t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon



HomeLebenReisenEuropaItalien

Bakterienalarm am Gardasee: Wie sicher sind Europas Badeseen?


Nach starken Regenfällen
Gardasee von Bakterien heimgesucht – droht das auch andernorts?

Von t-online, saz

23.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Strand bei Riva del Garda: Mitte Juni war das Baden einige Tage lang verboten. Unter anderem birgt der hohe Pegelstand das Risiko von Verunreinigung.Vergrößern des BildesStrand bei Riva del Garda: Mitte Juni war das Baden einige Tage lang verboten. Unter anderem birgt der hohe Pegelstand das Risiko von Verunreinigung. (Quelle: watson)
Auf WhatsApp teilen

Ein beliebter Strand am Gardasee wurde gesperrt, weil das Wasser mit Bakterien verunreinigt war. Nach den heftigen Regenfällen könnte dies nun öfter passieren.

Er ist einer der beliebtesten Seen in Oberitalien – und besonders unter deutschen Campern häufig fester Bestandteil des jährlichen Sommerurlaubs: der Gardasee. Fast 50 Kilometer misst der See von Nord nach Süd und lädt mit Hunderten Stränden und Buchten zum Baden und Entspannen ein.

Urlauber, die sich gern an der Nordseite des Gewässers aufhalten, mussten jedoch zuletzt aufpassen: Am 12. Juni 2024 hat die Gemeinde von Riva del Garda, der größten Stadt im Norden, für einen beliebten Strandabschnitt ein Badeverbot ausgesprochen. Der Grund: Dort tummelten sich Bakterien in zu hoher Konzentration.

Welcher Strand war betroffen?

Betroffen war die Zone oberhalb des Strandes Pini, welche vom Jachthafen in Richtung Altstadt von Riva führt. Wie das Amt für Hygiene und öffentliche Gesundheit mitteilte, "sind die Grenzwerte der mikrobiologischen Parameter an der Probe-Entnahmestelle in der Nähe des Strandes von Pini überschritten worden". Nach weiteren Analysen sei das Verbot mittlerweile widerrufen, berichten mehrere Medien.

Wie kam es zum Bakterienbefall?

Woher die Bakterien stammen, dazu gab es nur Vermutungen. Unter anderem könnten die Mikroorganismen im Zuge der starken Regenfälle in Norditalien in den See geschwemmt worden sein, heißt es vom staatlichen Nachrichtensender RAI. Nachdem das Jahr 2023 von Wasserknappheit geprägt gewesen war, war in diesem Jahr das Gegenteil der Fall: Ende Februar dieses Jahres wurde ein historischer Höchststand des Pegels gemessen.

Droht 2024 weitere Verunreinigung?

Grundsätzlich gilt: Bei oder nach starken Regenfällen kann Baden an Seen gefährlich sein. Experten zufolge kann es dann passieren, dass die Kanalisation das Wasser nicht mehr aufnehmen kann und verunreinigtes Abwasser in die Badeseen eingespült wird. Erfahrungsgemäß führe das zu einer erhöhten Belastung mit Krankheitserregern in den Gewässern.

"Wer dieses Wasser schluckt, läuft Gefahr, Durchfall zu bekommen und brechen zu müssen. Das kann gerade bei Menschen mit einer schwachen Gesundheit und bei Kindern gefährlich sein", heißt es etwa vom Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso). Wichtig ist also, dass insbesondere Urlauber sich über die Wasserqualität informieren, insbesondere wenn ein Regen voranging.

Hier ist die Wasserqualität am schlechtesten

Laut der europäischen Umweltagentur (European Environment Agency, EEA) wiesen 2023 sowohl in Deutschland als auch in Italien 90,3 Prozent der Badegewässer eine "exzellente Qualität" auf. Das Ranking der saubersten Badegewässer führt Zypern an, dicht gefolgt von Österreich. Auf den letzten Plätzen rangieren Polen und Albanien. Das komplette Ranking finden Sie hier.

Welche Bakterien machen Probleme?

Um die Wasserqualität zu bestimmen, wird nach der Konzentration zweier Darmbakterien geschaut: E.coli-Bakterien und Darm-Enterokokken. Sie lassen Rückschlüsse darauf zu, ob Fäkalien – also Kot oder Dung – in das Gewässer gelangt sind und damit womöglich auch Krankheitserreger. Insbesondere können die Keime auch von landwirtschaftlichen Flächen eingespült werden.

Vor und während der Badesaison nehmen die lokalen und nationalen Behörden mehrere Proben aus den Badegewässern, heißt es von der EEA. Zwischen den Proben dürfe nicht mehr als ein Monat liegen. Je nach der festgestellten Bakterienmenge werde die Qualität der Badegewässer dann als "ausgezeichnet", "gut", "ausreichend" oder "mangelhaft" eingestuft.

Verwendete Quellen
  • comune.rivadelgarda.tn.it/: "Badeverbot am Stand Pini"
  • suedkurier.de: "Mit Bakterien verunreinigt – Badeverbot am Gardasee"
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Themen



TelekomCo2 Neutrale Website