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Die richtige Ernährung für ein schönes Hautbild

INTERVIEWHautarzt klärt auf  

Lässt Zucker die Haut schneller altern?

Ann-Kathrin Landzettel

08.03.2021, 10:53 Uhr
Die richtige Ernährung für ein schönes Hautbild. Eine junge Frau mit einer Tafel Schokolade blickt skeptisch empor: Zucker steht im Verruf, der Haut zu schaden.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/stefanamer)

Eine junge Frau mit einer Tafel Schokolade blickt skeptisch empor: Zucker steht im Verruf, der Haut zu schaden. (Quelle: stefanamer/Thinkstock by Getty-Images)

"Zucker macht Falten". "Gluten und Milch sind schuld an Tränensäcken und Akne". Um den Zusammenhang zwischen negativen Einflüssen der Ernährung aufs Hautbild kursieren viele Gerüchte und Behauptungen. An einigen von ihnen ist tatsächlich etwas dran, andere dagegen gehören ins Reich der Mythen. 

"Schönheit kommt von innen", sagt ein altes Sprichwort. In der Tat hat das, was wir essen, einen entscheidenden Einfluss auf unser Äußeres. Ist unsere Haut schlaff, spröde oder pickelig, kann das eine Reaktion auf bestimmte Lebensmittel sein. 

Im Interview mit t-online erklärt der Hamburger Dermatologe Dr. Ulrich Ohnemus, welche Produkte tatsächlich der Haut schaden und mit welcher Ernährung der Teint glatt und schön bleibt.

t-online: Was ist dran am Zuckergesicht? Macht Zucker wirklich Falten?

Dr. Ohnemus: Zucker lässt den Blutzuckerspiegel sehr stark ansteigen. Das ist grundsätzlich nicht so ideal für die Haut. Es gibt Hinweise, dass die Zuckerverbindungen die elastischen Bindegewebsfasern "glykolisieren" können und diese dadurch starrer werden. Auszuschließen ist es nicht, dass Zucker die Faltenbildung begünstigt. Auf der anderen Seite kann ich aus meiner Praxiserfahrung sagen, dass beispielsweise Diabetiker nicht unbedingt mehr Falten haben als Nicht-Diabetiker. Aber von den Falten abgesehen: Wer seinen Zuckerkonsum einschränkt, tut seiner Gesundheit in jedem Fall etwas Gutes.

Schwellungen und Falten durch Gluten – ist das möglich?

Gluten hat zumindest bei entsprechend Gluten-intoleranten Menschen einen negativen Effekt auf die Haut, weil durch die Bildung von Antikörpern Entzündungsreaktionen in Gang gesetzt werden. Inwieweit glutenhaltige Produkte die Haut bei gesunden Menschen beeinflussen ist schwer zu sagen. Generell ist es so, dass Weißmehlprodukte den Blutzuckerspiegel rascher ansteigen lassen und weniger Mineralstoffe enthalten als Vollkornprodukte. Weißmehlprodukte sind also für die Versorgung der Haut mit Nährstoffen nicht ganz so ideal.

Milch wiederum steht in Verruf, Akne im Gesicht zu begünstigen, stimmt das?

Ja, das ist tatsächlich so. Studien haben gezeigt, dass vor allem Vollmilch unreine Haut begünstigen kann. Auch durch Proteinshakes kann sich das Hautbild verschlechtern. Bei mageren Milchprodukten wie Joghurt oder Quark ist dieser Effekt zwar deutlich weniger ausgeprägt, aber nicht ganz ausgeschlossen.

Man vermutet, dass die Milch im Stoffwechsel bestimmte Wachstumsfaktoren freisetzt, welche die Talgdrüsen stimulieren und die Fettproduktion in den Poren erhöhen.

Was macht Alkohol mit der Haut?

Alkohol wirkt durchblutungsfördernd und hat damit auch eine gefäßerweiternde Wirkung. In Folge rötet sich das Gesicht und Äderchen werden deutlicher sichtbar – meist im Bereich von Nase und Wangen.

Das Risiko für bleibende Hautveränderungen durch Alkohol ist bei Menschen erhöht, die viel trinken oder die bereits eine gewisse Veranlagung mitbringen, etwa eine Rosazea (Couperose) haben. Zudem begünstigt Alkohol Wassereinlagerungen in der Haut. Das ist der Grund, warum nach dem Konsum von Alkohol die Tränensäcke oft geschwollen sind und das Gesicht aufgeschwemmt wirkt. Außerdem begünstigt Alkohol Entzündungsprozesse in der Haut.

Dr. med. Ulrich Ohnemus ist Dermatologe aus Hamburg und Mitglied im Berufsverband Deutscher Dermatologen e. V. (BVDD). Der Hautarzt ist unter anderem auf ästhetische Dermatologie spezialisiert.
Dr. med. Ulrich Ohnemus ist Dermatologe aus Hamburg und Mitglied im Berufsverband Deutscher Dermatologen e. V. (BVDD). Der Hautarzt ist unter anderem auf ästhetische Dermatologie spezialisiert.

Was ist der größte Feind der Haut?

Rauchen ist neben UV-Strahlung der Risikofaktor für eine beschleunigte Hautalterung schlechthin. Rauchen führt – ebenso wie UV-Strahlung – zu einer Schädigung der DNA. Zudem fördert Rauchen Entzündungen im Körper und in der Haut, da die natürliche Abwehr durch die in Zigaretten enthaltenen Giftstoffen geschwächt ist.

Welche Ernährung hält denn die Haut rosig-frisch?

Generell ist es nicht nur für die Haut, sondern grundsätzlich für die Gesundheit empfehlenswert, auf eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Ballaststoffe zu achten. Diese Ernährungsform enthält wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente für den Hautstoffwechsel.

Kaltgepresste pflanzliche Öle sind tierischen Fetten und Frittiertem vorzuziehen. Zucker sollte in Maßen gegessen werden. Achten Sie zudem darauf, ausreichend Eiweiß aufzunehmen und genügend Wasser zu trinken.

Stimmt es, dass Wassertrinken gegen Fältchen hilft?

Gegen die klassischen Altersfalten kann viel trinken nichts machen. Die Faltenbildung ist zum Großteil genetisch bedingt. Allerdings können Sie mit einer guten Flüssigkeitsversorgung die Haut durchfeuchten und so feine Trockenheitsfältchen wieder glätten – und das Hautbild von trockener Haut etwas verbessern. Auch trockenen Lippen können Sie mit einer guten Flüssigkeitszufuhr entgegenwirken.

Was sind die besten Tipps für die tägliche Hautpflege?

Reinigen Sie Ihr Gesicht morgens und abends mit einem milden, pH-neutralen Waschgel, um Talg, Staub und Umweltschadstoffe zu entfernen. Nutzen Sie eine auf Ihr Hautbild abgestimmte Pflege und verzichten Sie weitestgehend auf Duftstoffe, Konservierungsmittel, Silikone und Alkohol in den Produkten.

Kleine Fältchen, etwa um die Augen herum, können Sie mit Hyaluron-Seren durchfeuchten und etwas aufpolstern. Bei unreiner Haut helfen beispielsweise Gele mit Fruchtsäuren, die Poren offen zu halten.

Herr Dr. Ohnemus, wir danken Ihnen für das Gespräch!

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