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Filmfestspiele: Warum Sie Cannes im Mai meiden sollten

Vorsicht, Abzocke!  

Warum Sie Cannes im Mai meiden sollten

14.05.2019, 11:12 Uhr | AFP

Filmfestspiele: Warum Sie Cannes im Mai meiden sollten. Cannes: Einmal im Jahr ist die Stadt an der Côte d'Azur in aller Munde – zur Filmfestival-Zeit. (Quelle: Reuters/Regis Duvignau)

Cannes: Einmal im Jahr ist die Stadt an der Côte d'Azur in aller Munde – zur Filmfestival-Zeit. (Quelle: Regis Duvignau/Reuters)

Während der Internationalen Filmfestspiele sind Hotelzimmer in Cannes teilweise sechsmal so teuer als sonst. Doch nicht nur Hoteliers und Restaurantbesitzer freuen sich auf das Geschäft an der französischen Riviera.

"Das Festival? Das ist eine wahre Goldgrube", freut sich Hervé, der Rezeptionist eines Zwei-Sterne-Hotels in Cannes. "Während des Filmfests verlangt mein Chef 260 Euro für ein Zimmer, das normalerweise 40 Euro kostet." Bei einem Drei-Sterne-Etablissement in nächster Nachbarschaft hat sich der Zimmerpreis immerhin noch verfünffacht, von 71 auf 350 Euro pro Nacht.

Filmfestival lockt Besucher nach Cannes

Mit den 40.000 akkreditierten Vertretern der Filmbranche und Journalisten verdreifacht sich die Zahl der Bewohner von Cannes quasi über Nacht. In zwölf Tagen machen die Hotels in der Nähe des Festspielpalasts rund ein Sechstel ihres jährlichen Umsatzes, wie der örtliche Verband Umih errechnet hat. Auch dem mondänen Urlaubsort insgesamt brachte das Festival nach Angaben der Stadtverwaltung im Jahr 2017 insgesamt 197 Millsiionen ein.

Doch sind die Gewinne für die traditionellen Nutznießer vor Ort keine Selbstverständlichkeit mehr. Seit einigen Jahren blieben die Festivalbesucher nicht mehr die gesamte Zeit über in Cannes, sagt die Vize-Vorsitzende des Hotelverbands, Christine Welter. "Die Karten werden neu gemischt, der Markt muss sich dem anpassen", fügt sie hinzu.

Dies liege zum einen daran, dass einige Professionelle, die mit Netflix arbeiten, nicht mehr kämen, weil Filme des Streamingdienstes nicht zugelassen wurden. Zum anderen aber sei die "unfaire" Konkurrenz privater Zimmeranbieter verantwortlich für Umsatzeinbußen, sagt Welter.

Einwohner zelten auf Campingplätzen

Inzwischen würden genauso viele Privatzimmer vermietet wie Hotelzimmer. "Rund 6.000", sagt die stellvertretende Umih-Vorsitzende und spricht von "unlauteren Geschäften". Einige der "Privatvermieter" hätten gleich mehrere Wohnungen im Angebot, berichtet sie empört.

Allein Airbnb, die Onlineplattform für Privatwohnungen, erwartet jede Nacht vom 14. bis 25 Mai zwischen 2.500 bis 4.000 Zugänge. Höhepunkt ist Freitag, der 17. Mai, mit 4.600 Buchungen – am Freitag davor sind es gerade mal 500.

Bei Airbnb-Preisen von 10.600 Euro für eine Maisonette-Wohnung mit vier Zimmern für den gesamten Festivalzeitraum ist es kein Wunder, dass viele Einwohner von Cannes einiges auf sich nehmen, um ihre Wohnung zu vermieten: "Einige zelten auf dem Campingplatz von Grasse und lassen sich ihre Wohnung mit Gold vergüten", amüsiert sich Hervé vom Hotelempfang.

Wer außerdem vom Filmfestival profitiert

Von dem Festival profitieren aber nicht nur Zimmeranbieter und die Stadtverwaltung von Cannes. Auch Restaurants und Taxis freuen sich auf ihr Geschäft des Jahres. "Mai ist für uns der wichtigste Monat", sagt Pascal Hamard, der Besitzer eines italienischen Restaurants. "Wir sind dann bis auf den letzten Platz besetzt – das sind rund 5.000 Gedecke in elf Tagen."

Doch auch Hamard stellt fest, dass sein Geschäft in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Schuld daran seien die schwarzen Schafe im Gast- oder Fahrgastgewerbe: Restaurants, auf deren Speisekarten plötzlich astronomische Preise stünden, oder Taxifahrer, deren Tarife keine Grenzen mehr kennten.

Den Gästen sei dies nicht entgangen, sagt Hamard. "Man merkt, dass einige unserer Kunden extrem argwöhnisch geworden sind. Sie glauben, jeder Preis sei Abzocke." Cannes-Besucher seien heute sehr viel vorsichtiger als noch vor wenigen Jahren, sagt er. "Wir merken, dass sie von ihren Chefs Anweisungen bekommen haben – und dass ihre Budgets deutlich kleiner sind als früher."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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