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Luisa Neubauer: Politik hat Kraft von Lützerath unterschätzt


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Neubauer: Politik hat Kraft der Demonstranten unterschätzt

Von dpa
Aktualisiert am 08.01.2023Lesedauer: 3 Min.
Luisa Neubauer: "Lützerath bleibt" steht auf einem Plakat, das Luisa Neubauer, Klimaaktivistin hält.
Luisa Neubauer: "Lützerath bleibt" steht auf einem Plakat, das Luisa Neubauer, Klimaaktivistin hält. (Quelle: Annette Riedl/dpa)
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Die Räumung von Lützerath steht kurz bevor. Jetzt nennen Klimaaktivisten Details zu ihren Protestplänen in dem Dorf. Luisa Neubauer kritisiert die Polizei.

Die Politik hat nach Meinung von Klimaaktivistin Luisa Neubauer nicht mit soviel Widerstand gegen den Abriss des Dorfes Lützerath am Rande des rheinischen Braunkohletagebaus gerechnet. "Man merkt, dass anscheinend unterschätzt wurde, welche Kraft in diesem Ort steckt", sagte Neubauer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Lützerath. Sie ist eines der prominentesten Gesichter der Klimabewegung Fridays for Future.

"Hier zeigt eine Gesellschaft, dass sie versteht: Es geht um alles.", sagte sie weiter. "Das Dorf hier ist überlaufen von Menschen, die aus der ganzen Republik angereist sind. Und das ist keine ganz unkomplizierte Anreise. Da gibt es viele gesperrte Straßen und Polizeibarrikaden. Aber das nehmen die Menschen auf sich."

"Lützerath sechs Wochen halten"

Wenige Tage vor einer möglichen Räumung des Dorfes Lützerath zur Kohlegewinnung informierten Klimaaktivisten heute über ihre geplanten Protestaktionen: Sie wollen die geplante Räumung wochenlang verzögern. "Wir hoffen, dass wir Lützerath sechs Wochen lang halten können", sagte Dina Hamid, Sprecherin der Initiative Lützerath, am Sonntag. Derzeit befänden sich 700 Menschen in dem Erkelenzer Ortsteil. Geplant seien unter anderem Sitzblockaden sowie die Besetzung von Baumhäusern und Hütten.

Zu dem "Dorfspaziergang" – Lützerath besteht aus nur noch wenigen ehemaligen Gehöften und Häusern – war auch die 26-jährige Neubauer angereist und hatte ihre Unterstützer aufgerufen, ebenfalls zu kommen. "In Lützerath ist die Grenze des Weiter-so erreicht", sagte Neubauer der dpa. "Die Politik traut sich noch nicht, das anzuerkennen, aber die Zivilgesellschaft schon." Die Kohle müsse im Boden bleiben. "Seit Jahren erleben wir die Klimafolgen, im Sommer 2022 wüteten in ganz Europa die gravierendsten Waldbrände, die Zerstörung muss aufhören, die bisher durch die deutsche Politik und Wirtschaft befeuert wird."

Die Klimaaktivisten wollen einen weiteren Kohleabbau verhindern, um Lützerath zu schützen. (Quelle: t-online)

Bereits am Samstag waren erneut zahlreiche Aktivisten nach Lützerath gereist, weitere kamen am Sonntagmorgen hinzu. Shuttlebusse brachten sie von nahegelegenen Bahnhöfen in das unwegsame Gelände. In einem Camp auf einem Feld im benachbarten Stadtteil Keyenberg wurden mehrere neue Zelte aufgebaut.

Klimaaktivistinnen und -aktivisten aus Hamburg wurden am Sonntag auf dem Weg nach Lützerath lange von der Polizei aufgehalten. Mehr dazu lesen Sie hier. Auch die Aktivistin Luise Neubauer war unter ihnen – und kritisierte das Polizeivorgehen.

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Am Sonntag bekräftigten Vertreter eines aus mehreren Gruppen bestehenden Aktionsbündnisses "Lützerath unräumbar" ihre Entschlossenheit, der Räumung entgegenzutreten. In dem Bündnis haben sich unter anderem Organisationen und Initiativen wie Ende Gelände, Fridays for Future, Alle Dörfer bleiben und "Letzte Generation" zusammengeschlossen.

Lebensgefährliche Unterspülung

Am Rande von Lützerath kam es am Sonntag zudem zu einer Unterspülung der Tagebaukante mit Wasser. Dadurch bestehe in dem darüberliegenden Areal akute Lebensgefahr, warnte die Polizei. Ein für den Nachmittag geplantes Konzert der Kölner Band AnnenMayKantereit sei deshalb in Absprache mit dem Veranstalter in einen anderen Bereich verlegt worden. "Lützerath muss bleiben. Deswegen machen wir dort am Sonntag Musik", schrieb Sänger Henning May zuvor bei Instagram.

Ausgelöst worden sei die Unterflutung durch einen Wasseraustritt aus einem Rohr. Wie es dazu gekommen sei, werde derzeit geprüft. Die für den Mittag geplante Pressekonferenz der Klimaaktivisten in Lützerath müsse nicht verlegt werden, sagte die Sprecherin.

Zuvor war auch von einem "öffentlichen Aktionstraining für die geplanten Aktionen zivilen Ungehorsams" die Rede.

Barrikade vor den Gehöften von Lützerath: Während die Polizei Vorbereitungen zur geplanten Räumung des Dorfes Lützerath trifft, stecken Aktivisten Barrikaden in Brand.
Brennende Barrikaden in Lützerath: Die Klimaaktivisten wollen die geplante Räumung wochenlang verzögern. (Quelle: Henning Kaiser/dpa)
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In den sozialen Netzwerken riefen Initiativen unter anderem mit dem Hashtag #LuetzerathUnraeumbar dazu auf, sich am Widerstand gegen die Räumung zu beteiligen. Auf den Straßen von Lützerath wurden weitere Barrikaden errichtet, unter anderem betonierten Aktivisten Gasflaschen in die Fahrbahnen ein, um diese unpassierbar zu machen.

Klimaexperte sieht "Bruch mit den Pariser Klimazielen"

Der Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid sagte der dpa, in Lützerath entscheide sich, ob es die Ampelregierung mit dem Klimaschutz ernst meine. "Die Kohle unter Lützerath zu verfeuern, bedeutet den Bruch mit den Pariser Klimazielen. Wir brauchen die Kohle unter dem Dorf nicht mehr und können es uns schlichtweg nicht leisten, diesen klimaschädlichsten aller Energieträger weiter zu verbrennen." Das Profitinteresse von RWE dürfe keinen Vorrang vor dem Allgemeinwohl, dem Schutz des Planeten und dem Erhalt der Lebensgrundlagen haben.

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Der Energiekonzern RWE will das rheinische Lützerath abreißen, um die darunterliegende Kohle abzubauen. Dies sei nötig, um die Energieversorgung sicherzustellen, sagt der Konzern. Der Tagebau ist bereits nah an die verbliebenen Gebäude herangerückt. Aktivisten, die in dem verlassenen Weiler leben, haben Widerstand angekündigt, doch die schwarz-grüne NRW-Landesregierung will das Dorf von der Polizei räumen lassen – möglicherweise schon in wenigen Tagen. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Die Landesregierung verweist darauf, dass im Gegenzug der Kohleausstieg um acht Jahre auf 2030 vorgezogen worden sei.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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  • Axel Krüger
Von Michaela Koschak, Axel Krüger
Deutsche Presse-AgenturEuropaLützerathPolizei

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