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Deutschland: Verbot beschlossen – Plastiktüten 2022 aus Supermärkten verbannt

Beschluss im Bundestag  

Plastiktüten werden ab 2022 aus Supermärkten verbannt

27.11.2020, 09:36 Uhr | dpa

Deutschland: Verbot beschlossen – Plastiktüten 2022 aus Supermärkten verbannt. Plastiktüten des Supermarktes Aldi: Ab 2022 sind die Tüten in Deutschlands Einkaufsmärkten verboten. (Quelle: imago images/ Müller-Stauffenberg)

Plastiktüten des Supermarktes Aldi: Ab 2022 sind die Tüten in Deutschlands Einkaufsmärkten verboten. (Quelle: Müller-Stauffenberg/imago images)

Der Bundestag hat das Aus für Plastiktüten in deutschen Supermärkten besiegelt: Ab 2022 ist damit Schluss. Die Entscheidung wird nicht von allen Parteien positiv aufgenommen.

In deutschen Supermärkten dürfen ab dem Jahr 2022 keine Einkaufstüten aus Plastik mehr angeboten werden. Ein entsprechendes Verbot hat der Bundestag am Donnerstagabend verabschiedet. Nach einer Übergangsfrist, die auf Drängen des Handels kurzfristig von sechs auf zwölf Monate verlängert wurde, sind leichte Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke zwischen 15 und 50 Mikrometern verboten – das sind die Standardtüten, die man üblicherweise an der Ladenkasse bekommt. Ausgenommen vom Verbot sind besonders stabile Mehrwegtüten sowie die dünnen Plastikbeutel, die man etwa in der Obst- und Gemüseabteilung findet.

"Die Plastiktüte ist der Inbegriff der Ressourcenverschwendung", erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), die das Verkaufsverbot auf den Weg gebracht hatte. "Gute Alternativen sind Einkaufskörbe, waschbare Stoffbeutel für Obst und Gemüse und wiederverwendbare Boxen für Waren von der Frischetheke."

Kritik: Vorstoß geht nicht weit genug

Für die Umweltorganisation WWF hat das Verbot allerdings nur symbolische Bedeutung. Lediglich ein Prozent des deutschen Kunststoffverbrauchs entfalle auf Plastiktüten. Auch Linken und Grünen im Bundestag ist das Vorhaben nicht ambitioniert genug. Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Bettina Hoffmann, sprach von einem Tropfen auf den heißen Stein: "Der Trend zu Einwegverpackungen wird mit diesem Mini-Gesetz leider nicht gestoppt."

AfD und FDP sehen in der Maßnahme hingegen einen ungerechtfertigten Eingriff in den Markt ohne nachweisbare Vorteile für die Umwelt. So verwies der AfD-Abgeordnete Andreas Bleck unter anderem darauf, dass durch eine freiwillige Regelung der Plastiktütenverbrauch in Deutschland binnen weniger Jahre um fast zwei Drittel gesunken sei. Das Plastiktütenverbot sei deshalb "das sinnloseste umweltpolitische Verbot dieser Legislaturperiode".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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