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Hitzewelle in Europa: In Deutschland ist es jetzt heißer als in Spanien

Hitzewelle in Europa  

So heiß ist es in Deutschland gerade

18.06.2021, 14:20 Uhr | dpa

Hitzewelle in Europa: In Deutschland ist es jetzt heißer als in Spanien. Waging am See in Bayern: Eine Hitzewelle hat Deutschland erreicht. (Quelle: dpa/Sven Hoppe)

Waging am See in Bayern: Eine Hitzewelle hat Deutschland erreicht. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Man kann es fast nur im Schatten aushalten: Auch am Wochenende wird es in den meisten Teilen von Deutschland sehr heiß. Zudem drohen Unwetter und die Waldbrandgefahr ist hoch. Und nicht nur bei uns: Auch in vielen anderen Ländern ist das Wetter extrem. 

Die Hitzewelle hat Deutschland zum aktuellen Temperatur-Hotspot in Europa gemacht. Auf Hitze und Unwetter müssen sich die Menschen im Land auch am Wochenende einstellen. Bis zu 37 Grad erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag im Osten des Landes. Besonders an den Küsten bleibt es etwas kühler.

Vor einer Fahrt an den Badesee oder zum Schwimmbad lohnt vielerorts aber trotzdem noch mal ein Blick in den Wetterbericht: Im Laufe des Samstags werden laut DWD teils schwere Gewitter aufziehen. Auch die Nacht kann weiterhin zu einer schwitzigen Angelegenheit werden. 

Deutschland ist wärmste Region Europas

"Mit Höchsttemperaturen von verbreitet über 30 Grad ist Deutschland derzeit die wärmste Region Europas", sagt Christian Herold vom DWD in Offenbach. Schon am Freitagmorgen warnte der Wetterdienst für fast ganz Deutschland vor verbreitet starker Wärmebelastung, lediglich an schmalen Küstenstreifen und im Voralpenland sollte es nicht so extrem werden.

Am Freitag würden mit Temperaturen von bis zu 37 Grad die höchsten Werte im Osten erreicht. "Am Samstag sehen wir ein ähnliches Bild", so Herold. Im Nordwesten liegen die Werte bei 24 bis 28 Grad, an der See bleibt es kühler. 

Wo die Unwettergefahr steigt

Am Samstag bilden sich laut DWD vorwiegend über den zentralen und östlichen Mittelgebirgen einzelne heftige Gewitter. In der Nacht zum Sonntag kommt dann Tief "Ulfert" ins Spiel, das einen weiteren Schwall feuchter Mittelmeerluft heranführt. Voraussichtlich in der Westhälfte bilden sich schwere Gewitter. Es könne zu schweren Sturmböen oder einzelnen orkanartigen Böen kommen.

Gefährlich würden auch die Gewitter am Sonntag, die Deutschland von West nach Ost überquerten. "Die Hauptgefahr geht neben Starkregen dabei von schweren Sturmböen und auch größerem Hagel aus", sagt Herold.

Tropennacht von Samstag auf Sonntag

Es wird von Samstag auf Sonntag eine erneute Tropennacht mit teils mehr als 20 Grad erwartet. In zahlreichen Regionen lagen die Tiefsttemperaturen schon in der Nacht zum Freitag über dieser Schwelle, wie ein DWD-Meteorologe sagte. Wenn die Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad fallen, sprechen Meteorologen von Tropennächten.

Die höchste nächtliche Tiefsttemperatur bis zum Freitagmorgen wurde laut DWD im rheinland-pfälzischen Bad Bergzabern gemessen. Dort wurde es zu keinem Zeitpunkt kühler als 22,6 Grad. An zweiter Stelle folgte der Vogelsberg in Hessen, auf dem die Temperaturen auf einer Höhe von 740 Meter nicht unter 22,1 Grad fielen. Das sei "ziemlich spektakulär", so der Meteorologe. 

Hier ist die Waldbrandgefahr erhöht

Der DWD-Waldbrandgefahrenindex zeigt für das Wochenende einschließlich Freitag alarmierende rote bis dunkelrote Flecken. Der Index rase auf die höchste Waldbrandwarnstufe zu, sagte ein DWD-Sprecher. 

Die Wetterexperten sehen vor allem im Nordosten Deutschlands eine hohe Gefahr. Dort seien die obersten Bodenschichten zu trocken. Auch immer wieder aufkommender Wind könnte einen möglichen Brand schnell größer werden lassen.

DWD-Waldbrandexperte Christopher Böttcher fasst es so zusammen: Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Niederschläge, Temperatur und Sonneneinstrahlung sind wichtige Faktoren. Doch es gilt auch: "Die überwiegende Mehrheit der Waldbrände werden durch fahrlässiges Verhalten verursacht", sagt Renke Coordes, Sprecher das Staatsbetriebes Sachsenforst.

Auch im Ausland ziehen Unwetter auf

Im Südwesten Frankreichs richteten Unwetter mit Starkregen und heftigen Windböen am Donnerstagabend erhebliche Schäden an. Dabei wurden Berichten nach mindestens drei Menschen verletzt – darunter auch ein Kleinkind. Es wurde schwer am Kopf getroffen, als ein Baum auf das Auto der Familie stürzte, wie der Sender France Bleu Occitanie berichtet.

In der Region Okzitanien waren nach Angaben des Netzbetreibers Enedis zeitweise 37.000 Haushalte ohne Strom. Umgestürzte Bäume, überflutete Straßen sorgten in einigen Orten im Südwesten des Landes für Verkehrschaos. Dutzende Menschen wurde in Orten rund um Bordeaux wegen Überschwemmungen in Sicherheit gebracht. Auch in Südtirol im Norden Italiens sorgten schwere Unwetter, Überschwemmungen und Erdrutsche für Schäden und Straßensperrungen.

Rekordverdächtige Hitze in den USA

In einigen Teilen der USA kann man über die Hitzewelle in Deutschland wohl nur müde lächeln. Im Westen der USA werden vielerorts Temperaturen von mehr als 45 Grad erwartet. In den US-Bundesstaaten Kalifornien, Nevada, Arizona und Utah sei am Freitag und Samstag mit rekordverdächtigen Temperaturen zu rechnen, teilte der Nationale Wetterdienst mit und warnte vor "gefährlicher und exzessiver Hitze" in weiten Teilen der Staaten.

Laut Vorhersage sollte das Thermometer in Nevadas Casino-Stadt Las Vegas am Freitag Werte zwischen 45 und 48 Grad anzeigen. Für Phoenix, die Hauptstadt Arizonas, sagen Meteorologen Temperaturen von bis zu 46,1 Grad voraus.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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