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Kreuzfahrt-Desaster vor Australien: Das Problem ist größer als viele denken


"Das kann ein Ökosystem auf den Kopf stellen"

Von Dorothea Meadows

Aktualisiert am 04.01.2023Lesedauer: 2 Min.
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Kreuzfahrtschiff auf der Reise (Archivfoto). Bio-Fouling ist ein Problem für viele Ökosysteme.
Kreuzfahrtschiff auf der Reise (Archivfoto). Bio-Fouling ist ein Problem für viele Ökosysteme. (Quelle: Carline Jean via www.imago-images.de)
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Tagelang durfte das Kreuzfahrtschiff "Viking Orion" mit 800 Passagieren an Bord nicht in Sydney anlegen. Der Grund: Bio-Fouling. Was heißt das und warum ist es so gefährlich?

Wer in den vergangenen Tagen von der Irrfahrt des Kreuzfahrtschiffes "Viking Orion" gelesen hat, dem ist immer wieder ein Begriff untergekommen: Bio-Fouling. Gemeint ist damit der maritime Bewuchs aus Mikroorganismen, Seepocken, Muscheln und Algen am Rumpf eines Schiffes. Er kann nicht nur immense wirtschaftliche Schäden verursachen, sondern auch die Umwelt in höchstem Maße belasten.

Gefahr Nummer 1: Artenverschleppung

"Eine große Gefahr des Fouling ist die Artenverschleppung", sagt Unterwasssertechnik-Experte Benjamin Emde vom Laser Zentrum Hannover zu t-online. "Kommt zum Beispiel ein Schiff aus Asien und bringt fremde Organismen in ein heimisches Gewässer, kann das im schlimmsten Fall ein Ökosystem auf den Kopf stellen."

Dieses Szenario wollten die Behörden in Australien und Neuseeland vermeiden und hielten das stark bewachsene Schiff seit dem 26. Dezember von ihren Häfen fern. Letztlich wurde der Kreuzer 22 Kilometer vor der australischen Küste in internationalen Gewässern durch Taucher gereinigt und durfte am Mittwoch endlich in Sydney anlegen.

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Muscheln haben sich an einem Schiffskörper festgesetzt. Bei solch einem Bewuchs erhöht sich der Strömungswiderstand eines Schiffes drastisch. (Quelle: Sascha Steinach via www.imago-images.de)

Aber gerät beim mechanischen Unterwasser-Reinigen eines Schiffes die ungewollte Biomasse nicht am Ende doch ins Meer? Emde sagt: "Ja, je nachdem welche Reinigungstechnologie benutzt wird." Und neben den unerwünschten Organismen können dabei eventuell sogar toxische Schadstoffe, wie zum Beispiel Kupferpartikel aus den Beschichtungen des Schiffsrumpfes, freigesetzt werden.

Gefahr Nummer 2: Drastisch erhöhte Emissionen

Damit diese Umweltprobleme gelöst werden und Reedereien ihre durch das Fouling verursachten Kosten senken können, forscht Emde gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut IFAM und der Laserline GmbH. Emde: "So ein Bewuchs im Salzwasser geht ganz schnell, besonders, wenn ein Schiff nicht fährt. Erst siedeln sich Mikroorganismen an und es bildet sich ein Schleim, dann kommen Seepocken, Muscheln und Algen dazu. Der Strömungswiderstand eines Schiffes erhört sich dadurch enorm. Das Schiff verbraucht mehr Kraftstoff und stößt natürlich auch mehr Emissionen aus."

Auf verschiedenen Beschichtungen für Schiffsrümpfe wird der Bewuchs durch Bio-Fouling getestet
Auf einem Prüfstand des Fraunhofer-Instituts in Helgoland wachsen maritime Organismen auf unterschiedlich beschichteten Oberflächen. (Quelle: Franhofer IFAM)

Ein Beispiel: Ist ein 320 Meter langer Tanker mit einer nur 5 Millimeter dicken Schicht Biomasse bewachsen, erhöht das den Ausstoß von Treibhausgasen bereits um mehr als 50 Prozent.

Gänzlich vermieden werden kann der Bewuchs nicht. Aber spezielle Beschichtungen auf der Außenhaut eines Schiffes und regelmäßiges Fahren verringern das Ansiedeln von Organismen. Ist der Belag aber erst einmal da, hilft nur eine Reinigung. Und am besten eine, die die Umwelt nicht belastet.

Lasertechnik als Lösung?

Die erhoffte Lösung: Emde und seine Forschungspartner setzen Laser ein. Sie bestrahlen das Schiff unter Wasser so, dass die Organismen absterben und sich bei der Weiterfahrt des Schiffes durch die Strömung ablösen. "Für Unternehmen ist diese Reinigung viel besser, da sie häufiger eingesetzt werden kann, zugleich den Rumpf schont und die Artenverschleppung vermeidet", erklärt der Experte.

Für die Passagiere der "Viking Orion" ging die Irrfahrt am Mittwoch in Sydney zu Ende und die Menschen konnten das Schiff endlich verlassen. Was ihnen den Urlaub verdarb, hat aber endlich mehr Aufmerksamkeit bekommen: das Bio-Fouling und seine Gefahren.

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Verwendete Quellen
  • eigene Recherche
  • Forschungsprojekt zu dem Auswirkungen des Bio-Foulings auf den Emissionsausstoß
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