. Die ersten zertifizierten Testuhren stammen von Sinn: Es handelt sich um Uhren aus den Modellreihen EZM 10 und 103 TiAr, bei denen lediglich die Nachtablesbarkeit der Chrono-Funktion ergänzt werden musste um den Anforderungen zu entsprechen. Das führt dazu, dass Sinn bald ein neues Modell, die 103 Ti Ar TeStaF auf den Markt bringen wird. Dabei wird anstelle des Ar-Logos das TeStaF-Logo in schwarz glänzend auf schwarz matt auf dem Zifferblatt zu sehen sein. Den EZM 10 wird künftig ebenfalls das TeStaF-Logo zieren.

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