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Neuseeland: 18-Jähriger verbreitet Live-Video vom Anschlag mit den Worten "Ziel erreicht"

Terror in Neuseeland  

18-Jähriger wegen Verbreitung von Live-Video angeklagt

19.03.2019, 14:33 Uhr | dpa, AFP, aj

Neuseeland: 18-Jähriger verbreitet Live-Video vom Anschlag mit den Worten "Ziel erreicht". Forensische Mitarbeiter der Polizei: Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind 50 Menschen getötet worden. (Quelle: AP/dpa/Mark Baker)

Forensische Mitarbeiter der Polizei: Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind 50 Menschen getötet worden. (Quelle: Mark Baker/AP/dpa)

Ein Mann ist in Neuseeland angeklagt, weil er das Live-Video und Fotos des Moschee-Anschlags mit den Worten "Ziel erreicht" verbreitete. Der mutmaßliche Angreifer will sich derweil selbst vor Gericht verteidigen. 

Im neuseeländischen Christchurch ist ein 18-Jähriger vor Gericht angeklagt worden, weil er das Live-Video des Anschlag in der dortigen Al-Noor-Moschee verbreitet hat. Der 18-Jährige, dessen Name vom Richter am Montag nicht genannt wurde, muss sich außerdem wegen der Veröffentlichung eines Fotos der Moschee und dem Satz "Ziel erreicht" verantworten. Laut Staatsanwalt drohen ihm maximal 14 Jahre Haft pro Anklagepunkt.

Derweil durchsuchte die australische Polizei am Montagmorgen (Ortszeit) zwei Wohnungen in Verbindung zum mutmaßlichen Attentäter von Neuseeland. Wie die Polizei mitteilte, erfolgten die Durchsuchungen in den Orten Sandy Beach und Lawrence im australischen Bundesstaat New South Wales nahe der Ortschaft Grafton, aus welcher der mutmaßliche Attentäter Brenton Tarrant stammt.

"Vorrangiges Ziel des Vorgehens ist es, formell Material zu erhalten, das der neuseeländischen Polizei in den laufenden Ermittlungen helfen kann", erklärte die australische Polizei. Tarrants Familie unterstütze die Polizei weiter bei den Ermittlungen. Bislang gebe es keine Hinweise auf eine mögliche Gefahr für die Öffentlichkeit.

Dem rechtsextremen Australier Brenton Tarrant wird vorgeworfen, am Freitag zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch gestürmt und das Feuer auf die Gläubigen eröffnet zu haben. 50 Menschen wurden getötet, 50 weitere verletzt. Tarrant wurde festgenommen und des Mordes beschuldigt.

Mutmaßlicher Attentäter will sich selbst verteidigen

Tarrant will sich nach Aussage seines bisherigen Pflichtverteidigers Richard Peters selbst vor Gericht verteidigen. Peters sagte der Zeitung "New Zealand Herald", dass ihn der 28-Jährige von seinem Mandat als Anwalt entbunden habe und er damit nicht länger für ihn tätig sei. Der festgenommene Australier habe ihm selbst gesagt, dass er sich künftig selbst verteidigen werde. Peters äußerte die Vermutung, dass der Rechtsextremist einen Prozess als Plattform nutzen könnte, um "seine ziemlich extremen Ansichten" vor den Augen der Weltöffentlichkeit zur Schau zu stellen. "Die Aufgabe des Richters wird sein damit umzugehen", sagte Peters der Zeitung.

Tarrant war am Freitag festgenommen worden und ist allen bisherigen Erkenntnissen nach als Einzeltäter vorgegangen. Dem Australier, der seit mehreren Jahren in Neuseeland lebt, droht nun lebenslange Haft wegen vielfachen Mordes.

Neuseeland verschärft Waffengesetze

Neuseeland hat nach dem Anschlag derweil die geplante Verschärfung der Waffengesetze auf den Weg gebracht. In der Hauptstadt Wellington beriet das Kabinett unter Vorsitz von Premierministerin Jacinda Ardern. In Christchurch sollen an diesem Montag die Beisetzungen beginnen. Drei Tage nach der Tat wurden die ersten Todesopfer den Familien übergeben. Im Islam ist es eigentlich üblich, dass Tote binnen 24 Stunden beigesetzt werden.

Ardern kündigte an, bei der Verschärfung der Waffengesetze aufs Tempo zu drücken. "Wir wollen so schnell wie möglich damit vorankommen", sagte die Premierministerin. Der mutmaßliche Täter, der 28 Jahre alte Australier Brenton Tarrant, besitzt seit 2017 einen Waffenschein. Nach Ermittlungen der Polizei hatte er fünf Schusswaffen dabei. Der Rechtsextremist sitzt nun in Untersuchungshaft. Ihm droht lebenslange Haft wegen vielfachen Mordes.

Am Montag besuchte eine Delegation aus der Türkei unter Leitung von Außenminister Mevlüt Cavusoglu die Al-Nur-Moschee in Christchurch. Allein dort wurden am Freitag 42 Menschen getötet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind alle Todesopfer muslimischen Glaubens. 




Kurz vor der Tat stellte er eine 74-seitige Kampfschrift mit rechtsextremen Parolen ins Internet und verschickte sie auch per E-Mail, unter anderen an Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern. Muslime und Immigranten bezeichnet er darin als "Invasoren", sich selbst als Rassisten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und afp

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